Steffi rennt Welzheimer Feuerwehrfrau startet 300-Kilometer-Lauf

Stefanie Saul bei ihrem letzten Rekordlauf im vergangenen Jahr von der Feuerwehrwache zum Aichstrutsee. Foto: Palmizi/ZVW

Welzheim. Am 300. Tag des Jahres beginnt die „Mission 300“. Am Sonntag, 28. Oktober, startet die Welzheimer Feuerwehrfrau den Lauf ihres Lebens. Gegen 8.10 Uhr wird Steffi Saul (35), Mutter von zwei Mädchen, einen Ultramarathon laufen, der seinesgleichen sucht. Ziel ist es, über 300 Kilometer in Feuerwehrmontur, mit einem zusätzlichen Gewicht von rund 20 Kilogramm, bei Wind und Wetter zurückzulegen.

Startpunkt ist auf dem Kirchplatz in Welzheim. Die Strecke führt von Murrhardt in Richtung Schwäbisch Hall (Gemeinde Rosengarten), weitere Stationen sind unter anderem Ellwangen, Aalen, Oberkochen, Schwäbisch Gmünd, Lorch, Schorndorf, Winnenden und Sulzbach bei Backnang und wieder zurück nach Welzheim. Am Ende liegt die Distanz knapp über den 300 Kilometern. Das alles will Steffi in fünf bis sieben Tagen schaffen.

Unter Extremsportlern ist sie keine Unbekannte. Fast jeden Extremlauf in Europa hat Steffi Saul bereits erfolgreich beendet. Mit nahezu unglaublichen Aktionen machte sie bereits Schlagzeilen und sammelte damit Spenden. Immer wieder startet sie zu neuen unglaublichen Projekten, um auf unglaubliche Erkrankungen hinzuweisen, Mut zu machen und Gelder für Spenden zu sammeln.

Rekord im „Rennen in Feuerwehrausrüstung“

Diese Distanz, die sich auch noch über viele Tausend Höhenmeter zieht, läuft die Feuerwehrfrau zugunsten der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS). Sie möchte mit dem Lauf Spenden sammeln und auf die Möglichkeit zur Typisierung hinweisen. Unterstützt wird sie dabei von den Firmen Dräger, Consultiv, Mediclowns Dresden und Kärcher.

Der derzeitige Weltrekord im „Rennen in Feuerwehrausrüstung“ wird von ihr selbst gehalten und liegt bei 150,6 Kilometer. Mit Erreichen des Ziels bei der „Mission 300“ würde sie diesen verdoppeln.

Schon im Jahr 2013 rannte Steffi zugunsten der Kinderkrebsstation im Olgäle/Stuttgart über 250 Kilometer den Remstal-Höhenweg bei widrigsten Bedingungen und zeigte allen Skeptikern, was ein Mensch zu leisten imstande ist. Dabei sammelte sie mit ihrem Team knapp 25 000 Euro an Spendengeldern ein. Damals zeichnete der Comic-Zeichner und Künstler Alexander Linke, der auch den schwäbischen Kultfiguren Äffle & Pferdle die Optik verleiht, das Rennschneggle Steffi. Auch die Feuerwehr-Steffi und das Feuerwehrschneggle stammen wieder aus seiner Feder.

Spendenaktion für Krebspatienten

Ob sich der Erfolg in der Spendensumme auch in der Aktion „300“ wiederholen lässt, hängt nicht zuletzt von den vielen fleißigen Spendern ab. Steffi Saul betont: „Meine Spendenaktion widme ich allen Krebspatienten, die täglich einen harten Kampf austragen müssen, sie haben eine sehr schwere Last zu tragen. Ich möchte Ihnen Mut geben, den Kampf niemals aufzugeben, und laufe deshalb symbolisch in einer 20 Kilogramm schweren Feuerwehrmontur.“

Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder zehnte Patient findet keinen Spender. Viele Menschen folgen schon den Typisierungsaktionen, aber die wenigsten wissen, dass eine Typisierung die DKMS 35 Euro kostet. Deshalb können auch Geldspenden Leben retten.


Spendenkonto

Informationen zum Spendenultra unter www.steffirennt.de; Geldspenden sind zu überweisen an: DKMS, IBAN DE 59 6407 0085 0179 0005 08. Als Verwendungszweck bitte „Steffi rennt“ angeben. Das Konto ist bei der Deutschen Bank in Reutlingen eingerichtet.

Steffi Saul begründet ihre extreme Aktion folgendermaßen: „Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, vielleicht auch nur mit einem kleinen Beitrag im Rahmen meines Möglichen etwas für diese Menschen zu tun, denn tatsächlich ist es so ... Es kann jeden von uns treffen. Wenn man einmal den Kampf gegen den Krebs in der Familie miterlebt hat, sich mit Betroffenen austauscht, weiß man, was diese Menschen jeden Tag durchmachen müssen. Hoffnung ist hier das Einzige, an was sie sich klammern können, die Hoffnung, wieder gesund zu werden.

Leider ist es in der heutigen Zeit nicht mehr so leicht, Spenden zu sammeln, deshalb diese Aktion! Sie mag verrückt sein und sie mag gewagt sein, vielleicht auch unvorstellbar? Ich versuche, aus einem impossible ein possible zu machen, und hoffe auf zahlreiche Spenden.“

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