Schwabenlandtower in Fellbach Der Umbau des Gewa-Towers läuft

Der ehemalige Gewa-Tower wird umgebaut. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Fellbach. Von Waiblingen aus betrachtet, scheint sich weiterhin nicht viel zu tun am Schwabenlandtower – doch der Eindruck täuscht. Der Umbau des SLT 107, wie der ehemalige Gewa-Tower jetzt heißt, nimmt langsam Fahrt auf. Allerdings lässt die eigentlich für Juni erhoffte vollständige Baugenehmigung noch auf sich warten.

Die endgültige Baugenehmigung für die Umwandlung des auf 66 Luxus-Appartements ausgelegten Rohbaus in 194 kleine und mittlere Wohnungen wird nach Angaben einer Sprecherin des Fellbacher Rathauses nicht mehr lange dauern – wahrscheinlich „zwei oder drei Wochen“. Nach eingehender Prüfung der Statik hatte die Stadt bereits Ende Mai einen „halben roten Punkt“ für die Entfernung des Schrägdaches erteilt, wie die Leiterin des Baurechtsamtes, Marion Maiwald, damals formulierte. Gleichzeitig ist im Innern des Turms nahe der Markungsgrenze zu Waiblingen der Ausbau von nicht tragenden Wänden im Gange. Ein Baustellen-Aufzug ist eingerichtet.

Schrägdach war ursprünglich nicht geplant

Das besagte Schrägdach entsprach ohnehin nicht den ursprünglichen Plänen, sondern wurde von den alten Bauherren der „Gewa 5 to 1“-GmbH erst zu einem späteren Zeitpunkt, offenbar aus Kostengründen, geplant. Schon bei seiner ersten Pressekonferenz vor bald einem Jahr ließ Investor Christoph Gröner unmittelbar nach Abschluss des Kaufvertrags durchblicken, dass ihm das Dach, über das er sich schon im Anflug aus der Luft wunderte, missfällt. Offen war damals noch, ob es zum Rückbau kommt - letztlich eine Kostenfrage. Augenscheinlich konnte sich der Firmengründer der bundesweit in vielen Großprojekten tätigen CG-Gruppe durchsetzen. Vorgaben gab es wegen der gefiederten Bewohner des Towers zu beachten, die sich in über 100 Metern Höhe eingenistet hatten: „Zum Schutz der auf dem Dach des Towers nistenden Falken müssen die Auflagen des Naturschutzbundes beim Abriss eingehalten werden“, teilte das Rathaus vorab mit.

Eine Million Euro zusätzlich für die Gewa-Anleger

Die Gewa-Anleger werden wohl profitieren. „Es ist sehr realistisch, dass der gesamte Zusatzkaufpreis von einer Million Euro noch fällig wird“, sagt der gemeinsame Vertreter der Gläubiger, Gustav Meyer zu Schwabedissen. Nach dem Kaufvertrag ist der zusätzliche Kaufpreis nämlich dann fällig, „wenn eine positive Beurteilung der zuständigen Ämter über die geplante Änderung der Wohnungsaufteilung vorliegt, die mindestens eine Erhöhung der Anzahl der Wohnungen auf 185 genehmigt“. Danach sieht es auch laut Schwabedissen aus. Jedenfalls scheint die Verzögerung weder an der CG-Gruppe noch am Bauamt der Stadt Fellbach zu liegen. Externe, zwingend erforderliche Fachgutachten wie etwa zum Brandschutz und zur Prüfstatik wurden nicht rechtzeitig eingereicht. Grund ist wohl die rege Bautätigkeit in der Region und damit das hohe Arbeitsaufkommen bei den Gutachtern.

Einen genauen Zeitplan für die Auszahlung an die Anleger gibt es nicht. Die CG–Gruppe hat Ende Mai pünktlich die nachlaufenden Zinsen und Kosten bezahlt: rund 320 000 Euro. Mit dem Insolvenzverwalter ist verabredet, dass die gezahlten Zinsen und Kosten zusammen mit der Schlussauszahlung verteilt werden sollen. Vorläufig braucht Ilkin Bananyarli noch eine Liquiditätsreserve, um Kosten begleichen zu können.

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