Schorndorfer Straße in Winnenden Sperrung wechselt bald die Richtung

Die Erweiterung der Schorndorfer Straße geht bei Trockenheit und Plusgraden zügig. Foto: Büttner / ZVW

Winnenden. Die Baustelle an der Schorndorfer Straße ist einen Monat schneller fortgeschritten als geplant. Wer seit 8. Januar aus Höfen, Birkmannsweiler oder Berglen mit dem Auto in die Stadt wollte, der hat nur noch bis Montag, 4. Februar, das Problem, dass die Schorndorfer Straße stadteinwärts gesperrt ist. Am 5. Februar kehrt die Stadt die Sperrung und die Umleitung um. Stadtauswärtsfahrer müssen dann andere Wege einschlagen.


Grund für die Bauarbeiten ist die Verbreiterung der Fahrbahn für eine Abbiegespur zum Aldi-Discounter, der dort gerade entsteht. Trotz Zeitungsberichten und eindeutiger Beschilderung halten sich viele Autofahrer nicht an die Einfahrsperre. Sie fahren dreist am Höfener Kreisel weiter – „und wundern sich, dass die Ampel nicht grün wird“, wie Birgit Pfleiderer vom Ordnungsamt der Stadt erzählt. „Sie ist nur für den Busfahrer schaltbar, mit einer Fernbedienung“, erläutert Fabian Döring vom Ingenieurbüro Karajan. Manch einer wendet also gezwungenermaßen, andere riskieren eine (Geister-)Fahrt über fast 200 Meter. Die Polizei kontrolliert deshalb immer wieder. In einer Viertelstunde sind zum Beispiel sieben Anzeigen ans Ordnungsamt weitergeleitet worden.

Busfahrerstreik am Montag auf den Knauss-Linien

Der Bauleiter der Firma Klöpfer, Mark Waitzmann, verteidigt die Sperrung in einer Richtung und die Ampel nur für Busse: „Hätten wir den gesamten Verkehr mit Ampeln geregelt, wäre der Rückstau 190 Meter lang gewesen und für die Busse nicht praktikabel. Schüler und Leute, die zur S-Bahn müssen, wären nicht pünktlich angekommen.“ Mehr noch, der gesamte Fahrplan, in alle Richtungen sozusagen, wäre aus dem Takt geraten. Dafür müssen nun Auto- und Lastwagenfahrer weite Umleitungen in Kauf nehmen, entweder über die Südumgehung und die Breuningsweiler Straße oder über Hertmannsweiler. Am Montag tritt nun allerdings ein Sonderfall ein: Die Gewerkschaft Verdi hat die Knauss-Busfahrer zum Streik aufgerufen, so dass voraussichtlich den ganzen Tag die Linien 336, 337 und 340 nicht fahren werden.

Die Firma Klöpfer ist trotz Winterwetter hervorragend vorangekommen. Der vorsichtigerweise länger kalkulierte erste Bauabschnitt ist am Montag bereits beendet. Ab Dienstag, 5. Februar, beginnt der zweite Teil, die Sperrung verschiebt sich auf die andere Spur. Alle dürfen ab Dienstag wieder nach Winnenden rein-, dafür aber nicht mehr hinausfahren.

Bauarbeiter bekommen den Frust einiger Autofahrer ab

Stadtauswärts muss man also ab nächster Woche mehr Zeit einplanen. Eine Ausnahme gilt wiederum nur für die Linienbusse. Die schnellste Alternative für Autofahrer führt von der Paulinenstraße und Breuningsweiler Straße über die Südumgehung. Oder gleich und ganz über die Südumgehung. Auch über die Backnanger Straße, Hertmannsweiler und Höfen ist es möglich, die Innenstadt Richtung Birkmannsweiler und Berglen zu verlassen.

Die Autos, die im Moment stadtauswärts durch die Baustelle dürfen, müssen teilweise im Schneckentempo fahren, da es sonst gefährlich für die Arbeiter werden könnte. Bekommen diese Ärger von Autofahrern ab, die im Stau stehen oder lange Umwege fahren müssen? „Dumme Kommentare gibt es immer wieder, weil die Straße in die eine Richtung gesperrt ist. Aber in den Aldi wollen sie später dann auch alle“, sagt ein Arbeiter.


Das Wetter diktiert den Tag der Fertigstellung

Zum Asphaltieren müssen ganz bestimmte Bedingungen herrschen, die nicht unbedingt im Februar und März zu erwarten sind: Trockenheit und Plusgrade. Mark Waitzmann von der Baufirma Klöpfer erläutert, dass deshalb erst seit dieser Woche die Asphaltwerke wieder geöffnet haben. Auf dem Papier geplant sei, Ende März fertig zu sein. „Doch Starkregen oder ein Wintereinbruch mit Frost kann alles Wochen nach hinten schieben.“

Es gibt aber zwei Gründe, warum mitten im Winter mit der Verbreiterung der Straße begonnen wurde: Anfang Mai lässt die Stadt keine derartigen Baustellen, Sperrungen und Umleitungen mehr zu, weil sie während der Heimattage die wichtigen Stadtzufahrten in Betrieb haben möchte. Zudem plant der Aldi-Markt, im Frühjahr oder Frühsommer zu eröffnen.

Verkehrsplaner hatten die Zusatzabbiegespur für notwendig erachtet, um die Zufahrt zu den Wohngebieten „Kesselrain“ und „nature8“ nicht über Gebühr zu belasten. Über die Adam-Müller-Guttenbrunn-Straße ist aber eine zweite Parkplatzzufahrt für Kunden aus der und in die Stadt vorgesehen. Wer nach Berglen, Birkmannsweiler und Höfen will, fährt über die neue Zufahrt wieder aus.

Die Strecke zwischen Björn-Steiger-Kreisel beim Kinderhaus Seewasen und Höfener Kreisel (offiziell „Meißener Kreisel“), die seit 8. Januar bearbeitet wird, ist 170 Meter lang. Auf der linken Seite sind im Untergrund neue Leitungen verlegt und ein Stück Straße und ein Gehweg sind neu angelegt worden. Jede Fahrspur ist drei Meter breit.

Parallel dazu hat die Firma Klöpfer mit der Erweiterung auf der rechten Seite begonnen. Im Untergrund verlegte sie einen Kanal fürs Oberflächenwasser. Der Ausbau der Schorndorfer Straße reicht bis zur Mitte der Haltebucht, in der im Sommer ein Erdbeerstand steht. Die Bucht bleibt unverändert so, wie sie bisher war.

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