Sommerferienprogramm Weinstadt So baut man ein Insektenhotel für Wildbienen

Beim Sommerferienprogramm haben die Kinder ihre Insektenhotels auch bemalt. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Weinstadt. Ein Insektenhotel für Wildbienen hat der Obst- und Gartenbauverein Schnait gemeinsam mit 15 Kindern des Sommerferienprogramms „Nix wie hin“ gebaut. Vier Stunden lang werkelten die Kinder an ihrem Häusle für Bienen. Vorsitzender Peter Rühle erklärte ihnen der Reihe nach, was zu tun ist. Hobbybastler können mit einer Anleitung in fünf Schritten ganz leicht selbst ein Insektenhotel bauen.

1. Für das Insektenhotel werden aus Fichtenholz fünf Holzstücke gesägt. Sie sollten eine Dicke von zwei Zentimetern haben. Das Brett für das Dach ist 22 Zentimeter breit und 14 Zentimeter tief. Es sollte rund drei bis fünf Zentimeter über dem restlichen Bau hervorstehen, damit die Tiere vor Regen geschützt sind. Für die beiden Seiten werden zwei Bretter benötigt, die 23 Zentimer hoch und zehn Zentimeter tief sind.

Mit einem Winkel von 15 Grad müssen die Seitenstücke schräg abgesägt werden. Dann ist jeweils eine Seite nur noch 20 Zentimeter hoch. Die Rückwand ist 14 Zentimeter breit und 23 Zentimeter hoch. Die Breite des Bodens beträgt ebenfalls 14 Zentimeter. Er ist acht Zentimeter tief. Vorm Zusammenbauen der Seitenstücke werden diese abgeschmirgelt, damit keine Splitter zurückbleiben. Mit Holzleim werden die Holzstücke dann verklebt. Je nach Ausstattung und Zeit kann das Insektenhotel danach in einen Schraubstock eingespannt werden und dort trocknen. Alternativ können die Seiten mit Nägeln oder Schrauben aneinander befestigt werden.

Die Löcher ahmen Fraßgänge von anderen Insekten nach

2. Das Insektenhotel wird mit löchrigen Holzstücken und Schilfrohren gefüllt. Die Löcher, in denen sich die Wildbienen einnisten, ahmen Fraßgänge von anderen Insekten nach. Dort krabbeln die Tiere hinein und legen im Idealfall ihre Brut (siehe Infobox). In das Hartholz, bevorzugt Apfelbaum, Buche oder Haselnuss, werden zwischen sechs und neun Zentimeter tiefe Löcher gebohrt. Auch der Durchmesser kann wie in der Natur variieren. Wichtig ist, dass die Löcher mit einem speziellen Holzbohrer gebohrt werden. Dieser lässt sie nicht ausfransen. Das ist wichtig, damit die Tiere sich beim Hineinkrabbeln nicht verletzen.

 


3. Wenn feststeht, wie das Insektenhotel bestückt wird, können die Holzstücke mit Leim eingeklebt werden. Die Zwischenräume werden mit Schilfrohren gefüllt. Diese können bereits fertig geschnitten gekauft werden. Wer eine Dekupier- oder Laubsäge hat, kann sie aber auch selbst sägen. Wichtig dabei ist, dass das Schilf an der Schnittstelle nicht aufbricht.

Das Insektenhotel sollte an einem windgeschützten und sonnigen Platz aufgehängt werden

4. Damit die Brut vor Regen geschützt ist, kann auf dem Dach zusätzlich noch eine Dachpappe angebracht werden. Wenn diese nass wird, verschimmelt sie möglicherweise. Die Dachpappe muss zunächst passend zugeschnitten werden, so dass sie nur leicht über dem Dach absteht. Dann wird sie mit einem Tacker am Holz befestigt.

5. Das Insektenhotel sollte an einem windgeschützten und sonnigen Platz aufgehängt werden. Eine günstige Variante für eine Aufhängung ist Endlos-Lochband. Dieses kann an der Rückseite des Dachs angeschraubt werden. Eine feste Montage und ein windgeschützter Ort sind wichtig, damit das Insektenhotel sich nicht bewegt.


Nistplätze im Holz

In den Wäldern gibt es durch den Eingriff des Menschen immer weniger Totholz. In dieses fressen sich normalerweise Insekten hinein. Leere Fraßgänge nutzen Wildbienen als Nistplätze. Sie krabbeln bis zum Ende, legen dort ein Ei ab, dann ein Futterpaket und verschließen die Brut mit einem Deckel – bis der Gang gefüllt ist.

  • Bewertung
    3

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!