Stuttgart 21 Grüne und BUND verlassen Bündnis gegen Bahnprojekt

Die Demos gegen Stuttgart 21 organisieren die Parkschützer allein Foto: Peter Petsch

Stuttgart - Der Kreisverband der Grünen, der Regionalverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie Pro Bahn und Verkehrsclub Deutschland (VCD) steigen aus dem Aktionsbündnis gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 aus. Damit bleiben neun stimmberechtigte Mitglieder im Bündnis, darunter die Linke und Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS), die im Gemeinderat eine Fraktionsgemeinschaft bilden, und die Gruppe der Aktiven Parkschützer.

Die Trennung war in den letzten Wochen absehbar. Das Bündnis hatte nach der verlorenen Volksabstimmung gegen den Tiefbahnhof die Gemeinsamkeiten betont. Die Meinungsverschiedenheiten wurden aber jetzt offensichtlich. Knackpunkt war zuletzt die Montagsdemonstration. „Wir sehen unsere Arbeit mehr in fachlicher als aktionstechnischer Hinsicht, regelmäßige Demos sind nicht unsere Aufgabe“, sagt die Grünen-Kreisvorsitzende Petra Rühle.

„Wir trennen uns, aber es gibt keinen Rosenkrieg, und wir distanzieren uns auch nicht von den Montagsdemos“, sagt BUND-Regionalchef Gerhard Pfeifer. Man wolle sich auf die fachliche Arbeit und Gutachten konzentrieren. Das gemeinsame Ziel bleibe, Stuttgart 21 zu kippen. Der BUND hat über das von ihm geführte Konto des Aktionsbündnisses 2013 jede vierte Montagsdemo finanziert. Insgesamt flossen rund 25 000 Euro. Spender auf dieses Konto können den Betrag bei der Steuer angeben. Die Grünen trugen 2013 nicht zur Finanzierung bei. Das Aktionsbündnis, sagt Rühle „lebt von Rücklagen aus 2010 und 2011“.

Pfeifer zeigte sich am Mittwoch erleichtert über die Lösung. Jede Seite werde dadurch gestärkt. Die Entscheidung sei „geordnet“ getroffen worden, am Schluss habe man zusammen angestoßen.

Wasser in den Wein kippt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. Das Bündnis werde tatsächlich gestärkt, sagt er, weil „die Behinderung durch die Grünen wegfällt“. Das sei eine „Befreiung“. Wer bisher mit der Partei sympathisiert ­habe, könne nun überlegen, wen er bei der Kommunalwahl unterstützen werde. Die Finanzierung der Demos sieht er nicht gefährdet. Die Spenden reichten dafür aus.

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