">

Sieben Tipps für Radfreunde So fahren Sie sicher durch Schnee und Dunkelheit

Korb. Schnee, Glätte, Dunkelheit: Drei Gründe für viele, das Fahrrad bei Anbruch des Winters in den Keller zu verbannen. Dabei ist das überhaupt nicht nötig, sagt Gerhard Brenner, Inhaber des Korber Fachgeschäfts „Rad & Tat Brenner“. Mit den richtigen Reifen, angemessener Beleuchtung und wetterfester Kleidung kann das ganze Jahr über geradelt werden. Wir haben sieben Tipps vom Radexperten eingeholt:

1. Ärmel hoch und Reifen wechseln

Breite Reifen mit niedrigem Luftdruck sind für winterliche Straßenverhältnisse genau richtig. Je breiter der Reifen, desto höher ist die Auflagefläche auf der Straße und desto kürzer der Bremsweg, wenn auf einer verschneiten Straße eine Notbremsung eingelegt werden muss. Die Reifen sollten für geringen Luftdruck ausgelegt sein: Möglichst 2,5 Bar, sagt Brenner.

Solche Reifen gibt es für Touren- und Cityräder sowie für Mountainbikes. Selbst Reifen zu wechseln ist Brenner zufolge gar kein Problem, mit einem Satz guter Reifenheber und einer ordentlichen Standpumpe ist das schnell erledigt. Einfach das Fahrrad auf den Kopf stellen und los geht’s.

 

2. Wetterlage entscheidet über den Reifen

Schon mit ganz normale Straßenreifen können Radler gut durch die Stadt kommen. „Da liebe ich einfach die Balloon-Reifen“, sagt Brenner: Diese sind 50 bis 60 Millimeter breit und können mit nur zwei Bar gefahren werden. Allerdings: „Bei Glatteis sind Sie natürlich verloren mit denen“, gibt er zu bedenken. In diesem Fall sind Reifen mit Spikes, sprich „Spaiks“, angesagt.

Diese sind je nach Modell mit bis zu 300 Metallstollen gespickt. Reifen mit je 60 Spikes an beiden Außenkanten sind aber vollkommen ausreichend, sagt Brenner; denn wenn ein Fahrrad auf eisiger Straße ausbricht, greifen eh nur diese seitlichen Stollen. Außerdem verlängert sich durch das schwere Metall der Bremsweg. Also lieber nicht zu viel davon. Fürs Gelände gibt’s dann noch Stollenreifen, die ein tiefes Gummiprofil haben: nach Brenners Dafürhalten „der King auf Schneefahrbahnen“.

 

3. Licht ist Pflicht

„Der Winter ist die dunkle Jahreszeit!“ Eine LED-Lampe mit 50 bis 100 Lux gehört aufs Rad; entweder batteriebetrieben oder mit wetterunabhängig arbeitendem Speichendynamo. Auch ein Rücklicht mit Standbetrieb ist nötig; damit Radler auch an einer Ampel zu sehen sind. Gesetzlich vorgeschrieben sind neben Front- und Rückstrahler außerdem Reflektoren an den Pedalen sowie in den Speichen.

Es können die bekannten orangenen Reflektorplättchen zwischen den Speichen angebracht werden. Eine Alternative sind Speichensticks an jeder einzelnen Speiche, das heißt je 36 pro Rad. Allerdings: Wenn der Reifen selbst einen Reflexstreifen hat, braucht es keine Speichenreflektoren mehr. Brenner empfiehlt trotzdem, in einem solchen Fall zusätzlich je drei Sticks anzubringen. „Das fällt einfach noch mehr auf.“

 

4. Pflege für die Kette

Im Winter wird bekanntlich mit Salz gestreut – doch Fahrradketten reagieren sehr empfindlich auf Salzwasser. Über Nacht könnten diese rosten, warnt Brenner.

Deswegen sollten trockene Ketten mit einem Pflegemittel auf Wachsbasis behandelt werden. Jedoch nur sparsam: Wenn die Kette zu viel und zu oft beträufelt wird, ist das Ergebnis sonst eine ölige Pampe, die an der Kette klebt.

 

5. Passend anziehen

Zwar können sich Radler vom Gesetz her anziehen, wie sie wollen, doch auf ein paar Dinge können sie trotzdem achten. Jacken müssen unbedingt windabweisend und zugleich atmungsaktiv sein, Stichwort: Schweiß. Darüber kann eine rundum mit Reflektorstreifen besetzte Schutzjacke gezogen werden – Hauptsache, die Jacke an sich stimmt.

Damit die Füße trocken und warm bleiben, gibt es Radüberschuhe. Dünne halten Regen und Wind ab, gepolsterte helfen gegen kalte Füße. Bei Handschuhen gibt es Brenner zufolge für Radler nur eine eingeschränkte Auswahl; aber in der Ski-Abteilung würden sie schnell fündig.

 

6. Helm nicht vergessen

Helme sind ein Muss, findet Brenner – umso mehr, als es im Winter eben doch einmal glatt werden kann. Eine Unterziehmütze hält den Kopf warm, ein Überzug mit Reflektoren ebenso. Alternativ sind einige Helme mit blinkenden LED-Lichtern am Hinterkopf ausgestattet. Solche Blickfänge findet Brenner wichtig: „Der Kopf ist der höchste Punkt vom Radler. Dann werden Sie einfach sehr früh gesehen.“

 

7. Autostrecken meiden

„Für mich war immer oberste Prio: Weg vom Autoverkehr, lieber ein bisschen weiter fahren“, sagt Brenner. Denn Autofahrer hielten seiner Erfahrung nach nicht immer einen ausreichend hohen Abstand ein; gerade bei unsicherem Untergrund sei das nicht ungefährlich. Also lieber auf Rad- und Schotterwege ausweichen, empfiehlt Brenner. Zumal Schotterwege durch die Steinchen niemals so glatt seien wie Asphaltstraße. Und wenn’s doch vereist ist: einfach in normalem Tempo geradeaus drüber, ohne Richtungsänderung. Dann sei die Gefahr geringer, mit dem Rad wegzurutschen.


Und beim E-Bike?

  • Elektoradler sollten den Akku ihres E-Bikes trocken lagern, möglichst bei mehr als 10 Grad; also am besten nach der Fahrt mit ins Haus oder in die Garage nehmen. Für mehr als halbstündigen Fahrten bei unter minus fünf Grad empfiehlt Brenner, einen Neoprenanzug für Akkus zu kaufen.
  • Radler sollten nur Handschuhe anziehen, mit denen sie die Steuerung des Elektroantriebs bedienen können.
  • In Sachen Reifen und Kleidung gelte dasselbe wie bei Fahrrädern ohne zusätzlichen Antrieb.

 

  • Bewertung
    1
 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!