SchoWo 2018 Verstärkte Polizeipräsenz, kein Public Viewing

Viel Polizei und viel Sicherheitsdienst wird es in diesem Jahr bei der SchoWo geben. Foto: Habermann / ZVW

Schorndorf. Die SchoWo 2018 kann nicht beginnen, ohne einen Blick ein Jahr zurückzuwerfen: Schorndorf stand deutschland-, europa-, ja weltweit in den Schlagzeilen. Seit geraumer Zeit steht aber definitiv fest: Fake-News waren verantwortlich für diese zweifelhafte Berühmtheit, die die Daimlerstadt damals erlangt hat. Es waren eben nicht Horden von Asylbewerbern in den Schlosswallgüten unterwegs. „Wir haben schon schlimmere Sachen auf der SchoWo erlebt als das im letzten Jahr.“

Von Jürgen Dobler, Sprecher der SchoWo-Vereinsgemeinschaft (VG), stammt dieser Satz im Gespräch über die Schorndorfer Woche 2018. Er muss es wissen, schließlich steht er wie viele andere im VG-Vorstand seit vielen Jahren an vorderster Front, wenn in der Daimlerstadt fünf Tage lang gefeiert wird, was das Zeug hält. Und natürlich auch getrunken, keine Frage.


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Trotzdem: Verstärkte Polizeipräsenz

Es ist bekanntlich nichts so schlecht, dass es nicht was Gutes hätte. Das trifft selbstredend auch auf die SchoWo 2018 zu. Denn nach den Vorfällen im letzten Jahr, die letztlich so gut wie keine waren (dpa musste ihre Pressemeldung, die von der Polizei stammte und die sie fast wörtlich weiterverbreitete, wenig später zurücknehmen – das gibt es so gut wie nie), wird die Polizeipräsenz 2018 verstärkt. Um wie viel? Keine Ahnung, nichts dringt nach außen. Zumindest bisher nicht.

Mehr Freunde und Helfer als vor Jahresfrist werden es auf jeden Fall sein, deshalb wird sich Jürgen Dobler während der fünf Tage SchoWo „so sicher wie in Abrahams Schoß fühlen“. Seinen erprobten Mitstreitern geht es genauso, alle sind „extrem gelassen“ angesichts der vielen Polizei und des „Maximums an privatem Sicherheitsdienst“ (Dobler).

Auswirkungen der Fußball-WM

Das gilt auch mit Blick auf das Spiel um den dritten Platz und das Endspiel bei der Fußballweltmeisterschaft, die am SchoWo-Samstag (16 Uhr) beziehungsweise -Sonntag (17 Uhr) stattfinden. Wobei’s hier von Vorteil sein könnte, dass Deutschland sang- und klanglos ausgeschieden ist. Ein Finale mit Jogis Truppe, vielleicht sogar siegreich gestaltet, hätte womöglich Auswirkungen auf die SchoWo haben können. So aber sind beim Finale lediglich zehn Mann mehr vom Sicherheitsdienst im Einsatz. Um gewappnet zu sein für einen Fall der Fälle.

Public Viewing wird es nicht geben, hätte es auch nicht gegeben, wenn Deutschland noch im Spiel gewesen wäre. Markt- und Archivplatz bleiben also fußballfrei. An den Ständen dürfen allerdings Fernseher aufgestellt oder aufgehängt werden. Von den Bühnen werden die Spielstände aktuell mitgeteilt.

Ausblick auf's Programm

Negative Auswirkungen auf Besuch und Umsatz sehen die SchoWo-Macher nicht. Am Samstag um 15.30 Uhr kommt der Motorradclub „omen southend“ mit zwischen 30 und 40 Mann sowie Schorndorfs Erstem Bürgermeister Edgar Hemmerich an der Spitze mit heißen Öfen auf dem Marktplatz an. Sie präsentieren die „schönsten Motorräder Süddeutschlands“, heißt es in der Ankündigung. Und Dany Basic vom Tattoo-Studio in der Kirchgasse moderiert. Er macht das schon zum vierten Mal.

Und am Sonntag, wenn in Moskau das Endspiel angepfiffen wird, läuft auf den Schorndorfer Bühnen eh die Umbauphase für die Bands, die abends auftreten. Auf dem Marktplatz sind das wieder „Cassandra and the boyz“, auf dem Archivplatz „Die Luxu$Band“.

