Schwaikheim Schweres Gerät für die neue Ortsmitte

Die Baugrube wird viereinhalb Meter tief und sich über eine Grundfläche von 5200 Quadratmetern erstrecken. Foto: Palmizi / ZVW

Schwaikheim. Viereinhalb Meter tief und eine Grundfläche von 5200 Quadratmetern – rund 20 000 Kubikmeter Erdaushub fallen für die Baugrube des angelaufenen Projekts „Neue Ortsmitte“ an. Die Großbaustelle bedeutet 40 bis 60 Lkw-Fahrten pro Tag. Die Spannweite liegt laut Oberbauleiter Dietmar von Aue zum einen an der unterschiedlichen Entfernung der Stellen, wohin der Aushub gebracht wird, zum anderen an der unterschiedlichen Verkehrsdichte, die die Lkw auf ihren Routen antreffen.

Im August ging es los mit den vorbereitenden Maßnahmen, damit auf der Baustelle Strom und Wasser vorhanden sind, überhaupt die ganze Infrastruktur, die man auch fürs Bauen braucht, bereitgestellt ist. Es gab viele Besprechungen, Abstimmungen, etwa zum Baustellenverkehr.

Alles sei kooperativ, reibungslos verlaufen, alle Beteiligten hätten an einem Strang gezogen, betont Oberbauleiter Dietmar von Aue von der Firma Geiger. Das sei durchaus nicht selbstverständlich, er kenne das auch anders. Auch die zahlreichen erforderlichen Genehmigungen seien zügig gekommen.

Ende November sollen die Rohbauarbeiten beginnen

Anfang September wurde die Baustraße eingezogen für die Großbohrgeräte. Bohrpfähle wurden gesetzt, die Spundwände gebaut zur Sicherung der Baugrube. Diese müssen noch rückverankert werden, was wegen der Ausmaße der Baugrube erforderlich ist und damit die Lasten, die hereindrücken, aufgenommen werden können. Von Aue geht davon aus, dass Ende nächster Woche die Baugrube komplett hergestellt sein wird. Mit dem Ende der Tiefbauarbeiten rechnet er bis Ende November.

Anschließend können die Rohbauarbeiten beginnen. Der Oberbauleiter rechnet bei ihnen mit einer Dauer von etwa einem Jahr und wiederum ein Jahr darauf mit der Fertigstellung des Vorhabens und Eröffnung des Lebensmittelmarkts. Bisher habe man sehr viel Glück gehabt mit dem Wetter, „aber bei so einem großen Vorhaben kann uns das immer noch einholen.“

Oberbauleiter erwartet keine Probleme durchs Grundwasser

Auf die Nachfrage zum befürchtet schlechten Baugrund verweist von Aue auf acht Messstellen fürs Grundwasser, die es seit 2012 auf dem Gelände gab. Die letzten Messungen hätten ergeben, dass sie erst auf dem letzten Meter auf Grundwasser stoßen. Die Gefahr von dort halte sich also in Grenzen. Von Aue geht davon aus, dass das Grundwasser nicht in die Baugrube hereindrängen wird.

Auch für die Nachbarn seien da keine Beeinträchtigungen zu erwarten. „Wir haben extra einen wasserundurchlässigen Verbau machen müssen statt des normalerweise üblichen Trichters, der nicht erlaubt wurde.“ Von Aue und Arberije Duraku, Projektentwicklerin bei der Kreisbaugesellschaft, verweisen auf ein Gutachten und das Beweissicherungsverfahren, das die Belage der unmittelbar angrenzenden Nachbarn schützen soll, für den Fall, dass deren Häuser durch die Bauarbeiten beschädigt werden sollten.

Bei der Nachfrage nach Altlasten, die im Vorfeld ebenfalls zu befürchten waren, winkt von Aue ab. Es seien „so gut wie keine“ vorgefunden worden. Es sei beprobt und analysiert worden, mit entsprechenden Auflagen des Landratsamtes, jede Abfuhr des Aushubs werde dokumentiert.

Seine Firma hat derzeit eine große Baustelle in Backnang. Der wesentliche Anteil der ausgehobenen Erde wird dorthin gefahren und untergebracht. Es gibt zwei Zu- und Abfahrten, an der unteren Bahnhofstraße über die Holzgasse und an der Bismarckstraße, wobei es derzeit vor allem über diese läuft, später über die andere, sobald das UG, die Tiefgarage fertiggestellt ist. In diesem Bereich steht noch ein großes Bohrgerät.


Baustellenlärm bis 20 Uhr: "Nicht die Regel"

Zu Beginn ist abends bis 20 Uhr gearbeitet worden, mit schwerem Gerät, was weithin zu hören war. Das seien Bohrpfahlarbeiten gewesen, so von Aue dazu befragt. Er verweist darauf, dass die entsprechenden Betonierarbeiten eben noch am gleichen Tag erfolgen mussten. Zum anderen habe man das gute Wetter ausnutzen wollen. Es sei auch im Interesse der Nachbarn, ja aller, dass die Arbeiten kompakt erfolgen, nicht sich hinziehen, nicht unnötig lange dauern. Bis 20 Uhr zu arbeiten sei zwar erlaubt, aber es sei nicht die Regel bei ihnen und werde es auch nicht, versichert von Aue: „Wir arbeiten normalerweise bis 18 Uhr.“

Das, was man vor allem höre und was wohl vor allem störe, sei weniger das eigentliche Bohren als das Ausschütteln der Bohrschnecke: „Das scheppert und ist wirklich laut.“ Zumindest diese Lärmbelästigung werde jedoch nächste Woche beendet sein. Aber, kündigt von Aue an, dann werde anderes Gerät kommen, „das auch Spektakel macht. Aber wie heißt es ja: Wo gebaut wird, da ...“ Leider hätten sie es noch nicht drauf, so ein Projekt aus dem 3-D-Drucker herauslassen zu können, scherzt der Oberbauleiter.

Arberije Duraku verweist darauf, dass alle Nachbarn im Vorfeld angeschrieben wurden, um Verständnis für die Beeinträchtigungen werbend. Bislang habe es keine Beschwerden gegeben. Ihre Bitte und die von von Au: Wenn etwas anliegt, bitte sich sofort und direkt an sie wenden.

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