Schwaikheim Frauen belästigt und Polizist angegriffen

Das Amtsgericht in Waiblingen. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen/Schwaikheim. Ein 27-Jähriger, dem vorgeworfen wird im August 2017 zwei Frauen sexuell belästigt zu haben, hat sich vor dem Amtsgericht in Waiblingen verantwortet. Bevor ein Urteil gesprochen werden konnte, wurde die Verhandlung allerdings vertagt.

Der Mann soll gemeinsam mit den beiden jungen Frauen Alkohol getrunken haben. Auf dem Weg zum Schwaikheimer Bahnhof soll er eine der beiden umarmt und ihr dabei mehrfach an die Brüste und zwischen die Beine gefasst haben.

Da er immer aggressiver auftrat, bekamen die Frauen Angst. Sie riefen die Polizei. Daraufhin warf der Mann laut Anklageschrift eine Getränkedose auf die Frauen und traf eine der beiden an der Schulter. Zudem soll er eine Frau gewürgt, sie zu Boden gezerrt und mehrfach geschlagen haben.

Amphetamine, Ecstasy und LSD

Als die Polizei eintraf, beruhigte er sich nicht. Im Gegenteil. Er soll die Beamten bespuckt und beleidigt haben. Zudem soll er einen Beamten so getreten und am Kopf erwischt haben, dass dieser zehn Tage nicht mehr arbeiten konnte. Der Angeklagte sitzt in Stuttgart inzwischen in der Justizvollzugsanstalt, da er mehrfach gegen seine Meldeauflagen verstieß. Dass er ein massives Alkohol- und Drogenproblem hat, verheimlichte der 27-Jährige vor Richter Dautel nicht. Er bestätigte, dass er regelmäßig Marihuana konsumiere. Außerdem nehme er auch Amphetamine, Ecstasy und LSD zu sich.

„Manchmal war ich vier bis fünf Tage am Stück wach. Wenn ich kein Geld für Drogen habe, trinke ich Alkohol.“ Außerdem konsumiere er hin und wieder „Spice“, eine Kräutermischung, die als Ersatzdroge für Marihuana gilt. „Wenn ich aus der JVA rauskommen würde, dann würde ich auch direkt wieder Drogen konsumieren“, erklärte der Angeklagte offen.

Daraufhin schaltete sich sein Anwalt ein. „Was mein Mandant sagen will, ist, dass er ohne Hilfe nicht von den Drogen loskommt.“

Zeugen müssen drittes Mal kommen

Um herauszufinden, ob eine Therapie bei dem 27-Jährigen überhaupt Sinn macht, soll er von einem Gutachter untersucht werden.

Bis es so weit ist, wird die Verhandlung ausgesetzt. Nachdem der Angeklagte zu einer ersten Verhandlung nicht erschienen war, müssen die Zeugen nun ein drittes Mal zum Amtsgericht kommen.

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