Schwäbisch Gmünd/Aalen Müllsündern das Handwerk legen

Symbolbild. Foto: Pixabay / Hans

Schwäbisch Gmünd. Stockschläge wie in Singapur werde es für Müllsünder in Schwäbisch Gmünd nicht geben. „Soweit wollen wir dann doch nicht gehen“, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. Doch sei die Stadtverwaltung ständig auf der Suche nach Lösungen für den immer wiederkehrenden illegal abgeladenen Müll auf den Straßen.



Eine davon sei der geplante Unterflurcontainer auf dem kleinen Platz beim Forum Gold und Silber – ein gemeinsames Pilotprojekt der Stadt und der Gesellschaft des Ostalbkreises für Abfallbewirtschaftung (GOA). „Das ist aber nur eine von vielen Stellschrauben, die man drehen muss“, so Herrmann. Denn um eine saubere Stadt zu erhalten, brauche es „einen Mix aus verschiedenen Punkten“. Kontrollen, Bußgelder und attraktive Entsorgungsstandorte. Aber: „Es gibt einfach keinen Königsweg“, betont Herrmann.

Zwei „Müllsheriffs“ und eine Sondereinheit im Einsatz

Daher werde die Stadt Gmünd in den kommenden Monaten die Situation in Aalen „mit Interesse verfolgen“, sagt der Rathaussprecher. Dort sollen Müllsünder künftig öfter und deutlich härter bestraft werden als bisher. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in Aalen zwei Müllsheriffs eingesetzt und eine „Sondereinheit Müll“ im Amt für Bürgerservice und öffentliche Ordnung eingerichtet. Zudem sollen die Bußgelder für Wiederholungstäter erhöht werden – von 1000 auf 5000 Euro. Zusätzlich dazu schwebt der Stadt Aalen ein „Belohnungssystem für Hinweise aus der Bevölkerung“ vor.

Für Herrmann weist das Aalener Aktionspapier schon jetzt einige Ähnlichkeiten mit der Gmünder Herangehensweise auf. Auch in Schwäbisch Gmünd gebe es seit geraumer Zeit „Müllsheriffs“, so der Stadtsprecher, „nur heißen die bei uns Gemeindevollzugsdienst“. Aber die Aufgaben seien fast identisch.

Höhere Bußgelder und Belohnungssystem für Hinweise

Ob jedoch höhere Bußgelder oder ein „Belohnungssystem für Hinweise aus der Bevölkerung“, wie es die Stadt Aalen plant, dabei helfen, den illegalen Müll auf der Straße zu reduzieren, da ist sich Herrmann nicht sicher. Zumal höhere Bußgelder nur dann etwas bringen würden, wenn der oder die Täter auch erwischt werden. Auch eine Belohnung für Hinweise auf Müllsünder könnte mehr Nach- als Vorteile bringen: „Das kann das soziale Klima in der Nachbarschaft negativ beeinflussen“, befürchtet Herrmann.

Für Herrmann Schoell, Vorsitzender des Vereins „Starkes Hardt“, geht der Aalener Vorstoß derweil „in die richtige Richtung“. Auch auf dem Sonnenhügel versuche der Verein, „so etwas in der Art“ aus eigener Initiative umzusetzen. Zumal an den Altglascontainern in der Falkenbergstraße, der Hardtstraße und der Székesfehérvárer Straße immer wieder illegal Müll abgelagert werde, bemängelt Schoell. Wie die Stadt Aalen setzt auch der Verein „Starkes Hardt“ seit Mitte Dezember auf die Mithilfe der Bürger. Hierfür haben Mitglieder Verbotsschilder an den „Brennpunkten“ aufgestellt und 50 Euro Belohnung für Hinweise zur Überführung von Müllsündern ausgelobt. „Die bezahlt der Verein aus der eigenen Kasse“, erläutert Schoell. Bisher habe der Verein aber dadurch keine Täter ermitteln können – auch seien die illegalen Ablagerungen nicht weniger geworden.

Es gibt keine Patentrezepte gegen Müllsünder

Zusätzlich dazu setzt die Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) bei ihren Wohnblocks auf dem Hardt einen „Müllspion“ ein, eine Hilfskraft des Hausmeisters auf 450-Euro-Basis. Der sei allerdings nicht vergleichbar mit den angedachten Müllsheriffs in Aalen, sagt VGW-Prokurist Thomas Riede. Zwar solle der Hausmeisterhelfer Müllsünder, die er entlarven kann oder beobachtet hat, ebenfalls melden.

Doch in erster Linie „soll er in der Siedlung für Sauberkeit sorgen“, erklärt Riede, der wie Herrmann weiß: „Wir haben gegen Müllsünder kein Patentrezept.“ Es müsse aber allen klar sein, betont der Stadtsprecher, dass das Thema Müllentsorgung jeden betreffe und jeder seinen Teil dazu beitragen könne.


Videoüberwachung

Weiter gehende Maßnahmen gegen Müllsünder wie zum Beispiel Videoüberwachung schließen Gmünds Stadtverwaltung und VGW aus datenschutzrechtlichen Gründen aus.

„Wir haben das geprüft – das kann man vergessen“, sagt VGW-Prokurist Thomas Riede.

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