Stuhlgang im Becken Darum wurde das Rohrbronner Freibad geschlossen

 Foto: Schneider/ZVW

Remshalden. Dass Jugendliche nachts ins Rohrbronner Freibädle einsteigen, um sich abzukühlen, komme insbesondere zur Zeit der Dorfhocketse ab und an vor. Dagegen nütze leider auch der Zaun nichts. Katrin Pazda vom Förderverein kann sich jedoch nicht erinnern, dass jemand ins Becken gekotet hat. So geschehen am Morgen des Sonntags. Das Bad hatte deshalb den Tag über zu.

Im Verdacht stehen zwei Jugendgruppen, die ein Zeuge am Sonntag zwischen 4 und 5 Uhr dabei beobachtet hat, wie sie ins Freibädle einstiegen und sich im Bad vergnügten. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet unter Tel. 0 71 51 / 7 24 63 um weitere Hinweise.

Nachdem dann die Badbetreiber am Sonntagfrüh Stuhlgang im Becken schwimmen sahen, wurde der Entschluss gefasst, das Bad am Sonntag zur Reinigung geschlossen zu lassen. „Im Grunde eigentlich eine reine Vorsichtsmaßnahme aus Hygiene-Gründen. Das Chlor im Wasser, und wir haben den Chlorgehalt anschließend auch zeitweise extra erhöht, zersetzt eigentlich alle schädlichen Bakterien“, sagt Katrin Pazda. „Aber der Stuhlgang schwamm schon einige Stunden im Becken und hatte sich teils aufgelöst.“ So sei man lieber auf Nummer sicher gegangen. „Wir haben auch viele kleine Badegäste.“

Laboranalyse: "vorzügliche Wasserqualität"

Zupass kam den Wassertechnikern zudem die turnusgemäße sonntägliche Spülung des Wassers. „Zweimal pro Woche läuft das Wasser durch einen Filter, einmal eben am Sonntag.“ Eine anschließende Laboranalyse habe eine vorzügliche Wasserqualität bestätigt, so Katrin Pazda.

Die Einnahme-Einbußen, nicht nur was die Eintrittskarten (viele haben eh Dauerkarten), sondern auch den Umsatz am Kiosk angeht, sind natürlich zu beklagen. „Auch ist es immer eine gute Werbung für unser Bad, wenn wir an einem Hocketse-Sonntag geöffnet haben. Da kommen schon Leute und schauen und erfahren, dass es uns gibt“, sagt Katrin Pazda.

Das Rohrbronner Bädle könne vom Platz her, also was die Liegeflächen angeht, maximal um die 100 Badegäste gleichzeitig aufnehmen. Die allermeisten kommen aus dem Ort. Bei der Hitze suche aber auch der eine oder die andere aus Geradstetten in Rohrbronn Abkühlung, da das Geradstettener Bad gerade wegen eines Schadenfalls (die Beckenfolie hatte sich gelöst) bis mindestens Mitte August geschlossen bleibt.

Solche Fälle sind die Ausnahme

Grundsätzlich habe man in Rohrbronn nur ganz ganz selten Probleme mit „Hinterlassenschaften“ im Badewasser. „Vor Jahren haben wir aufgrund eines Falles, als ein Kleinkind, ins Wasser gemacht hatte, eine Badewindelpflicht eingeführt. Und unsere Gäste sind vor allem Einheimische. Die achten auf ihr Bädle und die Wasserqualität.“

Auch ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen kann sich auf die Schnelle nicht an einen ähnlich gelagerten Fall wie vom Sonntag in Rohrbronn erinnern. „Klar, es kommt immer wieder mal vor, dass Partygänger oder so nachts in Freibäder einsteigen, aber die Polizei erfährt davon ja in den wenigsten Fällen etwas, wenn nichts kaputtgemacht oder eben nichts Unappetitliches hinterlassen wurde."

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