Schwäbisch Gmünd Coronavirus: Drive-in-Testzentrum steht bereit

Ab dem heutigen Dienstag gibt es eine Abstrichstation in Schwäbisch Gmünd auf dem Schießtalparkplatz. Foto: Tagespost/Trinkle

Schwäbisch Gmünd.
Coronavirus-Tests per Drive-in vom Auto aus – was in Aalen bereits seit Freitag funktioniert, soll ab Dienstag, 17. März, auch auf dem Schießtalparkplatz in Schwäbisch Gmünd laufen, erklärt Gmünds Sozialbürgermeister Dr. Joachim Bläse in seiner Funktion als Präsident des Gmünder Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Und zwar am Telefon von daheim aus, wo er auch in den kommenden Wochen sein wird. Denn nach dem Kontakt mit einem Coronainfizierten bleibe er vorsichtshalber zu Hause.

Von dort aus steuert er den Aufbau der mobilen Abstrichstation. In dieser werden Patienten nach Aufforderung des Hausarztes mit dem Auto vorfahren und in ihrem Fahrzeug sitzen bleiben, während Ärzte in Schutzkleidung Abstriche machen. Wer kein Auto oder keinen Führerschein hat, muss sich fahren lassen, sagt Joachim Bläse.

Ehrenamtliche Helfer des DRK werden die Proben sicher verpacken und an ein Testzentrum senden, erklärt Claudia Bay, die sich als Zugführerin der Einsatzeinheit Bevölkerungsschutz des DRK nun vor Ort um die Organisation kümmert.

Ohne Code keine Einfahrt

Zunächst ist das Testzentrum auf dem Schießtalplatz ab 8 bis 10 Uhr geöffnet - und damit deutlich kürzer als das Testzentrum auf dem Greutplatz in Aalen. Bei Bedarf werden die Zeiten ausgeweitet, erklärt sie. Getestet wird im Schießtal montags bis freitags.

Das DRK und die Gmünder Kreisärzteschaft betreiben die Gmünder mobile Abstrichstation im Auftrag des Landkreises, um das Gesundheitsamt zu unterstützen, sagt Joachim Bläse. Daher sei das Prozedere etwas anders als im Testzentrum in Aalen, wo die Anmeldung ausschließlich über das Gesundheitsamt des Landratsamts läuft. In Schwäbisch Gmünd melden sich Menschen, die Corona-Symptome aufweisen, bei ihrem Hausarzt. Wenn dieser einen Test für ratsam hält, gibt er dem Patienten einen entsprechenden Code. Es sollen wirklich nur jene zur Teststation kommen, die angemeldet sind, ruft der DRK-Präsident auf. „Die Polizei und das DRK werden Einlasskontrollen machen.“ Das Landratsamt hatte die ProChecked GmbH aus Abtsgmünd beauftragt, die Testzentren in Aalen und in Gmünd aufzustellen. Freitagfrüh um 0.30 Uhr hat bei ProChecked-Geschäftsführer Christian Mathéus das erste Mal in dieser Sache das Telefon geklingelt. Bis 17 Uhr standen am Freitag sechs Container und die weitere Logistik für das Testzentrum in Aalen. „Das war ein logistischer Kraftakt“, sagt Christian Mathéus.

In Gmünd hatte sein Team etwas mehr Zeit für den Aufbau der Abstrichstation. Einer der drei Container ist für die Proben vorgesehen, einer für den Papierkram, einer als Lager und Aufenthaltsraum, erklärt Christian Mathéus. Davor bauten seine Mitarbeiter ein Dach auf, damit die Proben auch bei Regen rein bleiben. Für die Wartenden sind Fahrspuren in Schlangenlinien abgegrenzt. Eine Spur zur direkten Durchfahrt ist für jene eingerichtet, die sich nicht angemeldet und vom Hausarzt keinen Code für den Test erhalten haben. Denn sie sollen auf direktem Weg wieder heimfahren.

Betroffene müssen bei ihrem Hausarzt anrufen

Wer Corona-Symptome wie Husten, Fieber, Halsschmerzen und Atembeschwerden aufweist, soll sich telefonisch an seinen Hausarzt wenden – und auf keinen Fall direkt in die Hausarztpraxis, die ärztliche Bereitschaftspraxis oder die Notaufnahme gehen, ruft Dr. Alexander Stütz als Kreisnotfalldienstbeauftragter für den Raum Schwäbisch Gmünd auf. Der Hausarzt wird gemäß den aktuellen Leitlinien des Robert-Koch-Instituts prüfen, ob bei dem Patienten ein Abstrich gemacht wird oder nicht. Falls ja, erhält der Patient einen auf ihn individualisierten Code, der nur einmal und nur persönlich verwendbar ist und nicht verloren werden sollte. Die Zufahrt zur Abstrichstation ist ausschließlich mit diesem Code möglich.

Die Notfallnummer 11 61 17, die außerhalb der Öffnungszeiten des Hausarztes zur Verfügung steht, muss derzeit ohne Vorwahl vom Festnetz aus gewählt werden, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg mit. Anrufe vom Mobiltelefon werden über ein bundesweites Callcenter geleitet, das aktuell überlastet sei.

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