Schwaikheim Baugesuch für das Projekt "Neue Ortsmitte" genehmigt

Die Planung sieht auch einen kleinen Platz zum Kreisverkehr hin vor. Foto: Büro K+H Architekten/Stadtplaner Stuttgart

Schwaikheim. Der Gemeinderat hat dem Bauantrag für das Projekt „Neue Ortsmitte“ einstimmig zugestimmt. Kernstück des 24-Millionen-Euro-Vorhabens sind ein Vollsortimenter-Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss mit einer Tiefgarage. In sechs auf ihm aufgesetzten Gebäuden sind in den Obergeschossen Räume für Wohnungen und Gewerbe vorgesehen. Im siebten Gebäude, auf der Westseite an der Bahnhofstraße, ist im Erdgeschoss eine Bäckerei mit Café und Außenbewirtschaftung geplant.

Die Pläne für das Vorhaben mit vielen Jahren Vorlauf, unter anderem einer europaweiten Investorenausschreibung, wurden zuletzt nach Einsprüchen von Nachbarn geändert. Ein Bauantrag war zuvor Ende Mai bei der Gemeinde und beim Baurechtsamt des Gemeindeverwaltungsverbands Winnenden eingegangen. Die Änderungen seither haben zu einem erneuten Bauantrag und auch zu Änderungen des Bebauungsplans für das zentrale Areal an der Ecke Bahnhof-/Bismarckstraße geführt. Zuletzt wurde auch noch eine vertiefte Untersuchung des schwierigen Baugrunds in Auftrag gegeben, deren Kosten sich die Gemeinde und die Investoren teilen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, in dem es um die Zustimmung zum Bauantrag ging, sprach Bürgermeister Gerhard Häuser von einem „weiteren Meilenstein“. Man sei nun auf der „Zielgerade“. Häuser verwies darauf, dass aufgrund der Nachbareinwendungen geplant ist, die Andienung des Lebensmittelmarktes durch Lkw komplett einzuhausen, um den Lärmschutz weiter zu verbessern, obwohl die gesetzlichen Grenzwerte auch ohne diese Einhausung eingehalten würden. Auch zum ebenfalls geplanten Abrücken der Zufahrt um 2,5 Meter von der östlichen Grundstücksgrenze seien die Bauherren rechtlich nicht verpflichtet, betonte der Bürgermeister.

Planungsphase endlich abgeschlossen

Häuser verwies auch darauf, dass der geänderte Bebauungsplan vom Gemeinderat einstimmig beschlossen worden war. Die weitergehende Baugrunderkundung sei für beide Seiten, also auch die Gemeinde, wichtig. Ein Hinweis, um implizit der Kritik an der Kostenbeteiligung der Gemeinde den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es sei klar, dass es während der Bauzeit Beeinträchtigungen geben werde. Das vermeintliche Parkplatzproblem in dieser Zeit sei durch den neuen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite mit 29 Stellplätzen, also drei mehr als auf dem wegefallenden Schleckerparkplatz, gelöst.

Für einen der Investoren, die Kreisbaugesellschaft, zeigte sich Geschäftsführer Dirk Braune froh darüber, dass die lange Konzeptions- und Planungsphase, „die nicht immer einfach war“, endlich ihren Abschluss finde. Bis zum Schluss habe es an der einen oder anderen Stelle „noch gerumpelt und geklemmt. Ganz am Ende mussten wir uns noch mit Torf beschäftigen.“ Die zuletzt erfolgten Planänderungen seien aber im Sinne einer hohen Akzeptanz bei der Bevölkerung erfolgt. Mit dem Abrücken von der östlichen Grundstücksgrenze werde es aber natürlich auf der verbleibenden Grundstücksfläche und damit auch im Innern des Baus enger, knapper.

Lebensmittelmarkt wird 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche haben

Eine wesentliche Folge ist, dass im Erdgeschoss die geplanten Räume für Dienstleister entfallen, weil der Lebensmittelmarkt den ganzen Platz dort beansprucht. Er wird eine Fläche von 1430 Quadratmeter haben, davon sind 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Bäckerei mit Café hat eine Fläche von 260 Quadratmetern, davon sind 210 für den Gastraum vorgesehen. Er gehe davon aus, dass das Projekt eine Initialzündung für die weitere Entwicklung des Gewerbes in der Schwaikheimer Ortsmitte sein werde, so Braune weiter.

Eine weitere wesentliche Änderung ist, dass zumindest vorerst in den Obergeschossen ausschließlich Wohnungen vorgesehen sind, wobei laut Investoren eine Umplanung auf Gewerberäume jederzeit möglich sei. Für die Wohnungen gebe es bereits eine sehr rege Nachfrage, so Braune.
 


Start im September

Die Vermarktung der Wohnungen soll nun unmittelbar starten, zusammen mit der Werkplanung, gefolgt vom Erstellen der Leistungsverzeichnisse, den Plänen für die Gewerke, den entsprechenden Ausschreibungen und Vergaben.

Der Baubeginn ist, allerdings abhängig davon, wann die Baugenehmigung erfolgt, nun für September vorgesehen, die vorbereitenden Arbeiten sollen in den Sommerferien erfolgen. Rund 22 Monate Bauzeit sind veranschlagt.

Braune und der Geschäftsführer des weiteren Investors (der Firma Geiger), Bernhard Waldmann, räumten ein, dass es zu, allerdings unvermeidlichen, Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten kommen wird, nicht zuletzt durch die gleich anfangs erforderlichen Erdarbeiten. „Das wird ein sehr großes Loch geben, so groß wie das Grundstück selbst, aber es ist ja das Jahrhundertprojekt für Schwaikheim“, so Braune. 1500 Kubikmeter Erdmasse seien zu bewegen, so Waldmann. „Uns ist durchaus bewusst, dass wir im innerstädtischen Raum bauen, aber wir tun das ja nicht zum ersten Mal.“ Den Investoren sei selbst an einem reibungslosen Ablauf gelegen, „wir werden also nicht bewusst ein Chaos herbeiführen“, versicherte er, „wir können mit unseren Baufahrzeugen ja selbst keinen Stau brauchen.“

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