ÜBERSCHÄUMENDE FREUDE – Die SchoWo 2013 macht Freude. Große Freude. Mitunter sogar überschäumende Freude. Wie so etwas auch aussehen kann, hat sich am Sonntagmorgen beim Goertz-Brunnen vor der Stadtkirche gezeigt. Spaßvögel oder Lausbuben – schlimmere Bezeichnungen mag der auch ziemlich SchoWo-beseelte Intimus in diesem Zusammenhang nicht wählen – haben den Brunnen mit Waschpulver zum Überschäumen gebracht. Ein kurzer Einsatz der Zentralen Dienste unter wohlwollender Betrachtung von Rainer Mannshaupt, Ordnungshüter während der SchoWo wie auch im normalen Leben, und der kleine Schaden war behoben. Solange sich überschäumende Freude in keinen schlimmeren Exzessen ausdrückt als in einem nächtlichen Schaumbad, ist der SchoWo-Frieden gesichert, findet Intimus.

KRACHENDER SONNTAG – Was für ein SchoWo-Sonntag! Angefangen vom SchoWo-Gottesdienst um 10 Uhr bis zum Zapfenstreich um 23 Uhr war Leben in der Stadt, zunehmend pulsierendes Leben. Angeheizt durch eine breitgefächerte Programmmischung und ein ebenso vielfältiges Musikprogramm. Welches Stadtfest bietet schon ein Spektrum, das vom Silberschmieden bis zum Schach, vom Kunst- und Hobbymarkt bis zur Fahrzeugveteranenschau, von der Blasmusik bis zu drei rockenden Pfarrern reicht. Vom schönsten SchoWo-Tag, den er jemals erlebt hat, hat ein älterer Herr geschwärmt. Und auch die SchoWo-Macher waren voller Glück – nicht zuletzt deshalb, weil der Marktplatz, auf dem’s in der Vergangenheit am Sonntagabend schon mal einen kleinen Durchhänger gegeben hat, am Sonntagabend so voll war wie seit Jahren nicht mehr. Insofern sind die Erwartungen, die VG-Sprecher Jürgen Dobler in die erneute Verpflichtung der Rock’n Roller von „The Cash“ gesetzt hat, voll aufgegangen. Zumal, wie Andreas Wieler, der mit seinen Schornbacher Fußballern ganz dicht am Ort des Geschehens ist, festgestellt hat, das Publikum ein etwas anderes, weil gesetzteres als an den vorherigen SchoWo-Abenden war und trotz Partystimmung alles friedlich geblieben ist: „kein Dreck, kein Müll, kein Ärger“. Und trotzdem hat der Abend noch eine ungute Wendung genommen und ist die Freude der Organisatoren spürbar getrübt worden – so stark, dass es zum Bruch mit „The Cash“ gekommen ist. Was damit zu tun hat, dass sich die Musiker und ihr Techniker nicht an die Auflage gehalten haben, dass in der historischen Innenstadt keine Pyrotechnik, sprich: kein Feuerwerk erlaubt ist. „Wir können nicht ein Jahr lang mit Stadt, Polizei und der Feuerwehr über Sicherheitskonzepte sprechen und dann so etwas zulassen“, sagt Jürgen Dobler, der dem Techniker von „The Cash“ sogar noch einen Zettel mit der deutlichen Warnung „Keine Pyrotechnik erlaubt“ hat zukommen lassen – ohne Erfolg. Erst hat’s auf und von der Bühne gekracht, und dann kam’s zum großen Krach zwischen Organisatoren und Musikern mit der Folge, dass Jürgen Dobler „The Cash“ unmissverständlich zu verstehen gegeben hat, dass für sie auf der SchoWo künftig kein Platz mehr ist. „Das ist traurig, weil bis zum letzten Ton alles super war“, sagt Dobler. Und die Reaktion der Musiker: „Stinksauer“ seien die gewesen – und uneinsichtig. Jetzt heißt’s, nach vier Jahren mit „The Cash“, für Sonntagabend ein neues musikalisches Zugpferd zu finden, was Dobler auf jeden Fall versuchen will – selbst auf die Gefahr hin, finanziell etwas draufsatteln zu müssen. Schließlich soll das nicht der letzte schöne SchoWo-Sonntag gewesen sein. Was übrigens auch für den Spitalhof und den Ochsenberg gilt, während es in den an den beiden Abenden zuvor noch gut gefüllten Gassen am Sonntagabend doch ziemlich ruhig war. Dort war’s dann halt doch der klassische Sonntagabend.

GROSSES LOB – Bands kommen und Bands gehen. Zu denen, die sicher wiederkommen, gehört die Gruppe „Fast Lane“, die den Marktplatz am Samstagabend gerockt hat. Zum ersten Mal, was auch, wie Jürgen Dobler sagt, daran lag, dass die Band und die SchoWo-Macher lange gebraucht haben, um preislich zusammengekommen. Aber weil’s in Band-Kreisen mittlerweile bekannt ist, dass man in Schorndorf mindestens einmal gespielt haben muss, hat „First Lane“ finanziell ein bisschen nachgegeben und das nach dem, was Jürgen Dobler weiß, nicht bereut. Im Gegenteil: „Sensationell“ sei’s auf der SchoWo, „Gänsehaut pur“. Kein Wunder, dass „Fast Lane“ beim nächsten Mal unbedingt wieder dabei sein will. Und der Preis? An dem werde ihre Verpflichtung auf jeden Fall nicht scheitern, hieß es von Band-Mitgliedern.

NEUER FAN – Voll des Lobes für das, was Jürgen Dobler an Musikprogramm für den Archivplatz zusammengestellt hat, sind die Vereine, die dort ihre Stände haben. Das gilt für ganze Palette von den Rock’n Roldies bis zur Blaskapelle Charivari, deren bekennender Fan im Übrigen auch Intimus ist (was etwas mit der Herkunft seiner Eltern aus dem Böhmerwald und seiner kindlichen Sozialisation zu tun hat). Und vielleicht haben Charivari, die böhmische und Egerländer Blasmusik so herzergreifend schön spielen, am Sonntag einen weiteren Fan gewonnen. Der katholische Dekanatskirchenmusiker Ulrich Klemm nämlich war von der musikalischen Qualität der Kapelle und vom Einsatz ihres Diregenten Alex Gärtner tief beeindruckt.

SCHARFE KONTROLLE – Intimus ist die Klage einer etwa 60-jährigen Frau zu Ohren gekommen, die es sich gefallen lassen musste, dass ihre Handtasche vom Wachpersonal auf alkoholische Getränke untersucht worden ist, die ja bekanntlich nicht aufs Festgelände mitgebracht werden dürfen. Da wäre, ist er mit den SchoWo-Verantwortlichen einig, mehr Fingerspitzengefühl angebracht. Selbst auf die Gefahr hin, dass da tatsächlich mal eine Oma Stoff für ihren Enkel auf die SchoWo schmuggelt. Oder ihr 4711-Fläschchen für etwas anderes gebraucht, als sich nur ein bisschen frisch zu machen.