Spang's Spin Romney siegt in Obamas politischer Heimat

Mitt Romney hat im US-Staat Illinois erfolgreich um die Gunst der Wähler geworben. Foto: Sprang

Springfield - Die Achterbahnfahrt bei den Republikanern geht weiter. Nach seinen Niederlagen in den Südstaaten Alabama und Mississippi siegte Mitt Romney in Illinois wieder überzeugend über Rick Santorum. Ron Paul und Newt Gingrich spielten nicht mehr als eine Statistenrolle. Der Staat bevorzugt seit jeher moderate Republikaner und Romney gab sieben Mal soviel an Wahlwerbung aus wie Santorum.

Hier die Ergebnisse der Vorwahlen im Einzelnen:

Romney 46 Prozent
Santorum 35 Prozent
Paul 9 Prozent
Gingrich 8 Prozent

In Wahrheit nicht viel bewegt

Während Romney damit einen wichtigen Sieg in einem großen Industriestaat verbucht, kam auch Santorum seinem Ziel einen Schritt näher. Er marginalisierte Wutbürger Gingrich. Nur – wenn das auch zukünftig das Ergebnis ist, hilft es dem erzkonservativen Kandidaten nicht viel. Mit einem solchen Ausgang wird er nicht einmal sein Minimalziel erreichen, das politische Chamäleon aus Massachusetts zu verhindern.

Auch für Romney gibt es trotz des Siegs keinen Grund zur ungetrübten Freude.  Ganze 21 Prozent seiner Anhänger sagen in Nachwahl-Umfragen, sie seien überzeugte Gefolgsleute des Spitzenreiters. Nicht gerade ein Zeugnis für eine enthusiastische Basis. Anders als nach den Schlappen in Süden stellte sich Romney diesmal vor seine Anhänger und feierte den Sieg als “Fortsetzung einer Bewegung”, die vor einer Scheune in New Hampshire begann.

Eine Bewegung? Wenn Romney einen Blick auf die insgesamt schwache Wahlbeteiligung bei den republikanischen Vorwahlen wirft, dies anschließend in eine Relation zu den Unsummen setzt, die er bisher im Wahlkampf für TV-Spots und andere Werbung ausgegeben hat, muss er feststellen, in Wahrheit nicht viel bewegt zu haben. Der Multimillionär kann sich vielleicht  einen Vorteil im Rennen um die Nominierung seiner Partei erkaufen, doch im November wird das nicht reichen. Dann braucht er eine Vision. Und von der war auch in Illinois wenig zu sehen.

Santorum hält feurige Rede

Romney, der die vergangenen Tage damit verbracht hatte, seinen innerparteilichen Herausforderer zu kritisieren, richtete seine Spitzen in der Wahlnacht gegen Präsident Barack Obama. Nachdem er sich über die hohe Arbeitslosigkeit, die Benzinpreise und Obamas Außenpolitik beklagt hatte, versuchte er sich mit einem populistischen “Genug”. Diese Pose steht dem Patrizier einfach nicht.

Santorum selbst machte keine Anzeichen, aus dem Rennen zu scheiden. Im Gegenteil gab er eine feurige Rede vor Anhängern in seinem Heimatsstaat Pennsylvania. Er erwartet einen Wahlsieg bei den Primaries an diesem Samstag in Louisiana, Der Wahlkalender im April begünstigt Romney. Danach im Mai könnte sich das Blatt mit weiteren Wahlen im Süden wieder zugunsten Santorums wenden.

Die Delegierten-Zählerei  ist in jedem Fall mit großer Vorsicht zu genießen. Die in den Medien zitierten Zahlen basieren zum großen Teil auf Projektionen, weil in vielen Bundesstaaten die abschließenden Delegiertenzahlen noch nicht feststanden.

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