Schwaikheim Ludwigsburger Straße bleibt unechte Einbahnstraße

Keine Einfahrt mehr, das gilt auch künftig an dieser Stelle. Foto: ZVW/Gaby Schneider (Archiv)

Schwaikheim. Die Ludwigsburger Straße wird dauerhaft zu einer unechten Einbahnstraße. Dem entsprechenden Beschlussantrag der Verwaltung hat eine knappe Mehrheit des Gemeinderats zugestimmt. Seit einem Jahr galt diese Regelung provisorisch im Probebetrieb.

Diese Verkehrsführung dauerhaft zu machen, hat das Fachbüro BS Ingenieure empfohlen, als Ergebnis seiner Verkehrszählungen, Schlussfolgerung aus dem Vergleich der Zahlen vorher und seitdem der Probebetrieb läuft. Ziel ist eine Entlastung der Ludwigsburger Straße vom Durchgangsverkehr, sei es überörtlicher oder auch örtlicher, „hausgemachter“, der einen großen Anteil auf dieser Verkehrsachse ausmacht, die dafür weder von der Straßenbreite, geschweige denn von ihrem Zustand her ausgelegt ist. Flankiert wird die unechte Einbahnstraße von Halteverboten auf den Straßen, auf die der Verkehr, der bislang, aus Richtung Remseck kommend, überwiegend in die Ludwigsburger Straße abbog, weitergeleitet wird, also die Haupt- und die Schulstraße. In der sich anschließenden unteren Bahnhofstraße gilt seit dem Probebetrieb außerdem ein Tempo-30-Limit.

Ludwigsburger Straße wird insgesamt deutlich entlastet

Die Verkehrszählungen fanden mittels Videoaufzeichnung an den Knotenpunkten und Erhebung der Kennzeichen (wegen des Datenschutzes nur teilweise) von Hand statt, so dass auch zwischen Ziel- und Quellverkehr und Durchgangsverkehr unterschieden werden konnte. Gezählt wurde am Donnerstag, 6. Juni, von 15 bis 19 Uhr. Diese aktuellen Zahlen wurden mit denen aus Zählungen von 2016 verglichen.

Der Vergleich zeigt, dass die Ludwigsburger Straße tatsächlich insgesamt deutlich entlastet wird. Allerdings fahren mehr Autos als bislang in der weiterhin erlaubten Fahrtrichtung durch die Ludwigsburger Straße Richtung Hauptstraße. Und die Entlastung im östlichen Bereich, zum Kreisel in der Ortsmitte hin, fällt niedriger aus, weil dort Läden liegen, die weiterhin angefahren werden, vor allem über den Kreisverkehr.

Deutlich mehr Autos auf Haupt- , Schul- und unterer Bahnhofstraße

Eine deutliche Mehrbelastung, die dem Wenigerverkehr auf der Ludwigsburger Straße entspricht, gibt es auf der Hauptstraße, die aber ohnehin eine Durchgangsstraße sein soll und dafür auch ausgelegt ist. Der größte Teil dieser Autos fährt über die Schulstraße und die untere Bahnhofstraße weiter, wobei vor allem die Schulstraße keineswegs dafür ausgelegt ist. Allerdings fahren auch etwas weniger Autos als bisher über die Kreuzung am Rathaus, um dort nach links auf die Hauptstraße abzubiegen. Mehr Autofahrer als bisher nehmen in der Gegenrichtung vorher am Kreisverkehr die Route über die Ludwigsburger Straße, weil sie dort durch den fehlenden Gegenverkehr schneller als bislang zur Landesstraße Richtung Remseck vorankommen. Auch auf der Kelterstraße, Schleichweg in den Schwaikheimer Süden, gibt es mehr Verkehr als bislang, allerdings bei weitem nicht so viel mehr, wie Anwohner dort befürchtet, und nicht so viel, wie die Fachleute vorausgesagt hatten.

Auch auf der Bismarck- und der Weiler Straße mehr Verkehr

Die Schulstraße und die untere Bahnhofstraße bekommen aber auch mehr Verkehr ab als bislang, weil Autofahrer, die von der Weiler Straße und der Winnender Straße kommen, nun vor allem über sie fahren, um in die Ortsmitte zu kommen, und nicht mehr über die Hauptstraße, weil in der Ludwigsburger Straße mit der Einbahnstraßenregelung dieser Weg versperrt ist. Außerdem fahren vermehrt Autos, die Richtung Leutenbach wollen, wegen der dauernden Rückstaus an der Anschlussstelle Winnenden/West-Leutenbach bereits an der Schwaikheimer B-14-Ausfahrt ab und belasten somit Bismarck-, untere Bahnhof-, Schul- und Weiler Straße mehr als bisher.


Durchgangsverkehr auch in der Bachstraße

Anwohner der Bachstraße haben sich während des Probebetriebs über zunehmenden Verkehr dort beschwert. Auch dort wurden Kennzeichen erhoben, um festzustellen, ob es Ausweich- beziehungsweise Durchgangsverkehr zur Ludwigsburger Straße gibt.

Das Ergebnis: Es gibt Durchgangsverkehr, ebenso wie in der Garten- und in der Goethestraße, wobei dies in der Bachstraße sogar für fast jedes zweite Auto gilt. Ob der Verkehr aber wirklich zugenommen hat, darüber geben die aktuellen Zahlen allerdings keinen Aufschluss, weil 2016, vor dem Probebetrieb in der Ludwigsburger Straße, dort keine Daten erhoben worden waren.

Skeptisch zeigten sich in der Gemeinderatssitzung Fachleute des Ingenieurbüros, dieses angrenzende Straßendreieck durch die Ausweisung von verkehrsberuhigten Bereichen oder als „Anlieger“straßen zu entlasten. Sie sehen die Chancen für eine Genehmigung durch das Landratsamt als gering an, weil die Vorgaben für beides kaum erfüllt seien.

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