Streit um 50+1-Regel Bundeskartellamt fordert Erklärung von Vereinen

Frankfurt/Main. Im Streit um die 50+1-Regel hat das Bundeskartellamt alle 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga schriftlich aufgefordert, sich zu den Lizenzierungsvorgaben der Deutschen Fußball Liga zu erklären. Ein entsprechender Brief vom 2. Januar an die Clubpräsidenten liegt der Neuen Westfälischen vor, wie die Zeitung in ihrer Freitagausgabe berichtet.

Darin heiße es, die 6. Beschlussabteilung des Kartellamtes sei "im Rahmen der Ermittlungen in diesem Verwaltungsverfahren sehr an der Meinung der Clubs (...) zur 50+1-Regel interessiert". Die DFL hatte angekündigt, das Kartellamt einzuschalten, um Rechtssicherheit zu erhalten. Die Gespräche mit den 26 Vereinen sollen bis Mitte März abgeschlossen sein. 

Im vergangenen Sommer hatte die DFL den Antrag von Hannover 96 zunächst abgelehnt, künftig wie die TSG 1899 Hoffenheim, Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg eine Ausnahme von der 50+1-Regel zu bekommen. Diese nur in Deutschland geltende Regel verhindert, dass externe Investoren mehrheitlich bei ausgegliederten Profi-Kapitalgesellschaften einsteigen können.

Gegen diese Entscheidung war 96-Boss Martin Kind vor das Schiedsgericht gezogen, das sich im Dezember vertagt hatte. Anders als die DFL sieht es der 74 Jahre alte Hörgeräte-Unternehmer als erwiesen an, den Club seit mindestens 20 Jahren finanziell in "erheblichem Umfang" unterstützt zu haben. Eine Ausnahme müsse ihm nach den Statuten daher erteilt werden, argumentiert Kind.

Wird der Antrag aber erneut abgelehnt, will Kind vor das Landgericht Frankfurt am Main ziehen. Die entsprechende Klage - dann gegen die 50+1-Regel als solche - ist bereits vorbereitet. Experten rechnen damit, dass diese Regelung nicht mit EU-Recht vereinbar ist und dann fällt. Dann könnten theoretisch bei jedem Proficlub Investoren mehrheitlich einsteigen.

Beim VfB Stuttgart, der seine Lizenzspielerabteilung im Sommer 2017 in eine AG ausgegliedert hat, gibt es mit der Daimler AG bereits einen Investor, der sich mit 41,5 Millionen Euro 11,75 Prozent in die VfB-AG eingekauft hat. Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Dietrich ist aktuell auf der Suche nach einem zweiten Geldgeber, der bis spätestens Mitte des Jahres gefunden sein soll. Insgesamt darf die VfB-AG maximal 24,9 Prozent ihrer Anteile an Investoren veräußern.

  • Bewertung
    2
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!