Snackbaron Start-up aus Kernen liefert "reuefreie" Snacks fürs Büro

Als Gründerin der Firma „Snackbaron“ bezeichnet sich Zainab Shah als „Snackbaroness“. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Kernen-Stetten. Zainab Shah hat mit ihrer Firma „Snackbaron“ auf einen Trend reagiert: Sie spricht mit ihren Boxen voller Snacks ernährungsbewusste Kunden an, die gesund essen wollen. Als eine von 19 Gründerinnen wird die 33-Jährige, die aus Pakistan kommt und in Stetten lebt, im Programm „Unternehmerinnen der Zukunft“ gefördert, das unter anderem von Amazon unterstützt wird.

„Ich will das schaffen“, hat Zainab Shah sich immer wieder vorgesagt. Die 33-jährige Pakistanerin machte sich 2016 mit ihrem Unternehmen „Snackbaron“ selbstständig. Sie verkauft Boxen mit Snacks im Internet – hauptsächlich an Bürogemeinschaften und Firmen. Aber auch Privatleute können sich im Internet eine Box zusammenstellen und schicken lassen. Als eine von 19 Gründerinnen ist sie Teil des Förderprogramms „Unternehmerinnen der Zukunft“.

Erkenntnis beim Essen: Es gibt kaum gesunde Snacks

Seit neun Jahren ist Zainab Shah nun in Deutschland. In Lahore, der zweitgrößten Stadt Pakistans, hatte Shah Betriebswirtschaftslehre studiert. Ihren Master in Politikwissenschaften machte sie danach in Siegen. Die Theorie genügte ihr nicht, sie wollte in die Praxis. Weil sie selbst gerne snackt, fiel ihr auf, dass es wenig gesunde Snacks gibt. Sie sagte sich: „Snickers, Mars & Co sind nicht genug.“

Hier setzt ihr Onlineshop namens Snackbaron an: Sie verkauft verschiedene Boxen, die auch abonniert werden können, unter anderem gefüllt mit Nüssen und Gemüsechips. Es gibt zu den gemischten Standardboxen auch eine vegane Snackbox und die Protein-Snackbox.

Während ihres Studiums in Siegen bekam Shah ihren jetzt siebenjährigen Sohn. Die Balance zwischen Kind und Job gelang ihr, erzählt sie, durch die Selbstständigkeit gut. „Man kann zu Hause sein und gleichzeitig was schaffen“, sagt sie. Seit 2014 wohnt sie mit ihrem Mann und inzwischen zwei Kindern in Stetten. Von dort aus betreibt die 33-Jährige ihren Onlineshop. Zu Beginn war sie alleine: „Ich habe die Webseite selber gebaut und das Design selbst gemacht“, sagt Zainab Shah. Ohne Kredit und mit einem geringen Startkapital habe sie einfach angefangen, Produkte zu kaufen und weiterzuverkaufen. „Ich habe ausprobiert: Was braucht der Markt und was nicht? Was schmeckt und was nicht?“ Ihre Erkenntnis: „Der Markt ist sehr wählerisch.“

"Reuefreies snacken"

Zainab Shah ist davon überzeugt: „Du isst gesunde Snacks, du fühlst dich stark, du fühlst dich besser.“ Das sei bei Produkten wie Mars und Snickers nicht der Fall: „Sie machen kurz glücklich, aber dann realisiert man, es ist ungesund. Man fühlt sich schuldig.“ Der Snackbaron bietet Flips aus Kichererbsen, Gemüsechips, Lotuskerne, Samen und Nüsse. „Reuefreies snacken“ sei garantiert. Die 33-jährige Stettenerin weiß aber auch, dass der Geschmack nicht zu weit weg vom Gewohnten sein darf. „Du entscheidest mit dem ersten Bissen, ob du gesund essen willst.“

