Steuer 2019 Das sind die zehn wichtigsten Änderungen 2019

2019 ändert sich einiges bei der Steuer - wer das beachtet, kann viele Euros wieder zurück holen. Foto: Pexels

Waiblingen. Höheres Kindergeld, Steuervergünstigung für umweltbewusstes Fahren und längere Abgabefristen: 2019 ändert sich einiges im Steuerrecht. Wir haben mit Informationen des Bundes der Steuerzahler die Liste der wichtigsten Änderungen für die Steuer zusammengestellt:

1.) Zwei Monate länger Zeit

Die Abgabefristen für die Steuereklärungen werden länger. Bislang mussten alle, die eine jährliche Steuererklärung ablegen müssen (z.B. weil sie Einkünfte aus Miete oder Zinsen haben) diese bis zum 31. Mai abgegen. 2019 hat man zwei Monate länger Zeit; erst am 31. Juli 2019 muss diese dann im Finanzamt eingegangen sein. Auch die Frist für Steuerberater verlängern sich entsprechend bis zum 28. Februar 2020. 

2.) Höhere Vorsorgeaufwendungen abziehbar

Vorsorge für das Alter kann steuerlich besser abgesetzt werden. Wer in die gesetzliche Rentenversicherung oder in berufsständigen Versorgungswerken einzahlt, darf im Jahr 2019 maximal 88 Prozent des Höchstbetrages von 24.305 Euro steuerlich geltend machen. Alleinstehende können also maximal 21.389 Euro, Ehepaare 42.778 Euro absetzen. 2018 waren es pro Kopf nur 20.392 (86 Prozent des Höchstbetrages von 23.712) Euro. Aber Vorsicht: Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil bereits abgezogen. 

3.) Dienst- oder Betriebsrad sind steuerfrei

Im Gegensatz zum Dienstauto muss der Arbeitnehmer ein eventuelles Dienstfahrrad nicht mehr mit dem geldwerten Vorteil versteuern. Das gilt auch für Elektrofahrräder. Solange diese jedenfalls nicht verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug gelten (d.h. schneller als 25 km/h sind). Die Steuerfreiheit für das Dienstrad ist befristet und gilt vom 1. Januar 2019 bis Ende 2021. 

4.) Elektroautos bevorzugt

Bei elektrisch betriebenen Dienstwagen (oder auch -Fahrrad), die auch privat genutzt werden, kann die private Nutzung weiterhin pauschal mit der 1-Prozent-Methode berechnet werden, allerdings bezogen auf den halben Bruttolistenpreis, nicht mehr den vollen. Das spart einiges an Steuern. Die Änderung gilt aber nur für Elektro- oder schadstoffarme Hybridelektrofahrzeuge, die neu ab dem Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31.Dezember 2021 angeschafft werden. 

5.) Gesetzlicher Mindestlohn steigt - auch für Minijobber

Ab dem 1. Januar 2019 gilt ein neuer Mindestlohnsatz von 9,19 Euro pro Stunde. Das gilt auch für Minijobber, die beispielsweise im Haushalt arbeiten. Eventuell muss hier also die Arbeitszeit angepasst werden, damit die 450-Euro-Verdienstgrenze der Minijobber nicht überschritten wird. 

6.) Existenzminimum ist steuerfrei

Der Grundfreibetrag steigt um 168 Euro auf 9168 Euro. Damit soll das Existenzminimum steuerfrei bleiben. Das bedeutet, es wird erst bei einem Einkommen über diesen Betrag Einkommenssteuern fällig, bei Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnerschaften sind es dann 18.336 Euro. 

7. ) Kinderfreibeträge steigen

MIt dem Kinderfreibetrag soll Eltern ein bestimmter Teil des Einkommens steuerfrei belassen werden, um das Existenzminimum ihrer Kinder abzusichern. Dieser Betrag erhöht sich 2019 um 96 Euro auf 2490 Euro pro Kind und Elternteil. Dazu kommt der gleichbleibende Freibetrag für den Betreeungs- und Erziehungsbedarf von 1320 Euro pro Kind. 

8.) Kindergeld steigt

Ab dem 1. Juli 2019 steigt das Kindergeld um 10 Euro auf 204 Euro pro Monat für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das dritte Kind und für das vierte und jedes weiter Kind jeweils 235 Euro. 

9.) Höhere Pauschalen beim Umzug

Wer arbeitsbedingt den Wohnort wechselt, kann nun auch neben den Einzelkosten für Makler oder Spedition auch den Pauschbetrag für "sonstige Umzugskosten" von der Steuerlast abziehen. Für Umzüge ab dem 1.April 2019 gelten höherer Pauschalen. Und wenn die Kinder durch den Umzug an der neuen Schule nicht mehr mitkommen, können sogar die Kosten für den Nachhilfeunterricht steuerlich geltend gemacht werden. 

10.) Jobticket ist wieder steuerfrei

Der Staat unterstützt künftig wieder umweltfreundliches Fahren mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Erhalten Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber Tickets oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr, ist das ab dem Jahr 2019 wieder steuerfrei. Allerdings wird die Entfernungspauschale beim Arbeitnehmer entsprechend gekürzt. 

Es gibt noch viele weitere Änderungen im Steuerdschungel, besonders auch für Unternehmen und im Online-Handel. Der Bund der Steuerzahler informiert darüber in einer Broschüre. 

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