Schwaikheim Grüne fordern Aufschub für weitere Baugebiete

Symbolbild bauen Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Schwaikheim.
Die Grünen möchten ein Moratorium, einen Aufschub, für weitere Baugebiete in Schwaikheim. Sie begründen dies unter anderem mit derzeit nicht ausreichenden Kinderbetreuungsplätzen und fehlenden Klassenräumen in der Schule.

Anlass für den entsprechenden Antrag der Grünen ist, dass nach dem Gebiet Heiße Klinge entlang der S-Bahn-Strecke Richtung Waiblingen, das derzeit erschlossen wird, nach dessen Bebauung als Nächstes das knapp drei Hektar große Gebiet Leimtelle an der Reihe sein soll. Es ist eine der Flächen, die der Flächennutzungsplan (FNP) aus dem Jahre 2006 noch vorsieht, im Anschluss an die Leintel- und die Schönbühlstraße, zusammen mit den Gebieten Steige und Kreuzäcker, die jenseits der Kelterstraße Richtung Remseck liegen.

Ihren Antrag begründen die Grünen auch damit, dass der FNP eben „total veraltet“ sei, von ökologischen, sozialen und mobilen Anforderungen „des letzten Jahrhunderts“ ausgehe. Es müssten neue Kriterien für „zukunftsfähiges Bauen“ entwickelt werden. Das Moratorium solle dazu dienen, den FNP zu überarbeiten, neue Gebiete mit dem neuesten Energiestandard zu planen und die Infrastruktur (bei den Kindergärten und der Schule) „schnellstens den Bedürfnissen anzupassen und nicht erst ab 2023 und den folgenden Jahren“, so der Antrag weiter.

Jaworski: Weit weg vom Bahnhof und damit falscher Standort

Man habe sich diesen nicht leicht gemacht, so Fraktionssprecher Karl-Heinz Jaworski in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Es fehlten ja nicht nur Wohnungen, sondern bald auch Kindergartenplätze in Schwaikheim, und das seit langem angekündigte Verkehrskonzept lasse auf sich warten. Die Entwicklung von Orten gehe heute von den Bahnhöfen, von der Anbindung an den ÖPNV, aus. Leimtelle liege aber am anderen Ende von Schwaikheim und die öffentlichen Einrichtungen seien ebenfalls weit weg. Jaworski verwies auch auf Leutenbach, auch dort gebe es ja ein Moratorium bei den Baugebieten, weil die Kindergärten und die Gemeinschaftsschule voll belegt seien.

Bürgermeister Gerhard Häuser widersprach, auf den Tenor der Klausurtagung des Gemeinderats im vergangenen Jahr (also vor der Wahl im Mai dieses Jahres) verweisend, dass die Gemeinde in die Planung des Gebiets einsteigen solle. Dafür seien Mittel im Haushaltsplan vorgesehen. Das Thema Wohnungsnot sei auch in Schwaikheim aktuell. Die Resonanz auf die Ausschreibung der Gemeindegrundstücke im Gebiet Heiße Klinge habe den Bedarf gezeigt. Nach diesem Gebiet umgehend mit der Schaffung weiteren Wohnraums weiterzumachen, sei eines der drängendsten Probleme, das zeigten auch die Abfragen bei Bürgern, so Häuser weiter.

SPD: Geschosswohnungsbau, keine Einfamilien- und Doppelhäuser

Das Wohnraum-Argument gelte nicht „endlos“, denn sonst würde es dazu führen, „alles komplett zuzubauen“, hielt Dorothee Boegler, Grüne, dagegen. Edgar Schwarz verwies auf zusätzlichen Verkehr durch neue Baugebiete. Die Begründung für den Antrag der Grünen sei zwar durchaus nachvollziehbar, so SPD-Sprecher Alexander Bauer. Seine Fraktion sei aber dafür, zumindest das Gebiet Leimtelle „noch durchzuziehen“, aber danach nicht mit dem Gebiet Steige weiterzumachen. Nötig seien in Leimtelle aus Sicht der SPD keine Einfamilien- oder Doppelhäuser, sondern Geschosswohnungsbau. Um das zu gewährleisten, müsse die Gemeinde die Grundstücke dort aufkaufen, das Gebiet selbst entwickeln und so die Bebauung in diese Richtung lenken. „Da sind unsere Bedingungen, um Leimtelle zuzustimmen. Wenn die nicht erfüllt werden, stimmen wir dem Moratorium jetzt gleich zu“, so Bauer.

Lisa Mücke, CDU-FB, betonte, Schwaikheim liege mit dem Bahnhof- und der S-Bahn an einer Entwicklungsachse, dürfe also mehr Baugebiet als für den Eigenbedarf ausweisen und solle dies als Chance sehen. Das Leimtelle sei, städtebaulich gesehen, eine Abrundung, so Fraktionssprecherin Brigitte Röger. Wo denn ein weiteres Baugebiet nahe dem Bahnhof möglich sein solle, so ihre Frage an die Adresse der Grünen. Auch sie verwies auf die Nachfrage nach Wohnraum.

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