Schwaikheim Das ändert sich beim Paula-Korell-Kinderhaus

Symbolbild. Foto: Pixabay / Design_Miss_C (CCO Public Domain)

Schwaikheim. Das Paula-Korell-Kinderhaus an der Rosenstraße, gegenüber der Gemeindehalle, bekommt einen Anbau. Die geplante Erweiterung erfolgt also nicht dadurch, dass, wie zunächst vorgesehen, das bestehende Gebäude aufgestockt wird. Der Anbau, so reizvoll der Vorentwurf auch ist, geht natürlich auf Kosten der Außenfläche.

Bislang sind in der Betreuungseinrichtung drei Kindergartengruppen untergebracht. Mit der Erweiterung kommen eine vierte Gruppe und zwei Krippengruppen (unter Dreijährige) hinzu. Die neue Kindergartengruppe kommt in den bisherigen Schlaf- und Bewegungsraum. Dieser wird nach nebenan, in den Erweiterungsbau, verlagert. In diesen kommen die beiden Gruppenräume für die Krippenkinder, die jeweils auch einen Schlaf- und Sanitärraum erhalten. Dies alles, plus Küche für die Essensaufbereitung (Cook & Chill), wird sich im Erdgeschoss befinden. Gegessen wird in den Gruppenräumen. Der Erweiterungsbau wird zweistockig. Im Obergeschoss wird es Räume für die Eltern und die Erzieherinnen (für die Pausen, Sanitär, Besprechungen) sowie das Material geben.

Betonmauerwerk, im Erdgeschoss Putzfassade, oben Holzverkleidung

Das Kinderhaus wird also nicht einfach nur erweitert, von diesen zusätzlichen Funktionsräumen profitiert die ganze Einrichtung. Es erhält außerdem einen zweiten Eingang, für den Krippenbereich. Der Erweiterungsbau kommt vor den Bestandsbau, in den nordöstlichen Teil des Grundstücks. Geplant wird die Erweiterung vom einheimischen Architekturbüro Schatz+Collin. Dieses sieht, wie Harald Collin bei der Vorstellung der Pläne im Gemeinderat erläuterte, für den Erweiterungsbau eine Massivbauweise, sprich Betonmauerwerk vor. Im Erdgeschoss soll es eine Putzfassade bekommen, im Obergeschoss eine Holzverkleidung.

Im Gemeinderat gab es, nachdem Bürgermeister Gerhard Häuser die Planung als „städtebaulich sehr gelungen“ bezeichnet hatte, Nachfragen zu den Kosten. Dr. Wolfgang Rauscher und Wolfgang Kölz, beide CDU-FB, kommen die geschätzten Baukosten von rund 2,5 Millionen Euro angesichts von rund 500 Quadratmeter (neuer) Nutzfläche hoch vor.

Planer Collin: Bislang gibt es nur einen Kostenrahmen

Bislang gebe es nur einen Kostenrahmen, ermittelt aus Vergleichsobjekten, so Collin dazu. Er verwies außerdem auf den hohen Anteil, den die geplanten Außenanlagen ausmachen, und auf jährliche Kostensteigerungen, die seit einigen Jahren auf dem Bau bei rund fünf Prozent lägen. Hinzu komme, dass bei öffentlichen Ausschreibungen Preisvorhersagen schwer seien, deshalb sei in der Kostenschätzung ein Risikoaufschlag enthalten. „Die Kosten sind also bislang nicht detailliert aufgeschlüsselt.“

Alexander Bauer, SPD, hakte nach, warum es nicht zur ursprünglich geplanten Aufstockung kommt. Das Bestandsgebäude, eine Stahlbetonfertigteilkonstruktion, ein standardisierter Typenbau, errichtet Mitte der 70er Jahre, zeitgleich mit der Gemeindehalle und vom gleichen Generalunternehmer, sei damals „etwas dünn“, sprich „sparsam“ ausgeführt worden, erläuterte Ortsbaumeister Rolf Huber. Das gelte sowohl für die Wand- und Deckenstärken als auch die Stahlbewehrungen. Der Statiker habe im Zug der Tragwerkprüfung für die Aufstockung ermittelt, dass die Deckenkonstruktion deshalb nicht mehr als bisher belastet werden dürfe, also auf gar keinen Fall ein weiteres Geschoss aufnehmen könne, ja nicht einmal eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach.

Der Gemeinderat hat dem Vorentwurf schließlich einstimmig zugestimmt.


24 Quadratmeter Freifläche je Kind

Das ausgesprochen schöne Grundstück des Paula-Korell-Kinderhauses ist knapp 4000 Quadratmeter groß. Mit dem Erweiterungsbau verbleiben noch rund 2400 Quadratmeter Freifläche. Als Mindestgröße sind vier Quadratmeter pro Kind gefordert. Angesichts von maximal 100 Kindern, die nach der Erweiterung im Kinderhaus betreut werden können, sind es also 24 Quadratmeter Freifläche je Kind.

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