Schülerbetreuung in Korb Lösung für fehlende Hortplätze gefunden

Wo morgens gebüffelt wird, findet am Nachmittag im neuen Schuljahr Hortbetreuung statt: In der Kleinheppacher Schule. Foto: Pixabay CC0 Creative Commons

Korb. Erleichterung bei den Eltern von Korber Schulkindern: Die Gemeinde hat eine Interimslösung für die Hortbetreuung im kommenden Schuljahr gefunden. Ab September sollen Kinder in einem Klassenzimmer der Grundschule in Kleinheppach betreut werden. Bislang hatten Plätze für zehn Kinder gefehlt. Ein Neubau in Modulbauweise kann erst gegen Mitte 2020 fertiggestellt werden.

Mehrfach hatte eine betroffene Korber Mutter, auch in öffentlicher Gemeinderatssitzung, bei der Verwaltungsspitze und den Bürgervertretern nachgehakt. Sie brauche endlich Planungssicherheit. Ihr Chef wolle wissen, ob sie im Herbst noch einsetzbar sei oder ob sie sich zu Hause um ihr Kind kümmern müsse. „Ist eine Lösung in Sicht?“, fragte die Frau und fing an, daran zu zweifeln. Denn auch von Bürgermeister Jochen Müller wurde sie ein ums andere Mal vertröstet: „Noch nicht, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

Einstimmig grünes Licht vom Gemeinderat

Das war keine hohle Phrase. Die Verwaltung hat nun die sehnsüchtig erwartete Lösung präsentiert, durch die ab September 2019 die zehn fehlenden Betreuungsplätze geschaffen werden sollen – und zwar am Schulstandort Endersbacher Straße in Kleinheppach. „Die Schule hat sich bereiterklärt, ihre (...) Unterrichtsräume nach Unterrichtsschluss zur Verfügung zu stellen. Da in mindestens einem der Klassenzimmer bereits ab 11.20 Uhr kein Unterricht mehr stattfindet, könnte dieses pünktlich zum Betreuungsbeginn des Hortes durch diesen genutzt werden“, heißt es in der entsprechenden Vorlage. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht und lobte die Verwaltung für die Idee.

Container abgelehnt, Modulbau würde nicht rechtzeitig fertig

Über die fehlenden Hortplätze haben sich die Kommunalpolitiker schon länger den Kopf zerbrochen. Im Februar lehnte der Gemeinderat eine einfache Container-Lösung auf dem Schulhof in Kleinheppach ab und votierte für einen Neubau in Modulbauweise an selber Stelle. Der würde allerdings bis September 2019 nicht fertig werden – und zum neuen Schuljahr steigt der Bedarf um zehn Hortplätze. Die Verwaltung hat deshalb mehrere Möglichkeiten geprüft. Das Feuerwehrgerätehaus Kleinheppach, der evangelische Gemeindesaal Kleinheppach, das Alte Pfarrhaus, der Kindergarten Villa Kunterbunt, die Mehrzweckhalle Kleinheppach, sogar das Privathaus der eingangs zitierten Korber Mutter – all diese Räume erfüllten die Mindeststandards für eine Betriebserlaubnis durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) aus verschiedenen Gründen nicht oder stehen zeitlich nicht zur Verfügung. Beim Klassenzimmer der Gemeinschaftsschule am Kleinheppacher Standort Endersbacher Straße ist das anders.

Schon heute wird in der Schule ein Hort mit einer Gruppe von 25 Kindern betrieben. Zusätzlich gibt es eine Kernzeitgruppe für maximal 17 Kinder. Für beide Gruppen stehen bislang zwei Räume zur Verfügung.

50 000 Euro für kleinere Anschaffungen angesetzt

Nun, da der Gemeinderat beschlossen hat, ein weiteres Klassenzimmer nach Unterrichtsende für die Hortbetreuung zu nutzen, fallen dafür kleinere Anschaffungen an. Laut Verwaltung müssen verschließbare Schränke gekauft werden, „damit die jeweiligen Nutzergruppen die durch sie genutzten Gegenstände sicher verwahren können, so dass dem hier bestehenden Konfliktpotenzial entgegengewirkt werden kann“. Die 50 000 Euro, die dafür kalkuliert wurden, sind wohl ein wenig zu hoch angesetzt. Noch wurden aber keine konkreten Angebote eingeholt.

Finanziell wie organisatorisch schwerer ins Gewicht fallen dürfte, dass Korb zügig zusätzliches Personal für die Hortbetreuung finden muss. Noch hatte die Gemeinde bei der Suche nach zwei pädagogischen Fachkräften keinen Erfolg. Hauptamtsleiterin Adalina Agejew gehe aber davon aus, so Bürgermeister Müller, „dass wir das hinbekommen“.

Nicht absehbar, wie sich Bedarf an Hortplätzen entwickeln wird

Der Beschluss, auf dem Schulhof provisorische Horträume in Holz-Modulbauweise zu errichten, hat laut Hauptamtsleiterin Adalina Agejew weiterhin Bestand. Ob er tatsächlich umgesetzt wird, ist jedoch offen. Wie sich der Bedarf an Hortplätzen entwickeln wird, sei nicht abzusehen, so Agejew. Bürgermeister Müller geht aber eher davon aus, dass er weiter steigen wird.


Halle am Nachmittag für Hort reserviert

Einen großen Standortvorteil an der Schule in Kleinheppach bieten die Außenanlagen und die Mehrzweckhalle. Wenn mehr Kinder den Hort in der Endersbacher Straße besuchen, müsse die Nutzung der Halle durch die Hortgruppen ausgeweitet werden – insbesondere bei schlechtem Wetter und in den Herbst- und Wintermonaten, heißt es aus dem Rathaus.

Der Plan ist, dass die Halle in der Zeit von 11.20 bis 17.30 Uhr von Montag bis Freitag ausschließlich vom Hort genutzt wird. Die Schule habe sich bereiterklärt, die Unterrichtsplanung entsprechend anzupassen. Der Kindergarten Villa Kunterbunt werde seine Hallennutzung auf die Zeit vor der Hortbetreuung legen. Von 17.30 Uhr an soll die Halle den verschiedenen Vereinen zur Verfügung stehen.

Weitere Vorteile, die der Standort Schule laut Verwaltung für die Hortbetreuung bietet: Die beiden Hortgruppen könnten „von den Erzieherinnen gemeinsam bestmöglich betreut werden“, die Angebote könnten koordiniert und von allen Kindern genutzt werden, „außerdem wäre so auch eine Vertretung im Krankheitsfall besser aufzufangen“.

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