Spuk im Rems-Murr-Kreis Die Totenmesse im Nonnenkirchlein

 Foto: Habermann / ZVW

Zwischen Michaelskirche und Hochwachtturm lebte man in Waiblingen jahrhundertelang inmitten von Untoten und Wiedergängern, von Gemeuchelten und Gerächten. So zumindest beschreibt es Stadtführer Wolfgang Wiedenhofer in seinem Buch "Teufel, Trolle, Totenköpfe - Wundersame Waiblinger Stadtgeschichten zum Reinlesen und Nachspazieren".

Eine junge Witwe wollte zur Totenmesse gehen, die am frühen Morgen vor Sonnenaufgang beginnen sollte. Mitten in der Nacht wachte die Frau auf, weil sie glaubte, Stimmen und Musik aus der Kirche hörte. Sie glaubte, verschlafen zu haben, schlüpfte schnell in ihre Sonntagskleider und eilte zur Messe. Die Witwe wunderte sich, dass sie niemanden der Anwesenden erkannte. Auch den Pfarrer hatte sie noch nie gesehen. Am Ende des Gottesdiensts bemerkte sie, dass sie in der Eile ihr Opfergeld vergessen hatte. Sie legte kurzerhand ihren Ring in den Klingelbeutel und wollte ihn später beim Pfarrer gegen einen Geldbetrag auslösen. Sie ging nach Hause und legte sich wieder hin.

Als sie gegen Mittag wach wurde, fragten die Leute, ob sie krank gewesen sei, da sie nicht zur Totenmesse erschienen war. Sie erzählte ihre Version der Geschichte und wollte zum Beweis den Ring zeigen, der aber nirgends aufzufinden war. Als der Ring schließlich doch gefunden wurde, erschraken alle: Er war eingemeißelt in den Grabstein eines Mannes, der vor über 100 Jahren gestorben war. Nur mit großer Kraft konnte der Ring herausgebrochen werden. Noch heute sieht man an der alten Steinplatte am Eingang zur Michaelskirche diese abgeschlagene Ecke.


Spuk im Rems-Murr-Kreis

Zu Halloween haben wir die schaurigsten Sagen und Geschichten mit Schauplätzen im Rems-Murr-Kreis für Sie gesammelt.

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