21. Schwaikheimer Fleckenfest Großer Andrang am Abend

Schwaikheim. Der Abend hatte gerade erst angefangen, da gab es zwischen Aispach- und Schulstraße fast schon kein Durchkommen mehr. Die Sitzplätze beim Fleckenfest waren rar und begehrt, vor den Verkaufstheken bildeten sich lange Schlangen. Es hatte den Anschein, als wären die Schwaikheimer den ganzen Tag über in den Startlöchern verharrt und hätten nur darauf gewartet, dass das 21. Fleckenfest startet.

Als „Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaftsgefühl“ hatte zuvor Bürgermeister Gerhard Häuser beim offiziellen Auftakt die 21. Ausgabe der Veranstaltung bezeichnet, dabei allen dankend, die ihren Teil zu den Vorbereitungen, der Organisation und dem Festbetrieb beitragen. Als Häuser auf der Bühne des Musikvereins symbolisch das erste Fass mit vier Schlägen anstach, war der Festbetrieb schon in vollem Ganz.

Keine Anstregungen gescheut

Der besondere Reiz des alle zwei Jahre stattfindenden Fleckenfests, so Häuser, liege darin, dass die örtlichen Vereine, Kirchen und Organisationen das Fest gemeinsam mit der Gemeinde organisieren und veranstalten. Die vielen Helfer hätten keine Anstrengung gescheut, um den Besuchern angenehme Stunden zu bescheren. Ohne deren ehrenamtliches Engagement sei das Fest nicht möglich. Seit jeher seien gewerbliche Stände nicht zugelassen, so dass es sich um „ein Fest des Ehrenamts“ handle. „Das Fleckenfest ist ein Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaftsgefühl in unserer Gemeinde, auf das wir stolz sind“, so der Schultes.

„Das ist noch gar nichts“, kommentierte derweil Polat Nadim den Betrieb am Stand des türkischen Vereins Ditib in der Schulstraße. „Das müssen Sie sich um zehn, elf Uhr anschauen, wenn die Betrunkenen Hunger bekommen und zu den türkischen Spezialitäten drängen. Wein und Bier machen nämlich Appetit.“ Er selbst gehört zu den Stammgästen des Fleckenfestes, lebt zwar mittlerweile in Stuttgart, ist aber in Schwaikheim aufgewachsen. Zum Fleckenfest strömten alle zusammen, die irgendwann einmal hier gelebt hätten, bevor es sie in die Welt hinaus verstreute. Es gebe keine bessere Gelegenheit, um sich wiederzusehen, erzählt Nadim.

Cocktailschlürfer in der Ina-Bar

Eine Etage höher, im Hof der Eichendorffschule, lief zu diesem Zeitpunkt der Festbetrieb erst an. Die Bühne war noch verwaist, aus den Lautsprecherboxen wummerten Bassakkorde, die gefühlt Fensterscheiben klirren und Herzschrittmacher flimmern ließen. Von den Sitzbänken waren diejenigen noch frei, die auf abschüssigem Grund oder nicht wetterfest unter Pavillondächern standen. Sie wurden von fröhlich tobenden Kindern als Spielgeräte entdeckt. In der schummrig heimeligen Bar, die der Verein Ina in der Scheune nebenan eingerichtet hatte, drehte sich gemächlich eine Discokugel und reflektierte die Kaskaden der Lichtorgel über den wenigen Besuchern, die genüsslich ihre Cocktails schlürften und dabei eifrig diskutierten.

Gorroner Platz fest in der Hand des TSV, seiner Fans und Freunde

Der Gorroner Platz war fest in der Hand des TSV, seiner Mitglieder und Freunde. Von der Bühne herunter ließen Perry, Gail und Koch - drei gestandene Männer, zwei Gitarren und ein Schlagzeug - es ordentlich krachen. Bluesrock vom Feinsten wurde serviert, und ihr fettes „Lazy Sunday Aternoon“ war wohl eher eine Hommage an die „Small Faces“ und das Jahr 1968 als eine Vorhersage darüber, was da das Wochenende über noch alles über Schwaikheim und seine Bewohner hereinbrechen könnte.

@ Weitere Bilder auf zvw.de

Auftritt des Musikvereins.

Kaum noch ein Durchkommen. Fotos: Beytekin


Mitten in Schwaikheim darf bis Montagabend (15.07.) gefeiert werden. Am Samstagabend (13.07.) hat Bürgermeister Häuser mit vier Schlägen den Fassanstich gemeistert.
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