Stuttgart Nachwuchs bei den Springtamarinen in der Wilhelma

Erst vier Wochen alt ist das Jungtier bei den Springtamarinen der Wilhelma. Fest klammert es sich an den Rücken seiner Mutter und lässt sich von ihr durch die Wipfel tragen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Stuttgart. Familienzuwachs bei den Springtamarinen in der Stuttgarter Wilhelma: Vor vier Wochen hat Weibchen Brava im Südamerikahaus einen kleinen Krallenaffen zur Welt gebracht. Das teilte der Zoo am Donnerstag (12.09.) mit. Noch behält die Mutter das kleine Bündel, das sich fest an ihren Rücken klammert, ganz für sich. Doch seine Geschwister beobachten das Jungtier schon mit großem Interesse und dürfen es beschnuppern und ihm vorsichtig das Fell kraulen.

Das gegenseitige Kennenlernen ist nach Angaben des Zoologisch-Botanischen Gartens wichtig, da die Aufzucht bei den Krallenaffen Gemeinschaftssache ist. Die ersten Wochen klammert sich das Jungtier nur an seine Mutter. Wenn es dann allein etwas sicherer auf den Beinen ist, wird das Kleine auch dem Vater und den Geschwistern anvertraut. "Für Brava ist es jetzt schon der dritte Nachwuchs", erklärt Tierpflegerin Christina Keiper. "Je erfahrener eine Mutter ist, desto eher gibt sie ihr Jungtier auch zeitweise ab."

Neugeborene Springtamarine wiegen nur etwa 60 Gramm. Die ausgewachsenen Tiere bringen kaum ein halbes Kilo auf die Waage. Durch ihr geringes Gewicht kommen die kleinen Krallenaffen in Bambusdickicht und Unterholz schnell und leichtfüßig voran. Sie sind nicht nur geschickte Kletterer, sondern können mit einem Sprung auch Distanzen von bis zu vier Metern überwinden.

Beheimatet sind die schwarzen Primaten in den Tieflandregenwäldern des westlichen Amazonasbeckens. Da ihr natürlicher Lebensraum durch Brandrodungen und Abholzung immer mehr schrumpft, gilt die Krallenaffen-Art als gefährdet. Dazu kommt, dass die Springtamarine in ihrer Heimat ohnehin wenig verbreitet sind, da sie weiträumige Reviere für sich beanspruchen und zu ihren Artgenossen in benachbarten Territorien großen Abstand halten.

Enger Kontakt und gegenseitige Fellpflege

Einzelne Gruppen begegnen sich daher nur selten. Die Gruppen bestehen in der Regel aus höchstens acht Tieren, wobei meist ein Paar mit seinem Nachwuchs zusammenlebt. Sie halten untereinander engen Kontakt, pflegen sich gegenseitig intensiv ihr Fell und schlafen dicht beieinander. Den Tag über durchstreifen die Springtamarine ihr Revier auf der Suche nach Früchten, Pilzen und Insekten.

Auch der Neuzugang in der Wilhelma interessiert sich langsam für das Futter in der Schale, obwohl er im Moment noch hauptsächlich gesäugt wird. "Was genau man fressen kann, bekommt der Nachwuchs von seiner Mutter aus erster Hand mit, indem er von ihrer Nahrung probiert", berichtet Keiper. 

„Das merkt man auch den erwachsenen Jungtieren an, wenn man ihnen ungewohntes Futter anbietet. Weil sie es nicht kennen, können sie damit erstmal nichts anfangen.“ Meist siegt dann doch Neugier und die Kleinen folgen dem Beispiel ihrer erfahrenen Eltern. Besonders gut lässt sich das in der Wilhelma täglich um 13.30 Uhr beobachten, wenn bei den Springtamarinen die Fütterung ansteht. Dann ist auch Bravas jüngster Schützling hellwach und reckt neugierig sein kleines Köpfchen aus ihrem dunklen Haarkleid hervor.

  • Bewertung
    1

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!