Spiel gegen Bietigheim TVB trifft auf Ex-Spieler Michael Kraus

Am Sonntag dürfen sich Simon Baumgarten (beim Wurf, rechts Dominik Claus und Manuel Späth) und der TVB auf einen heißen Tanz in der Ludwigsburger MHP-Arena einstellen. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Das 26:26-Unentschieden gegen Göppingen ist Geschichte, am Sonntag ist der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart in der Ludwigsburger MHP-Arena im nächsten württembergischen Duell gegen die SG BBM Bietigheim gefordert (ab 16 Uhr im ZVW-Liveticker). Es ist eine besonders pikante Angelegenheit, weil der TVB auf seinen Ex-Spieler Michael Kraus trifft. (Ein Interview mit Kraus lesen Sie hier.)

Ein bisschen ruhiger angehen lassen hat es der TVB in der Faschingswoche nach dem Derby gegen Göppingen. Die Spieler trainierten individuell und standen nicht in der Halle – mit zwei Ausnahmen: Samuel Röthlisberger und Lukas von Deschwanden waren mit der Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz und zwangen in einem Testspiel die deutsche Nationalmannschaft mit 29:27 in die Knie.

Spieler aus der A-Jugend im erweiterten Kader

Die Verantwortlichen des TVB haben derweil ihre Personalplanungen vorangetrieben. Nachdem sich die Bittenfelder am Ende der Saison auch von ihrem Linksaußen Tobias Schimmelbauer trennen werden, ist der Kader nahezu fix. Besetzt werden müssen noch die zweiten Plätze auf Links- und Rechtsaußen hinter Patrick Zieker und Sascha Pfattheicher. „Auf der rechten Seite planen wir mit einem externen Spieler“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Auf der anderen Seite sei auch eine interne Lösung denkbar. „Zudem werden wir zwei, drei Spieler aus der A-Jugend in den erweiterten Kader nehmen.“

Zehn Punkte Polster auf ersten Abstiegsrang

Nun gilt’s, sich auf die sportlichen Ziele in der aktuellen Spielzeit zu fokussieren. Der Ligaverbleib ist zwar noch nicht sicher, bei zehn Punkten Polster auf den ersten Abstiegsrang hält sich die Nervosität allerdings in Grenzen. „Bevor wir nicht rechnerisch durch sind, werden wir kein neues Ziel definieren“, sagt Schweikardt.

Neues Selbstbewusstsein beim Aufsteiger

Am Sonntag könnte der TVB den Abstand auf zwölf Zähler vergrößern mit einem Sieg beim Vorletzten SG BBM Bietigheim. Eine machbare Aufgabe auf den ersten Blick. Wäre da nicht die neu gewonnene Stärke des Nachbarn. Die Bietigheimer sind plötzlich wieder im Rennen – aus mehreren Gründen: Zum einen scheint der Trainerwechsel, Hannes Jon Jonsson für Ralf Bader, Früchte zu tragen. Zum anderen hat die SG mit der Verpflichtung von Kraus nicht nur an Erfahrung, sondern auch an Qualität gewonnen. Und schließlich sorgte das fulminante 27:18 gegen den Konkurrenten Eulen Ludwigshafen für neues Selbstvertrauen. Zuletzt unterstrich die SG bei der 26:30- Niederlage in Berlin ihre ansteigende Form.

Ausrufezeichen setzte der Aufsteiger, nach dem Fehlstart mit sechs Niederlagen, mit dem 30:29-Heimsieg gegen Göppingen und dem 27:26-Erfolg in Hannover. Im Hinspiel gegen den TVB in der Porsche-Arena kämpften sich die Bietigheimer nach dem 12:20-Rückstand bis auf 20:23 heran, mussten sich am Ende aber mit 26:31 geschlagen geben. Zupass kam dem TVB damals, dass der in dieser Saison so starke Torhüter Domenico Ebner keinen guten Tag erwischte und der Rückraumspieler Jonas Link schon im ersten Spielabschnitt verletzungsbedingt vom Spielfeld musste.

„Wir spielen auswärts und sind keinesfalls klarer Favorit“

Große Stärke der Spielgemeinschaft ist das Kollektiv. Seit Mitte Februar indes gibt’s ein neues Alphatier nach der überraschenden Verpflichtung von Mimi Kraus. Der TVB muss mit einem hoch motivierten Gegner rechnen, der mit einem Sieg die Abstiegsränge verlassen könnte. „Uns muss bewusst sein, dass die Bietigheimer am Sonntag ganz anders auftreten werden als im Hinspiel“, sagt Schweikardt. „Wir spielen auswärts und sind keinesfalls klarer Favorit.“ Auch, weil die Vorbereitung auf den Gegner nicht ganz einfach gewesen sei. Der neue Trainer ist erst vier Spiele im Amt, da ist das Analysematerial rar. Dass Hannes Jon Jonsson mit dem Ex-TVB-Spieler Kraus einen hervorragenden Ratgeber hat, dürfte auch nicht zum Nachteil des Aufsteigers sein.

Kein Duell TVB gegen Kraus

Überhaupt Kraus: Dass der Spielmacher vor vier Wochen die Fronten wechselte, sorgte für Aufsehen. In der Mannschaft sei der Wechsel kein Thema mehr, sagt Schweikardt. Im Umfeld allerdings schon noch. Das Derby sei aber keinesfalls ein Duell TVB gegen Kraus. „Unser größter Fehler wäre, wenn wir uns nur auf Mimi konzentrieren würden und glauben, damit gewinnen wir das Spiel“, sagt Schweikardt.

Sorgen bereitet dem Trainer nach wie vor der Zustand der beiden Linkshänder Bobby Schagen (Leiste) und Robert Markotic (Knie). Die Entzündungen lassen einen Einsatz vermutlich immer noch nicht zu.


Die MHP-Arena ist so gut wie ausverkauft. 3500 Zuschauer passen rein, etwa 150 Stehplatz-Tickets gibt’s noch: www.reservix.de.

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