Spang's Spin Obama als Satiriker-in-Chief

Obama konnte es sich nicht verkneifen, sich über die krampfhaften Versuche des privilegierten Sohns (Romney nämlich) eines Multimillionärs und Gouverneurs lustig zu machen, sich als Mann des Volkes auszugeben. Foto: Spang

Die Witze fielen so gut aus, wie es für Washington geht. Präsident Obama erwies sich einmal mehr als verstecktes Satiriker-Talent, als der Hauptgast des traditionellen Korrespondenten-Dinners der US-Kollegen, die aus dem Weißen Haus berichten, ans Mikrophon trat.

Obama machte auf den prunkvollen Ballraum im Keller des Hiltons aufmerksam. Ein Raum, den Romney “eine Bruchbude nennen würde”. Herzhaftes Gelächter. Er habe nicht vor, die Familie des Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen. “Aber Hunde scheinen mir ganz okay zu sein.” Sprachs und zeigte ein Bild mit dem ehemaligen Gouverneur in der Tür von Airforce One und einem Hundekäfig auf dem Dach des Fliegers. Der Saal tobte.

"Was für ein Snob"

Obama konnte es sich auch nicht verkneifen, sich über die krampfhaften Versuche des privilegierten Sohns eines Multimillionärs und Gouverneurs lustig zu machen, sich als Mann des Volkes auszugeben.Er und Romney hätten beide in Harvard einen Abschluss gemacht. Der Unterschied bestünde darin, dass der Republikaner zwei habe. “Was für ein Snob”‘ zitierte Obama Romney-Herausforderer, der mit diesem Ausruf Wahlkampfgeschichte geschrieben hatte. Er hatte damit gegen die Idee polemisiert, möglichst vielen Kindern aus normalen Familien den Zugang zum College zu ermöglichen.

Sogar der Wutbürger Newt Gingrich zeigte guten Humor. Als Gast der Washington Post lachte er herzhaft über zwei Witze, die zu seinen Lasten gingen. “Newt Du hast noch Zeit”, lästert Obama über den quälend langen Ausstieg aus dem Rennen um die republikanische Nominierung.

Romneys Witze klingen im Wahlkampf ein wenig verbissen

Obwohl die Korrespondenten offiziell keine Position zudem Wahlen beziehen, diesen Humor werden sie garantiert vermissen, wenn statt Joker George W. Bush oder Satiriker-in-Chief Obama der sperrig-trockene Romney ansetzt. Dessen Witze klingen im Wahlkampf stets ein wenig verbissen und sein Humor, erinnert mehr an die Frühzeit des Films als an den der Mitternachts-Shows.

Kürzlich gestand Romney, eine Vorliebe für Dick und Doof und andere Väter der Klamotte zu haben. Eine Slap-Stick-Aufführung wäre immerhin etwas Neues für das Korrespondenten-Dinner.

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