Die Stuttgarter Wundertüte Welches Gesicht wird der VfB in der Relegation zeigen?

Mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg haben die Schwaben am Samstag den direkten Abstieg verhindert und die Relegationsteilnahme gesichert. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart.
Eine 0:6-Klatsche gegen Augsburg, ein knapper 1:0-Sieg gegen Gladbach, eine verdiente 1:3-Pleite in Berlin und jetzt ein überraschend klarer 3:0-Heimerfolg gegen harmlose Wolfsburger. Die Fans des VfB Stuttgart werden in dieser Saison aus den Leistungen ihrer Mannschaft einfach nicht schlau. Die VfB-Wundertüte präsentierte gegen den VfL ihr kämpferisches Gesicht und sicherte sich so die Teilnahme an den beiden Relegationsspielen (23. und 27. Mai / ZVW-Liveticker) um den Klassenverbleib.

„Wir haben heute das Herz in beide Hände genommen und gesagt, wir können uns nicht darauf verlassen, was in den anderen Stadien passiert. Wir wollen das hier regeln. Das haben wir, glaube ich, eindrucksvoll geschafft“, sagte Kapitän Christian Gentner. An der grundsätzlich enttäuschenden Saison ließ der Mittelfeldspieler, dessen Vertrag ausläuft und der einige „Baustellen“ im Verein vorerst nur intern ansprechen will, dennoch keinen Zweifel aufkommen. „Wir haben 27 Punkte jetzt, da darfst du normal nicht in der Liga bleiben. Wir bekommen die Chance geschenkt mit der Relegation.“

Wie der überraschend deutliche Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse.

Startformation und Aufstellung

Angreifer Chadrac Akolo war die überraschendste von ingesamt vier Veränderungen in der VfB-Startelf, die Nico Willig im Vergleich zur 1:3-Niederlage in Berlin vornahm. Der Kongolese, der bislang in der Rückrunde lediglich acht (!) Minuten auf dem Feld stand, rückte gegen Wolfsburg für Spielmacher Daniel Didavi in die Mannschaft und spielte in der 4-2-3-1-Grundordnung auf der Zehnerposition hinter der einzigen Spitze Anastasios Donis.

Zudem ersetzte Kapitän Christian Gentner den verletzten Andreas Beck und Alexander Esswein und Emiliano Insua erhielten den Vorzug vor Dennis Aogo und Borna Sosa. Kurzfristig musste Willig auf Timo Baumgartl (Magen-Darm-Probleme) und Erik Thommy (Sprunggelenksverletzung) verzichten. Dadurch durfte der in Waiblingen geborene U-19-Stürmer Stürmer Leon Dajaku auf der Bank Platz nehmen.

Spielidee und Taktik

Die Willig-Elf agierte gegen Wolfsburg deutlich aktiver und mutiger als noch vor sieben Tagen in der Hauptstadt. Gegen den Ball formierte sich der VfB in einem 4-4-2-System mit der Doppelspitze Donis/Akolo. Wie schon beim Heimerfolg über Gladbach wechselten die Schwaben immer wieder zwischen einer tiefen Staffelung und einem etwas höheren Pressing. Die erfahrenen Mittelfeldspieler Gonzalo Castro und Christian Gentner (zusammen kommen die beiden auf 758 Bundesligaspiele) gaben auf der Doppelsechs den Takt vor. 

Nach Ballgewinnen sollte es schnell und schnörkellos in die Spitze gehen. Lange Zeit wurden die Umschaltmomente aber nicht effizient genutzt. Zu schnell und zu leichtfertig wurden die Bälle wieder hergegeben. Der fulminante, aber auch zweimal abgefälschte Strahl von Gonzalo Castro brachte der Mannschaft kurz vor der Halbzeitpause die Führung - und gab der VfB-Elf Sicherheit für die zweiten 45 Minuten, in denen der eingewechselte Daniel Didavi dann mit einer Vorlage (55./für Donis) und einem Treffer (84.) für die Entscheidung sorgte.

Spielentscheider

Der entscheidende Faktor an diesem regnerischen Nachmittag in der Stuttgarter Arena war die Einstellung der Stuttgarter Profis. Mit Mut, Leidenschaft und Willen füllten die elf Spieler auf dem Rasen die Vorgaben von Trainer Nico Willig mit Leben und kamen so zu einem verdienten Heimsieg. „Von Minute zu Minute sind das Selbstvertrauen und die Energie in die Mannschaft zurückgekommen. Das 1:0 kurz vor der Pause war dann ein Brustlöser“, analysierte Willig die Partie in der Rückschau, „die Spieler sind gerannt, haben gekämpft und haben Signale gesetzt. Das zweite und dritte Tor war die Belohnung für ihren Einsatz.“

Die mutigere Herangehensweise des jungen Trainers wurde belohnt, der Matchplan ging diese Woche auf. Die große Frage bleibt, welches Gesicht die VfB-Wundertüte jetzt in den beiden Relegationsspielen zeigen wird. Das lethargische und mutlose Berlin-Gesicht? Oder das entschlossene und selbstbewusste Wolfsburg-Gesicht? 

Ausblick 34. Spieltag

Samstag, 18. Mai, 15.30 Uhr:

  • Bayern München - Eintracht Frankfurt
  • FC Schalke 04 - VfB Stuttgart
  • Bor. Mönchengladbach - Borussia Dortmund 
  • Hertha BSC - Bayer Leverkusen
  • Werder Bremen - RB Leipzig 
  • SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 
  • FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim 
  • VfL Wolfsburg - FC Augsburg 
  • Fortuna Düsseldorf - Hannover 96 

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