Selbstheilung Von schlimmsten Kopfschmerzen befreit

 Jahrelang lang litt Selda Poppe unter „unerträglichen Kopfschmerzen“. Sie besuchte Arzt um Arzt, keiner konnte ihr helfen, niemand fand eine Ursache. Bis sie bei Marion Gerster landete. Jetzt geht es ihr gut, unter anderem, weil sie nun regelmäßig meditiert.

„Ich habe in dieser Zeit nur mit Schmerztabletten gelebt“, erzählt Selda Poppe (36) aus Winnenden. Sie nahm „alles, was ich hatte“.

Die Schmerzen hatten eingesetzt, als sie etwa 16 Jahre alt war. „Richtig stark sind sie geworden, als ich 20 war.“ Damals begann sie ihre Reise durch die Arztpraxen. Hausarzt, Augenarzt, Kieferchirurg, „es war nichts zu finden“.

Die Art der Schmerzen, ihre Häufigkeit und Ausprägung waren jedoch auch außergewöhnlich. Zum einen waren es einseitige Schmerzen auf der linken Seite. Sie kamen aus heiterem Himmel, hielten ein bis zwei Wochen an. Allerdings währten sie nicht den ganzen Tag über, sie kamen alle drei, vier Stunden, dauerten nur zehn bis 20 Minuten. Aber sie kamen immer wieder, auch nachts. Sie begannen schleichend und steigerten sich, bis sie kaum noch zu ertragen waren. 2010 war Selda Poppe bei einem Neurologen und ließ eine MRT-Aufnahme machen. Der stellte „eine Art Clusterschmerzen“ fest. Schlimmer als Migräne.

Auch wenn sie immer wieder längere Zeit Ruhe hatte, Selda Poppe wusste: Die Schmerzen würden wiederkommen. Sie war verzweifelt. Als ihr der Flyer der psychologischen Beraterin und Kinesiologin Marion Gerster in Leutenbach in die Hände fiel, dachte sie: „Ich habe so viel probiert, da kann ich das auch noch ausprobieren.“

Das ist nun über ein Jahr her. Selda Poppe ist seit sechs Monaten beschwerdefrei. Was geschah seitdem?

Marion Gerster hat bei ihrer Klienten durch den kinesiologischen Muskeltest zwei Erlebnisse in deren Kindheit und Jugendzeit entdeckt, die ihre Psyche belasteten. Unbewusst. Es schlossen sich Gespräche über diese Erlebnisse an, unterstützt durch homöopathische Mittel und vor allem Meditationen. „Damit“, sagt Marion Gerster, „wurden ihre Baustellen aufgeräumt.“ Zudem sollten die Meditation und die darin enthaltenen Affirmationen (positives Denken) Selda Poppes Selbstwertgefühl stärken.

Marion Gerster (51) ist diesen Weg selbst ebenfalls gegangen. 2009 war sie schwer krank gewesen, auch ihr hatte niemand helfen können. Durch einen Ausschlag sah sie aus „wie ein Monster“, konnte ihren rechten und linken Arm nicht mehr bewegen, hatte einen Fersensporn, einen Tennisarm, eine Kalkschulter und starke Schmerzen. „Ich hätte von der Brücke springen können.“

Sie krempelte daraufhin ihr Leben um, ließ sich zur Kinesiologin und zur Psychologischen Beraterin ausbilden, vor allem aber meditierte sie. Jeden Tag hörte sie eine CD eine halbe Stunde lang. „Es wurde von Woche zu Woche besser. Nach sechs Monaten war ich vollkommen beschwerdefrei.“

Seitdem bietet sie diese Hilfe anderen an, spürt dabei aber die Skepsis, die ihr entgegenschlägt. „Meditation hat leider immer noch einen negativen Touch“, sagt sie. Deshalb kommen zu ihr auch fast nur Frauen. Und die posaunen nicht hinaus, welche Richtung sie eingeschlagen haben. Auch Selda Poppe hat ihren Freunden und Bekannten nichts von der Behandlung erzählt.

Bemerkt aber haben die, dass sich deren Gesundheitszustand veränderte. Zunächst arrangierte sich die Winnenderin mit den Schmerzen, empfand sie bald als nicht mehr so schlimm und irgendwann waren sie ganz weg. Doch das war nicht der einzige Effekt: „Auch der Allgemeinzustand hat sich verbessert. Jetzt gelingt mir alles schneller und besser.“

Erreicht haben das nicht schulmedizinische Anwendungen oder Medikamente, geheilt hat letztlich der Geist, der die im Unbewussten verborgenen Probleme gelöst hat. Marion Gerster erlebt das immer wieder. Die Menschen, die zu ihr kommen, sagten fast alle: „Ich kenne alle Kliniken und Ärzte, aber ich habe immer noch Schmerzen.“ Sie antworte darauf jeweils: „Ich kann euch nicht heilen, das könnt ihr nur selbst machen. Ich zeige euch den Weg.“

Der Rest ist Sache der Selbstheilungskräfte.

Anstöße zum Umdenken

(gni). Ich meditiere, rede mir ein, gesund zu sein – und werde gesund? Das soll funktionieren? Ja, tut es. Aber nicht wie wir uns das bei einer Tablette vorstellen: schlucken, ein bisschen warten, alles ist gut. Der Effekt ist sehr individuell, lässt sich oft viel Zeit und muss nicht zwangsläufig eintreten.

Wir tun uns schwer mit der Vorstellung, dass der Geist, ein Gedanke unseren physischen Körper heilen, ihn überhaupt beeinflussen könnte. Dabei beeinflusst er ihn in jeder Sekunde: Ich denke: Arm heben und schon setzt der Körper das um.

Genauso beeinflussen Gefühle, ebenfalls etwas Geistiges, physische Abläufe im Körper. Gut erforscht ist das beim Immunsystem. Die amerikanische Psychologin Ann Futterman hat schon vor 20 Jahren Schauspieler Gefühle improvisieren lassen und danach die Aktivität der Abwehrzellen im Immunsystem gemessen. Das Ergebnis war eindeutig: Wenn Schauspieler sich freuten, wurden die Abwehrzellen des Immunsystems deutlich aktiver. Nach traurigen Szenen verringerte sich dagegen deren Aktivität. Die Epigenetik wiederum hat herausgefunden, dass selbst unsere DNA, das Erbgut in unseren Zellen, auf Gedanken, Einstellungen, Lebensweisen reagiert.

Um das nachvollziehen zu können, muss man sich Materie, also Tisch, Stuhl, Ihren Chef – genauer anschauen. Woraus bestehen sie alle? Aus Atomen. Und woraus bestehen Atome? Achtung, Überraschung: zu einem Prozent aus Elektronen, Neutronen und Protonen und zu 99 Prozent aus Nichts. Wobei noch immer nicht geklärt ist, was dieses Nichts eigentlich ist.

Vielleicht fällt es Ihnen angesichts dieser Vorstellung leichter, nachzuvollziehen, dass im Bereich der Atome, unserer kleinsten Teile, Dinge möglich sind, die wir uns kaum vorstellen können. (Wobei „Teile“ auch schon wieder falsch ist. Alles ist Energie.) Der Physiker Hans-Peter Dürr hat eines seiner Bücher „Es gibt keine Materie“ genannt. Würden Sie das jedoch gegenüber Freunden oder Kollegen behaupten, gälten sie als zumindest naiv.

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