Neue Location und weitere Veränderungen

Eher aus der Not geboren wurde eine neue Location. Die am Eselsbrunnen. Grund: Alles östlich der Archivstraße ist in diesem Jahr Baustelle, wovon das Kulturforum, der Ochsenberg (er fällt in diesem Jahr ersatzlos weg), der Adventure-Park und die MSC-Veteranenschau betroffen sind. Letztere findet auf dem Parkplatz Daimler-Carre an der Rosenstraße statt. Der Adventure-Park wird – allerdings ohne Bewirtung – auf dem Hof der Schlosswallschule angesiedelt. Der Kindergottesdienst am SchoWo-Sonntag, an dem erfahrungsgemäß 150 bis 200 Jungen und Mädchen erwartet werden, findet demzufolge auf der Bühne des Archivplatzes statt, parallel zum Gottesdienst auf dem Marktplatz.

Und das Kulturforum präsentiert sein Angebot auf einer Bühne beim Eselsbrunnen. Am SchoWo-Sonntag gastiert hier beispielsweise „Highland Zack“. Das „Jugendstil“ hat geschlossen, weil die Betreiber ihren Urlaub schon geplant hatten, als der Standort bei ihnen noch gar nicht beschlossene Sache war. Dafür öffnet Geli Sandbiller ihr „Coco“, was während der SchoWo eine Ausnahme ist. Und Olaf Stickel bewirtet im Bereich des Eselsbrunnens.

Das Ganze war, nebenbei bemerkt, im Vorfeld ein Firlefanz. Warum? „Es hat sich hingezogen mit dem Land wegen des Finanzamtes und des Burgschlosses“, umschreibt es Jürgen Dobler noch vornehm. Will heißen, die Herren, die die Liegenschaften verwalten und in Ludwigsburg sitzen, konnten oder wollten nicht sagen, wie’s mit den Arbeiten an Finanzamt etc. aussieht. Sprich, ob der für dieses Areal geplante SchoWo-Teil dort stattfinden kann oder nicht. Am Ende musste es mit dem Eselsbrunnen recht schnell gehen. Und da war – siehe oben – so mancher Urlaub eben schon geplant.

Neues SchoWo-Logo: Sieger(in) wird beim Fassanstich gekürt

Bekanntlich wurde ein Logo für die Schorndorfer Woche 2019, die „50 plus 1“-SchoWo gesucht. Es ist eins gefunden worden. Beim Fassanstich am Freitagabend auf dem Marktplatz wird Oberbürger Matthias Klopfer den Namen des Gewinners/der Gewinnerin verkünden. Dann gibt es 10 000 Aufkleber mit diesem Logo, die – auf Autos oder sonst wohin geklebt – Werbung machen sollen für die SchoWo 2019. Es ist dann die 51. SchoWo, die im Stile eines Jubiläums gefeiert wird. So was gibt es auch nur in Schorndorf – und das ist jetzt durchaus positiv gemeint.


2019 sind die Schornbacher nicht mehr dabei

In diesem Jahr sind bei der SchoWo noch alle mit an Bord, die bereits 2018 geschuftet haben, damit die Besucherinnen und Besucher ausreichend zu essen und trinken sowie Spaß haben. 2019 wird – das steht jetzt schon fest – das anders sein. Der Verein zur Förderung des Fußballsports in Schornbach (kurz VFF) hat beschlossen, ausgerechnet ab der wegen der Remstal-Gartenschau um ein Jahr verschobenen Jubiläums-SchoWo nicht mehr mit von der Partie zu sein. Es gibt schon seit geraumer Zeit einen entsprechende Mitgliederbeschluss. Zustande kam er offenbar, weil der VFF nicht mehr genug Leute zusammenbringt, die am Stand mitarbeiten.

„Die Nachfolge ist noch ungeklärt“, räumt Jürgen Dobler, Sprecher der SchoWo-Vereinsgemeinschaft, ein. Gesucht wird aber, denn der VFF hat(te) schließlich einen recht großen und vor allem zentralen Stand auf dem Marktplatz, zudem in unmittelbarer Bühnennähe.

Die SchoWo 2018 hat also noch nicht einmal begonnen, da laufen schon die Planungen für die im kommenden Jahr. Klar ist ja, dass es 2019 eine besondere SchoWo geben wird mit einem zusätzlichen Tag am Donnerstag, also nach einem Tag Ruhe. Klar ist ebenfalls, dass eine umfangreiche Chronik erarbeitet wird, in der alle SchoWos beleuchtet werden.

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