Schwaikheim 24 Millionen Euro werden in neue Ortsmitte investiert

Freudige Übergabe der Unterlagen vor Ort, auf der noch grünen Wiese: Raphael Althaus von der Baugenossenschaft Backnang, Bürgermeister Gerhard Häuser, Heinz Kaldi, Roland Irschik, beide von der Baugeno, Bernhard Waldmann von der Firma Geiger, Dirk Braune von der Kreisbaugesellschaft Waiblingen und Landrat Dr. Richard Sigel (v. l.) Foto: Speiser / ZVW

Schwaikheim. Mehr als bislang genannt, nämlich rund 24 Millionen Euro, werden in die „Neue Ortsmitte“ investiert, und der geplante Lebensmittelmarkt wird mehr Verkaufsfläche als die zuletzt genannten 1200 Quadratmeter haben. Diese beiden Neuigkeiten gab es bei der offiziellen Übergabe des Baugesuchs sozusagen inklusive.

Den höheren Invest erklärte Geschäftsführer Dirk Braune von der Kreisbaugesellschaft Waiblingen mit Sonderkosten und den sechs Jahren Projektentwicklung, der Entwicklung der Baupreise in dieser Zeit. Dass der Markt größer wird als bislang geplant, liege daran, dass der voraussichtliche Betreiber, die Edeka-Kette, das gesamte Erdgeschoss übernehmen will, also nicht, wie bislang vorgesehen, dort auch Dienstleister sich ansiedeln werden.

Braune rechnet mit Bauzeit von 18 bis 20 Monaten

Vor einer Woche waren die Verträge für das Vorhaben unterschrieben worden, von Vertretern der Investorengemeinschaft und Bürgermeister Gerhard Häuser. Nun wird das Baugesuch von der Baurechtsbehörde geprüft und anschließend vom Gemeinderat beraten. Die vorbereitenden Arbeiten sollen im Frühjahr erfolgen, Braune rechnet mit dem Baubeginn im September und einer Bauzeit von 18 bis 20 Monaten. Die ersten Planungen reichen viele Jahre zurück, der Grunderwerb, im zweiten Anlauf von der Gemeinde bewältigt, für die beiden zusammen knapp 8000 Quadratmeter großen Flächen wurde 2011 abgeschlossen. 4500 Quadratmeter davon hat die Bietergemeinschaft erworben.

Zeitaufwendige Ausschreibung und Einsprüche von Nachbarn

Allerdings hatte sich auch die Ausschreibung beziehungsweise Vergabe hingezogen. Erst 2015 erfolgte diese an die Bietergemeinschaft aus Kreisbaugesellschaft, Baugenossenschaft Backnang und der Firma Wilhelm Geiger aus Sonthofen. Auch das Bebauungsplanverfahren war schwierig, nach Einsprüchen von Nachbarn wurden die Pläne geändert, die Bebauung von diesen etwas abgerückt.

Stärkung des örtlichen Einzelhandels erwartet

Häuser sprach bei der Übergabe des Baugesuchs denn auch von einem langersehnten und „fast historischen“ Tag für Schwaikheim. Die Gemeinde erwarte durch das Projekt eine Stärkung des örtlichen Einzelhandels, der Markt werde ein Frequenzbringer sein, die Nahversorgung stärken. Mit dem ebenfalls auf dem Areal geplanten Café, der Bäckerei und einem kleinen Platz davor werde sich außerdem die Aufenthaltsqualität in dieser zentralen Lage in Schwaikheim verbessern und die Ortsmitte städtebaulich aufgewertet.

Derzeit größtes Projekt der Kreisbaugesellschaft

Braune betonte, die Kreisbaugesellschaft unterstütze seit langem die Innenentwicklung von Kommunen. Er verwies auf Korb und Schorndorf. Schwaikheim reihe sich nun ein. Das Projekt dort sei derzeit das größte der Kreisbaugesellschaft.

Sigel: „Eine neue Ortsmitte prägt eine Gemeinde auf Jahrzehnte hinaus"

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Investorengemeinschaft und der Gemeinde wird Landrat Dr. Richard Sigel zitiert: „Eine neue Ortsmitte prägt eine Gemeinde auf Jahrzehnte hinaus und dient als Visitenkarte, für die Schwaikheimer, aber auch für Besucher.“ Sigel lobte natürlich das Engagement der Kreisbaugesellschaft insbesondere, mit deren Unterstützung moderne Wohnungen mitten im Ort entstünden. Schließlich sei der Wohnraum im Rems-Murr-Kreis knapp.


Bis zu 40 Eigentumswohnungen

Geplant sind auch bis zu 40 Eigentumswohnungen auf dem Areal, mit Wohnflächen von 60 bis 150 Quadratmetern, wobei die Zahl von der der Dienstleistungsbetriebe abhängt, die sich auch ansiedeln sollen.

Der Verkauf der Wohnungen beginnt nun. Dirk Braune von der Kreisbaugesellschaft berichtete dazu, dass die Nachfrage bereits sehr rege sei. Er geht davon aus, dass alle Wohnungen noch vor Baubeginn veräußert werden können.

Mit Edeka als Betreiber des Lebensmittelmarktes liege man in den letzten Zügen bei den Verhandlungen. Vor dem Kauf des Grundstücks, der vergangene Woche erfolgte, hätten diese naturgemäß nicht zum Abschluss gebracht werden können.

Die Gemeinde hat an der Bahnhofstraße jenseits und diesseits der Bismarckstraße eine Fläche von insgesamt 7800 Quadratmetern erworben. Sie musste dafür mit 35 Grundstückseigentümern verhandeln. Rund 4500 Quadratmeter der etwa 5800 Quadratmeter auf der nördlichen Seite der Bahnhofstraße wurden an die Bietergemeinschaft verkauft.

Die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung umfasste etwa 300 Seiten, das Verfahren dauerte von 2012 bis 2015.

Eingegangene Stellungnahmen und Anregungen seien berücksichtigt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Ziel sei „eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“ gewesen. 

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