Schwaikheim Christbaumfest mit Christbaum-Weitwurf

, aktualisiert am 15.01.2018 - 07:11 Uhr

Schwaikheim. Nachmittags wurden die Wurfwilligen, abends dann deren Wurfgeschosse „angefeuert“: Tausende von Tannenbäumen flogen zuerst unter Applaus durch die kalte Luft, dann gingen sie knackend und knisternd in Flammen auf. Bis halb elf Uhr abends hatten es die Besucher kuschelig warm rund um die Glut.

Zu einem drei Meter hohen Berg gehäuft liegen sämtliche Christbäume Schwaikheims hinter einer Absperrung auf dem Festplatz vor der Fritz-Ulrich-Halle. „Ganz sicher ist unser Baum hier drunter“, meint das Ehepaar Griese. Sie sind vergangenes Jahr nach Schwaikheim gezogen und wollen Ort und Leute kennenlernen - „das können wir uns nicht entgehen lassen, das ist etwas Lustiges“, ist ihr Eindruck vom Wettbewerb der Feuerwehr.

Der Sieger gewinnt einen Weihnachtsbaum für 2018

Wer den stärksten Wurfarm hat und das Bäumchen am weitesten schleudern kann, braucht zu Weihnachten 2018 keinen Baum zu kaufen, er gewinnt ihn. Und bestimmt wird er bei der von der Jugendfeuerwehr veranstalteten beliebten Wurf-Parade kommendes Jahr selbst zum begehrten „Wurfgeschoss“: 268 Startkarten und damit „so viele wie noch nie“ gibt Franziska Wünsch heuer aus. Auch der Andrang beim Feuer kann sich sehen lassen. „Um die 1500 Besucher“, überschlägt Jugendwart Jan Mutschler nach dem finalen Anfeuern des Baumbergs beim Blick in die Menge.

Schon am Nachmittag sind die Werfenden nicht allein. Damit die Zuschauer auch kräftig „anfeuern“, facht Moderator Uwe Schmid über Mikrofon einige Male mit Erfolg die Stimmung an. In den ruhigen Phasen gibt er kurzerhand selbst den Motivator und animiert die Werfenden.

Auch die verunglückten Würfe tragen zur Unterhaltung bei

Jeder fliegende Baum landet nach kurvenreichen und hohen Bögen in der Nähe von aufgesprühten Markierungslinien. Mancher Wurf glückt, mancher verunglückt, sieht aber lustig aus.

Der sechsjährige Ben aus Hohenacker hält eine Tanne in den von Handschuhen eingepackten Händen. Sie ist mit ihren gerade mal drei dünnen Ästen ein Tännchen, das geradezu auf rührende Weise zur Körpergröße des Werfers passt. Er setzt zum Wurf an, alles schaut gespannt, dann lassen die Hände das nadelige Ding hinter der Linie einfach plotzen. Der Wurf zählt. „Jawoll, gut gemacht“, jubiliert auch der Mann am Mikrofon über den Mut des Kleinen, der noch nichts von den wurftechnischen Kniffen wissen muss. „Es kommt auf den richtigen Schwung an“, sagt hingegen der 15-jährige Jugendfeuerwehrler Florian. „Fuß voraus und über Kopf“ - für diese Taktik hat sich Stefan Rauleder, der neue Kommandant, entschieden. „Zum Einstand wurde mir schon angekündigt, dass ich werfen muss“, macht er sich gedanklich startklar. Fünfeinhalb Meter fliegt sein Baum. Sicherheitshalber habe er „gestern ein bisschen geübt, beim Baumsammeln“, gesteht er lachend. Die Jugendfeuerwehr sammelt am Tag vor dem Christbaumfest mit Schlepper und Anhänger vor den Häusern die Bäume ein.

Das erste richtige Festle im Jahr

Silke Fischer aus Schwaikheim findet es immer „spannend, wer hier gewinnt und wie geworfen wird“. Draußen stehen, frieren, Glühwein trinken - auch das steht für sie einen Monat nach dem Bibbern auf Weihnachtsmärkten, hoch im Kurs. „Wer in Schwaikheim wohnt, kommt im Laufe des Abends vorbei, ist schließlich das erste richtige Festle im Jahr.“ Fast so viele Besucher, wie es nachmittags Weihnachtsbäume zu sehen gibt, stehen am Feuer, das man bei kühlen vier Grad gut vertragen kann.


Bester Wurf: Neun Meter

Kinder

1. Christoph Bantel, 6 Meter (11,5 Meter gesamt)
2. Noah Kuhn, 4 Meter (8 Meter gesamt)
3. Stergios Macherian, 4 Meter (8 Meter gesamt)
Zwischen Platz 2 und Platz 3 hat bei Gleichstand das Los entschieden.

Frauen

1. Birgit Wirth, 5,5 Meter (11 Meter gesamt)
2. Vanessa Urban, 5 Meter (9 Meter gesamt)
3. Evi Seidenkranz, 4,5 Meter (8,5 Meter gesamt)

Männer

1. Philipp Peter, 7,5 Meter (15 Meter gesamt)
2. Tobias Ernst, 7,5 Meter (14,5 Meter gesamt)
3. Tobias Eckstein, 7,5 Meter (14,5 Meter gesamt)

Feuerwehr

1. Jan Mutschler, 9 Meter (17 Meter gesamt)
2. Alexander Harsch, 7,5 Meter (14,5 Meter gesamt)
3. Ralf Geiser, 7,5 Meter (14 Meter gesamt)

Mannschaften Jugend

1. Jugendfeuerwehr Winnenden 1, 19,5 Meter (Bester Wurf: 7,5 Meter)
2. Jugendfeuerwehr Leutenbach 1, 17 Meter (Bester Wurf: 5 Meter)
3. Jugendfeuerwehr Leutenbach 5, 14,5 Meter (Bester Wurf: 4 Meter)

Mannschaften Erwachsene

1. Sportverein PP, 29,5 Meter (Bester Wurf: 8 Meter)
2. Feuerwehr Rudersberg 1, 22,5 Meter (Bester Wurf: 6 Meter)
3. Feuerwehr Rudersberg 2, 20,5 Meter (Bester Wurf: 6,5 Meter)

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