Stuttgart 21 Erste Röhre des Stuttgart 21-Fildertunnels durchgeschlagen

, aktualisiert am 11.02.2020 - 17:09 Uhr
Bauarbeiter laufen im Tunnel zu einem Nachläufer der Tunnelbohrmaschine. Foto: Tom Weller/dpa Foto: dpa

Stuttgart.
Das milliardenschwere Bauprojekt Stuttgart 21 hat ein weiteres Etappenziel erreicht: Der erste von zwei Röhren des Fildertunnels zwischen Flughafen und Tiefbahnhof ist am Dienstag durchschlagen worden. Nach Angaben der Bahn wird die 20 Meter breite und 18 Meter hohe Röhre im Übergang zum Talkessel später zwei Gleise aufnehmen. Der Tunnel ist rund 9,5 Kilometer lang und somit der längste Tunnel des Projekts Stuttgart-Ulm. Er verbindet den künftigen unterirdischen Stuttgarter Hauptbahnhof mit der rund 150 Meter höher gelegenen Filderebene.

Der Vortrieb hatte 15 Monate lang gedauert. Die fertig vorgetriebene Röhre verläuft unter anderem unter dem bewohnten Stuttgarter Kernerviertel entlang. Der Durchschlag der zweiten Röhre mit ihren ebenfalls zwei Gleisen zum Bahnhof ist in diesem Frühjahr geplant. Dort haben die Mineure noch 67 Meter Vortrieb vor sich.

Beim Anheben der Häuser hatte ein schmales Zwischengebäude Risse bekommen, es musste abgerissen werden. Außerdem sorgen Entschädigungsverfahren für Schlagzeilen. Denn weil der Fildertunnel unter Grundstücken von fremden Eigentümern durchführt, muss die Deutsche Bahn diese entschädigen - manchen ist die angebotene Summe aber zu niedrig. Bei den Verfahren geht es um die Eintragung eines entsprechenden Rechts - im Fachjargon beschränkt persönliche Dienstbarkeit genannt - zu Gunsten der Bahn in das Grundbuch. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart sind die Verfahren noch anhängig.

Das Projekt Stuttgart 21 steht für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Es trägt nach Ansicht der Bahn dazu bei, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen. Inklusive aller Brücken und Zubringertunnel zum neuen Tiefbahnhof in Stuttgart soll das Projekt nach letzten Schätzungen 8,2 Milliarden Euro kosten. Im Finanzierungsvertrag waren im Jahr 2009 noch 4,5 Milliarden Euro festgelegt worden.

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