Schwaikheim Ludwigsburger Straße wird zur "unechten" Einbahnstraße

Schwaikheim. Die Ludwigsburger Straße wird zur unechten Einbahnstraße, vorerst provisorisch, bis zum Ende des Probebetriebs im Sommer nächsten Jahres. Ebenfalls gilt bis dahin ein Halteverbot in der Schulstraße und in der Hauptstraße zwischen den Einmündungen der Ludwigsburger Straße und der Ziegelstraße.

Unechte Einbahnstraße bedeutet, dass die Zufahrt in die Ludwigsburger Straße von der Hauptstraße, ob aus Richtung Ortsmitte kommend oder aus Richtung Remseck, nicht mehr erlaubt ist. Innerhalb der Ludwigsburger Straße ist der Verkehr wie bisher in beiden Richtungen zulässig. Nach wie vor kann vom Kreisverkehr in der Ortsmitte in die Ludwigsburger Straße eingefahren werden, ebenso aus der Ludwigsburger Straße auf die Hauptstraße herausgefahren werden.

Mit der Änderung soll vor allem der Durchgangsverkehr aus Richtung Remseck aus der Ludwigsburger Straße herausgehalten, auf die Hauptstraße umgelenkt werden. Sie gehört zum neuen Verkehrsentwicklungsplan, der von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Ludwigsburger Fachbüro BS Ingenieure entwickelt wird, nicht zuletzt im Hinblick auf den zusätzlich zu erwartenden Verkehr durch das geplante Neubaugebiet Heiße Klinge entlang der Bahnlinie. Die Änderung auf dieser wichtigen Achse ist ein vorgezogener Baustein in diesem Konzept, um zu sehen, ob und wie sich dadurch der Verkehr im und durch den Ort verändert, um daraus wieder Schlussfolgerungen für den Verkehrsentwicklungsplan zu ziehen.

In Bahnhof- und Schulstraße Tempo-30-Abschnitte

Nicht provisorisch, nicht auf den Probebetrieb begrenzt, sind zwei neue, vom Landratsamt genehmigte Tempo-30-Bereiche, zum einen auf der unteren Bahnhofstraße zwischen der Fußgängerfurt an der Schulstraße und dem Ortsmitte-Kreisverkehr, zum anderen auf der Bismarckstraße zwischen dem „Stonehenge“-Kreisel und der Einmündung der Kurzen Straße. Nicht genehmigt hat das Landratsamt bislang das von der Gemeinde ebenfalls beantragte Tempo 30 auf dem „Rest“ der Schulstraße, also zwischen der Fußgängerfurt und der Kreuzung mit der Hauptstraße beim Rathaus, obwohl dort die Eichendorffschule und das Pflegeheim Haus Elim sind.

Außerdem wird die Einmündung der Ludwigsburger Straße in die Hauptstraße, also die Stelle, wo das Einfahren künftig verboten ist, umgebaut, so gestaltet, dass sie auch baulich das Verbot klarmacht, einen Anreiz bietet zum Weiterfahren auf der Hauptstraße. „Damit soll verdeutlicht werden, dass es hier nicht mehr reingeht, und die Hauptstraße soll durch das Halteverbot fürs Durchfahren attraktiver werden“, so Verkehrsplaner Wolfgang Schröder in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Während des Probebetriebs wird es weitere Verkehrszählungen geben, um so eine zahlenbelegte Grundlage für eine endgültige Entscheidung zu bekommen.

Keine parkenden Autos mehr als Tempobremsen

Im Gemeinderat gab es zu den Änderungen, die ja aus ihm heraus gefordert worden waren, keinen Widerspruch. Dr. Wolfgang Rauscher, CDU-FB, mahnte allerdings, dass man angesichts der Halteverbote in dem betreffenden Abschnitt der Haupt- und in der Schulstraße, den Wegfall bislang dort parkender Autos damit als Tempobremsen, die künftige Geschwindigkeit der Fahrzeuge dort genau beobachten müsse. Möglicherweise werde man da, um gegenzusteuern, noch weitere Maßnahmen brauchen. Alexander Bauer, SPD, verwies auf Sorgen von Anwohnern der Kelterstraße. Diese befürchten, dass die Straße zur Ausweichstrecke werden könnte, und damit erheblichen zusätzlichen Verkehr. Auch Anwohner der Hauptstraße seien wegen des in ihrem Fall sicher zunehmenden Verkehrs besorgt.


Antrag: Tempo 30 für die gesamte Schulstraße

In der Aussprache wurde auch nachgehakt zum Tempo 30 für die gesamte Schulstraße. Die Gemeinde erhält ihren Antrag auch nach dem „Nein“ des Landratsamtes, wobei die schriftliche Begründung dazu noch nicht vorliegt, aufrecht.

Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hatte ein Urteil des Verwaltungsgerichts Sigmaringen kassiert, in dem es auch um Tempo 30 auf einer klassifizierten Durchgangsstraße gegangen war, und damit das Recht der betreffenden Kommune gestärkt, das Geschwindigkeitslimit anzuordnen. Auf dieses höchstrichterliche Urteil gründen sich nun auch Schwaikheimer Hoffnungen.

Verkehrsplaner Wolfgang Schröder, dazu befragt, verwies darauf, dass es in dem Fall um Tempo 30 als Folge, Konsequenz aus einem Lärmaktionsplan gegangen war, also um weitergehende Befugnisse der Kommune in dessen Rahmen. Ein solcher Lärmaktionsplan könne aber in Schwaikheim erst im Zuge des neuen Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet werden und erst dann eine Begründung für Tempo 30 auch für den „Rest“ der Schulstraße liefern.

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