Stuttgart Daimlers Gewinn bricht um fast ein Drittel ein

, aktualisiert am 06.02.2019 - 09:38 Uhr
Die Konzernzentrale der Daimler AG in Untertürkheim. Foto: Marijan Murat Foto: dpa

Stuttgart. Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat 2018 einen herben Gewinneinbruch verbucht. Unterm Strich ging das Ergebnis um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Die Erlöse konnte Daimler vor allem dank der Lastwagensparte um 2 Prozent auf 167,36 Milliarden Euro steigern. "Für Daimler war 2018 ein Jahr mit starkem Gegenwind", sagte der scheidende Konzernchef Dieter Zetsche. Er übergibt bei der Hauptversammlung im Mai die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius.

Verschiedene Faktoren drückten Ergebnis

Im vergangenen Jahr drückten verschiedene Faktoren das Ergebnis. Zum Handelsstreit zwischen China und den USA kamen auch noch Kosten für Dieselrückrufe und für das früher verwendete Kältemittel R134a. Der neue Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP belastete ebenfalls, weil nicht alle Modelle den Kunden angeboten werden konnten. Der Rückgang der Autoverkäufe in einigen Monaten hätte dem Konzern beinahe auch auf Jahressicht ein Absatzminus eingebrockt.

2019 soll hingegen neben Absatz und Umsatz auch der operative Gewinn leicht steigen. Bei der wichtigen Umsatzrendite in der Pkw-Sparte, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt, peilt Daimler zwischen sechs und acht Prozent an, 2018 lag sie bei 7,8 Prozent. In der Regel peilt der Konzern hier einen Wert von acht bis zehn Prozent an. "Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein", sagte Zetsche. "Deshalb haben wir begonnen, umfassende Gegenmaßnahmen zu erarbeiten."

Weniger Prämie für Daimler-Mitarbeiter

Die Daimler-Mitarbeiter bekommen nach einem Gewinneinbruch des Autobauers weniger Prämie. Die rund 130 000 Tarifbeschäftigten des Konzerns erhalten in diesem Jahr nur 4965 Euro Ergebnisbeteiligung nach 5700 im Vorjahr, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. Grundlage für die Ermittlung der Prämie ist eine Berechnungsformel, die den Gewinn vor Zinsen und Steuern und die Umsatzrendite miteinander verknüpft. Der operative Gewinn war im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich verdiente Daimler sogar 29 Prozent weniger. Daimler-Chef Dieter Zetsche kündigte "umfassende Gegenmaßnahmen" an.

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei dem Konzern zumindest bei der Stammbelegschaft in Deutschland erst einmal ausgeschlossen. Der Betriebsrat hatte 2017 eine neue Jobsicherung bis Ende 2029 ausgehandelt. Weltweit beschäftigte der Konzern zuletzt knapp 300 000 Mitarbeiter.

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