Stuttgart Zweiter Schabrackentapir ist in die Wilhelma eingezogen

Stuttgart.
Ketiga bekommt Gesellschaft: In der Wilhelma hat gestern Morgen ein zweiter Schabrackentapir sein Gehege bezogen. Damit macht der Zoologisch-Botanische Garten den nächsten Schritt bei der wieder aufgenommenen Haltung dieser auffälligen und sehr seltenen Tierart. Die Wilhelma hatte Tapire zuletzt 2010 gehalten.

Tapire sind trotz ihres klobigen Körpers und Rüssels nicht mit Schweinen verwandt, sondern stehen Pferden und Nashörnern nahe und tragen in ihrer asiatischen Unterart eine markante Schwarzweißfärbung.

Erstmal leben Ketiga und Penang getrennt

Der neue Tapir Penang ist nur acht Wochen jünger als Ketiga, der Ende August aus dem Zoo Leipzig nach Stuttgart gekommen war. „Mit den beiden 17 und 19 Monate alten Jungtieren haben wir jetzt zwei Bullen, von denen wir annehmen, dass sie harmonieren werden“, sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Zunächst muss sich Penang akklimatisieren. Dann entscheiden die Tierpfleger, ab wann sie einen Versuch wagen, die beiden zueinander zu lassen.“

Ab Freitag soll das Tapirgebäude geöffnet werden, solange der Besucherbetrieb Penang nicht stresst. Im vergangenen Sommer hat die Wilhelma das letzte Flusspferd Mike in einen tschechischen Zoo vermittelt und ihre Anlage für die kleineren Tapire angepasst.

Zoos wollen Tapire vor dem Aussterben retten

Der Bestand der Schabrackentapire hat sich in Asien in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Vor allem Palmölplantagen verdrängen die tropischen Wälder, in denen sie leben. Der ihnen bleibende Lebensraum zerfällt in immer kleinere Gebiete. Zum Teil werden Tapire auch noch gejagt. Gemeinsam möchten die Zoos verhindern, dass diese stark bedrohte Art ganz von der Bildfläche verschwindet. Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm leben derzeit rund 50 Schabrackentapire. Darunter ist jedoch kein Weibchen, das für die Wilhelma in Frage kommt. „

In einigen Jahren soll eine Tapirkuh einziehen

„Ketiga ist in den letzten Monaten bei uns heimisch geworden“, berichtet Kölpin. „Und aus dem Zoo in Singapur wissen wir, dass sich junge Tapir-Männer in kleinen Gruppen halten lassen. Die Gesellschaft beruhigt sie und, wenn es wirklich gut läuft, spielen sie miteinander. Daher ist es für uns eine gute Zwischenlösung, einige Jahre zwei Jungbullen zu halten und einen davon später für die Zucht gegen eine passende Tapirkuh zu tauschen.“

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