Stuttgart Zukünftig mit der Seilbahn zum Flughafen?

Seilschwebebahnen gelten als Geheimwaffe im Kampf gegen Verkehrsprobleme. Bald auch in Stuttgart? Montage: ZVW/cta Foto: Pixabay

Stuttgart. Seilschwebebahnen gelten als mögliche Geheimwaffe im Kampf gegen tägliche Verkehrsinfarkte im urbanen Raum. Auch die Stadt Stuttgart hat Ende letzten Jahres eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag gegeben. Eine erste Erkenntnis hat die Stadt nun am Dienstag präsentiert. 

Der erste Schwerpunkt wurde dabei auf den Bereich Vaihingen/Möhringen, ganz besonders über den Synergiepark Vaihingen-Möhringen bis zum Flughafen beziehungsweise vom Bahnhof Vaihingen zum Eiermann-Campus (ehemals IBM), gelegt. Dort bestehe laut Planern verkehrstechnisch der größte Bedarf. Und tatsächlich, eine Seilbahn für diese Trasse sei machbar und für die Fahrgäste durch die sehr gute Anbindung an den Bahnhof Vaihingen entsprechend attraktiv. Über 10 000 Fahrgäste pro Tag dürften dann schätzungsweise bei einem Ausbau vom Eiermann-Campus in Stuttgart-Vaihingen  bis zum Parkhaus an der A8 die Seilbahn nutzen. Alleridings würden die meisten Fahrgäste die Seilbahn wohl in Kombination mit dem bereits bestehenden öffentlichen Nahverkehr nutzen und nur wenige vom Auto umsteigen. Das könnte man, so die Planer, aber entschärfen, wenn man das Parkhaus an der A8 in der Nähe des Flughafens einbezieht und im Gewerbegebiet Synergiepark Vaihingen/Möhringen eine strikte Parkraumbewirtschaftung einführt - Parkplätze dort also kostenpflichtig macht. 

Wie geht es weiter?

Die Stadt empfiehlt nun, die Machbarkeitsstudie auf Grundlage des Trassenvorschlags Vaihingen-Möhringen fortzuführen und in eine detaillierte Planungsstufe überzugehen. Auch möchte die Stadt mit den vorliegenden Ergebnisse in den Stadtbezirken Vaihingen und Möhringen eine erste Bürgerbeteiligung organisieren. 

Weitere Seilbahnen? 

Neben dem Trassenvorschlag A, der Verbindung vom Eiermann-Campus über den Vaihinger Bahnhof und den Synergiepark Vaihingen-Möhringen bis zum Flughafen, waren dies: Trassenvorschlag B von Peregrinastraße über Degerloch-Süd/Tränke, Hoffeld, Asemwald, Birkach, Universität Hohenheim bis nach Plieningen, Trassenvorschlag C vom Pragsattel über S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße und Mineralbäder bis zum Ostendplatz sowie Trassenvorschlag D vom Daimler Tor 1 über Cannstatter Wasen und Mineralbäder bis zur Stadtmitte. Der Trassenvorschlag A wurde aufgrund des erhöhten Bedarfs priorisiert. 

Seilbahnen liegen im Trend

Als Verkehrskonzept liegen Seilbahnen total im Trend. "Es sind technisch ausgereifte Systeme und würden auch in Städten funktionieren", erklärte Maike Puhe vom Karlsruher Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse dem Manager Magazin. In Konstanz wird die Seilbahn-Lösung genauso diskutiert wie in Berlin oder auch in Stuttgart. In Ulm, Trier und Hamburg habe man dagegegen das Konzept bereits verworfen. In Betrieb und sehr bekannt ist die Kölner Seilbahn über den Rhein. 

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