Schwaikheim Kritik am Verkauf der Neuen Ortsmitte

Das Areal der „Neuen Ortsmitte“ ist komplett an einen Investor verkauft worden. Foto: ZVW/Uwe Speiser

Schwaikheim. „Ich bin von der Vorgehensweise der Kreisbaugruppe enttäuscht“, sagt Kurt Schief. Der Vorsitzende des Bunds der Selbstständigen (BdS) in Schwaikheim erinnert an die feierliche Grundsteinlegung für das Bauprojekt der neuen Ortsmitte, an die Versprechen vorher und damals, die Aufbruchstimmung, die von dem Millionen-Vorhaben ausgehen sollte für ganz Schwaikheim.

Der überraschende Verkauf von 46 Wohnungen und Gewerbeflächen, die derzeit auf dem Areal zwischen Bahnhof- und Bismarckstraße entstehen, an einen bislang nicht genannten Investor hat Schief – und nicht nur ihm im BdS – zwar die Stimmung verhagelt, aber nicht die Sprache verschlagen. Im von ihm nachgesuchten Pressegespräch zur neuen Entwicklung kritisiert er die Kreisbaugruppe stellvertretend für die Bauherrengemeinschaft. „Was geht denn da für ein Signal von ihr aus? Es muss doch der Eindruck entstehen, als interessiere alles, was vorher gesagt wurde, die nicht mehr.“

Der BdS betreibe keine Politik und es sei deren Sache, mit wem sie verhandle, aber aus dem Vorgehen der Kreisbau, der Art und Weise, wie sie damit an die Öffentlichkeit gegangen ist, entstünden doch Fragen über Fragen. Eine, wenn nicht die zentrale, Frage sei die, ob die geplanten öffentlichen 20 Stellplätze in der Tiefgarage unter dem künftigen Lebensmittelmarkt wirklich noch sicher seien. „Ohne Parken kein Einkauf, so einfach ist das“, so Schief mit Blick auf die benachbarten Geschäfte an der Bahnhofstraße, die versprochene Attraktivitätssteigerung des Standorts auch für sie durch das Projekt.

„Ohne Parken kein Einkauf, so einfach ist das“

Ja, er zweifle an der Versicherung des Bürgermeisters, dass sich daran nichts ändere, so Schief ausdrücklich auf Nachfrage. Ihn erinnere das an das legendäre Versprechen von Norbert Blüm, die Rente sei sicher. Es wäre ja nur ein weiteres Versprechen, das gebrochen werde. „Wenn diese 20 Stellplätze wegfallen, was bleibt denn dann noch, auch für den Edeka-Markt?“ Am dann entstehenden Parkdruck änderten auch die geplanten oberirdischen Stellplätze nichts, so Schief weiter, darauf verweisend, dass die Gemeinde je Wohnung nur einen Stellplatz verlangt. „Aber mit den Stellplätzen steht und fällt doch das ganze Projekt.“ Er habe die Befürchtung, dass durch diesen „Paukenschlag“ andere Investoren, die sich bislang für Schwaikheim interessiert haben, abgeschreckt werden: „Bei denen muss doch der Eindruck entstehen, dass man sich dort auf nichts mehr verlassen kann.“ Schief kennt Selbstständige, die auf dem Areal kaufen wollten, entweder, um sich dort anzusiedeln, oder als Alterssicherung. Natürlich seien die jetzt enttäuscht und natürlich überlegten die jetzt, sich woanders umzuschauen.

„Die Gemeinde muss jetzt die Hosen runterlassen“

Vertrauen sei verloren gegangen, das zurückgewonnen werden müsse. Er erwarte, dass die Gemeinde jetzt rückhaltlos die „Hosen runterlässt“, mit verlässlichen Aussagen, verbindlich aufzeigt, wie es jetzt weitergeht, so Schief weiter. Beteuerungen, es habe sich nichts Wesentliches geändert, nichts entscheidend Neues getan, bezweifle er. Dass selbst Kreisräte und der Bürgermeister nicht wissen, wer der neue Investor ist, sei unmöglich, unabhängig davon, dass es bei Verhandlungen immer Dinge geben könne, die die Öffentlichkeit nichts angehen und bei denen es auch dem BdS nicht zustehe, sie wissen zu wollen.

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