Zwei Trainer von Amazon und einem Münchener Start-up fördern Shah seit April (siehe „Beraten wird Zainab Shah von zwei Trainern“). „Es geht darum, mich erfolgreich zu machen. Das ist wirklich ein Geschenk.“ Wenn sie sich mit den 18 weiteren Gründerinnen des Förderprogramms trifft, merkt Zainab Shah, dass sie nicht alleine ist. „Man lernt, wie fähig Frauen sind, viele Sachen zeitgleich zu machen“, sagt Shah. „Wir können unseren Aufgaben als Mutter nachkommen, aber auch unsere Arbeit machen.“ Die 33-Jährige versucht, täglich acht Stunden zu arbeiten. Auf 450-Euro-Basis helfen ihr zwei Mitarbeiter.

„Ich glaube, ich werde nie zufrieden sein“, sagt Zainab Shah. Die 33-Jährige strebt danach, den Snackbaron noch größer zu machen. Ein erster Schritt sei nun, dass sie Daimler als neuen Kunden gewinnen konnte. Ende August wird der Snackbaron außerdem eine neue Webseite bekommen, diesmal professionell designt. Auch arbeitet sie daran, Snackautomaten für Firmen und Krankenhäuser zu entwickeln.


Beraten wird Zainab Shah von zwei Trainern

Zainab Shah belegt während der Förderung von April bis Oktober wöchentliche Online-Seminare und bespricht sich in jeder Woche mit ihren zwei Trainern. Eine Mitarbeiterin von Amazon hilft Shah bei der Optimierung ihres Amazon-Kontos, das sie seit Beginn ihres Start-ups hat. Bei der Verbesserung ihrer Snackbaron-Webseite und bei der Weiterentwicklung einer Unternehmensstrategie berät sie Katharina Mayer, Gründerin von Kuchentratsch, einem Start-up aus München, bei dem Seniorinnen und Senioren Kuchen wie von Oma backen und verschicken.

Auch gegenseitig können die beiden sich inspirieren, heißt es von Kuchentratsch: „Katharina Mayer versucht Zainab Shah mit der Entwicklung von Kuchentratsch zu inspirieren, ihr also zu zeigen, was man alles aufbauen kann.“ Shah sei für Mayer wiederum eine Inspiration, weil sie als Mutter eine Firma gegründet hat.

Laut Kuchentratsch hat die 33-Jährige während der Förderung Fortschritte gemacht: Sie habe entscheidende Kontakte in Deutschland geknüpft. Besonders wichtig sei das, da Zainab Shah in Stetten und nicht in einer großen Stadt wohnt.

Frauen fördern

Zum dritten Mal haben der Verband deutscher Unternehmerinnen, Global Digital Women, Brigitte Academy und Amazon das Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ gestartet.

Laut einer Pressemitteilung von Amazon verzeichnete die Initiative in diesem Jahr mit mehr als 300 Bewerberinnen einen neuen Rekord. Gefördert werden 19 Geschäftsführerinnen und Firmen-Inhaberinnen mit maximal 30 Mitarbeitern aus Deutschland und der Schweiz. Ihr Ziel: Sie wollen ihr digitales Geschäft auf- oder ausbauen, die eigene Marke online etablieren, neue Marktplätze erschließen und den Export ihrer Produkte über das Internet fördern.

Ausgewählte Trainer – allesamt Unternehmensgründer, E-Commerce- Experten, Amazon-Händler oder Blogger – stehen den Frauen dabei zur Seite.

„Unter anderem die Geschäftskonzepte der Bewerberinnen in Bezug auf Idee, Zielgruppe, Markt und Wettbewerb“ sind laut Amazon Auswahlkriterien gewesen. „Wir haben uns Strategie und Ziele genauer angeschaut und hinsichtlich Attraktivität und Stringenz bewertet.“ Wie viel Aufwand und Zeit die Bewerberinnen in die Bewerbung investierten, habe außerdem eine Rolle gespielt.

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