Stuttgart 21 Die Deutsche Bahn schafft Lebensräume für den Juchtenkäfer

Stuttgart/Waldenbuch.
Die Deutsche Bahn lässt bei Waldenbuch im Naturpark Schönbuch (Kreis Böblingen) Bäume präparieren, damit sich dort Juchtenkäfer ansiedeln können. Dabei handele es sich um Auflagen für Rodungen im Zuge des Bauprojekts Stuttgart 21, wie Bahn-Sprecher Jörg Hamann sagte. Die Bahn stellt die Maßnahmen heute der Öffentlichkeit vor.

Der Juchtenkäfer ist sehr selten und steht unter EU-Schutz. Die Bahn hat am Stuttgarter Rosensteinpark zum Bau neuer Tunnel sechs Bäume gefällt, an denen sein Vorkommen angenommen wurde. Dazu benötigte sie eine Sondergenehmigung der Europäischen Kommission. Bedingung der EU für die Genehmigung waren Ausgleichsmaßnahmen, um dem Juchtenkäfer Lebensraum zu bieten. Im Schönbuch gibt es bereits Populationen der seltenen Käferart. Ihr Habitat soll jetzt zwischen Waldenbuch und Schönaich vergrößert und gesichert werden. Für die Umsetzung ist das Amt für Forsten des Landkreises Böblingen verantwortlich.

Mögliche Juchtenkäfervorkommen hatten seit Beginn der umstrittenen Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs bereits mehrfach für Wirbel gesorgt. 2016 hatte die Bahn zum Ausgleich für gefällte sogenannte Juchtenkäferverdachtsbäume zwei neue Platanen im Schlossgarten pflanzen lassen. Bei den Fällarbeiten im Februar 2018 war ein Flasche mit Käferkot gefunden worden. Die Bahn verdächtigt Projektgegner, sie ausgelegt zu haben, um den Umbau zu behindern. Der Konzern erstattete Anzeige, die Staatsanwaltschaft Stuttgart erkannte aber keinen Straftatbestand und nahm keine Ermittlungen auf.

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