SV Remshalden Der neue Kunstrasen ist bald fertig

Bruchstücke der alten Elastikschicht liegen in einer Schubkarre am Rand der Baustelle für den neuen Kunstrasen. Ab kommender Woche soll hier der Rasen verlegt werden. Foto: ZVW/Richard Herder

Remshalden. 2016 gründete die Sportvereinigung Remshalden den Arbeitskreis Kunstrasen. Drei Jahre später, co-finanziert von Verein, Gemeinde und Land, steht das Projekt kurz vor seiner Fertigstellung. Nach Rasenverlegung und Umzäunung soll das erste Heimspiel auf dem neuen Sportplatz bereits im Oktober stattfinden.

Derzeit ist vom neuen Kunstrasen in Remshalden noch nicht viel zu sehen. Die Sonne spiegelt sich auf der schwarzen rissigen Fläche neben dem Remshaldener Schwimmbad. Was eher aussieht wie Teer, ist in Wahrheit die Gummischicht des neuen Kunstrasens der Sportvereinigung Remshalden (SVR). Für die kommende Woche ist der Einbau des Kunstrasenflors geplant.

Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 73 000 Euro

Der alte Kunstrasen hatte bereits ein Alter von 15 Jahren und damit das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Ein Kunstrasen hat gegenüber einem Naturrasen-Platz den Vorteil, dass er das ganze Jahr bespielbar ist und weniger Pflegebedarf hat. In der Anfangsplanung rechnete der Verein mit 260 000 Euro für die Teilsanierung des Untergrundes, den Belag und die neue Umzäunung. Die tatsächliche Bausumme beträgt aktuell etwa 240 000 Euro, welche die Gemeinde Remshalden und der Verein zusammen tragen. Auch das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 73 000 Euro am Projekt.

Zuletzt gab es einige Diskussionen rund um das in Kunstrasen verwendete Granulat. Einer Studie des Fraunhofer-Institutes zufolge kämen pro Jahr bis zu 11 000 Tonnen des Stoffes in Form von Mikroplastik durch Austragung und Verwehung in die Umwelt. Diese Zahlen erwiesen sich in Bezug auf Deutschland jedoch als falsch. Sowohl das Deutsche Institut für Normung (DIN) als auch die RAL–Gütegemeinschaft erklärten die vom Fraunhofer-Institut vorgelegten Zahlen für zu hoch. Die Umweltbelastung durch in Kunstrasen verbautes Mikroplastik sei um den Faktor zehn niedriger, als in der Studie behauptet. Inzwischen haben die Wissenschaftler ihre Studie relativiert.

Fertigstellung bereits Ende September möglich

Die Firma Polytan, die den Kunstrasen in Remshalden verlegt, verwendet zudem ein Granulat, das nur zu etwa einem Drittel aus Kunststoff besteht. Der Rest sind natürliche Materialien wie Hanf oder Kreide. Auch die Einfüllmenge ist mit drei Kilogramm pro Quadratmeter weitaus geringer als die in der Fraunhofer–Studie angenommenen Werte. „Der SVR und der Gemeinde war es von Anfang an wichtig, die Platzsanierung so nachhaltig wie möglich umzusetzen“, sagt Reinhard Molt, Bürgermeister von Remshalden. Zurzeit gebe es keine vollwertigen natürlichen Produktalternativen.

In dieser Woche wurde die schwarze Elastikschicht des alten Rasens saniert. Risse wurden geflickt, Bruchstücke wurden ausgetauscht. Anschließend soll der Kunstrasenteppich ausgelegt werden. Laut Jan Ruoff, Bauleiter der Firma Polytan, sei man im Zeitplan. Bei Regen müssten die Bauarbeiten jedoch unterbrochen werden. Aktuell rechnet er mit etwa drei Wochen bis zur Fertigstellung des Rasens. Im Anschluss daran muss der Platz nur noch umzäunt werden. Die Umzäunung ist neu, bisher war der Platz frei zugänglich.

Mit dem Kunstrasenplatz sei man wieder „up to date“, meint Michael Sixt, SVR-Abteilungsleiter im Bereich Fußball. Am 13. Oktober soll der Kunstrasen beim Heimspiel gegen den SSV Steinach Reichenbach eingeweiht werden.


Fakten und Zahlen zum Bau

  • Die Elastikschicht als Basis des Kunstrasens wurde nicht ersetzt, sondern teilsaniert
  • Die Fläche des Sportplatzes bleibt gleich, das eigentliche Fußballfeld wird kleiner
  • Das alte Spielfeld war 89,63 Meter lang und 59,88 Meter breit. Das neue Spielfeld misst 88,48 auf 59,48 Meter
  • Die Verkleinerung war zur Einhaltung von Sicherheitsabständen zum neuen Zaun unerlässlich
  • Der Preis für den Kunstrasen beträgt 220 000 Euro
  • Die Umzäunung kostet weitere 10 000
  • Mit Baunebenkosten betragen die Gesamtkosten etwa 240 000 Euro
  • Davon übernimmt das Land Baden- Württemberg 73 000 Euro
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