Sven Mislintat Das „Diamanten-Auge“ soll den VfB-Kader sanieren

Stuttgart. Beim BVB erarbeitete sich Sven Mislintat einen exzellenten Ruf als Scout und Kaderplaner. In Stuttgart wird der 46-Jährige zunächst einmal mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Der VfB-Kader bedarf einer Grundsanierung.

Nach langer Suche hat Sportvorstand Thomas Hitzlsperger offenbar seinen Wunschkandidaten für den Sportdirektor-Posten beim VfB Stuttgart gefunden: Auf den „Perlentaucher“ Michael Reschke soll das „Diamanten-Auge“ Sven Mislintat folgen.

Wie der kicker in seiner Donnerstagsausgabe berichtet, wird  der ehemalige Dortmunder Chefscout im Schwabenland einen ligaunabhängigen Vertrag unterschreiben und als Sportdirektor künftig hauptverantwortlich für die Transfers des VfB sein. In trockenen Tüchern ist der Deal noch nicht. Ein unterschriftsreifer Vertrag soll ihm aber vorliegen. Laut der Bild-Zeitung wird die Verpflichtung noch am Donnerstag bekannt gegeben werden. Seine Arbeit werde der 46-Jährige am 1. Mai aufnehmen und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 erhalten.

Arsene Wenger holte Mislintat zum FC Arsenal London

Beim BVB verdiente sich der heute 46-Jährige in der Zeit von 2006 bis 2017 seinen eingangs erwähnten Spitznamen. Zunächst als Chefscout und später als Leiter Profifußball. Mit den Transfers von Shinji Kagawa, Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Demebele zu den Schwarz-Gelben erarbeitete sich Mislintat einen hervorragenden Ruf in der Branche. Ein Streit mit dem damaligen Dortmunder Trainer Thomas Tuchel führte allerdings zum Ende seiner Zeit bei der Borussia - und den im westfälischen Kamen geborenen Mislintat im November 2017 zum FC Arsenal London.

Vor allem der damalige Arsenal-Coach Arsene Wenger wollte den Deutsche unbedingt auf die Insel holen. Bei den „Gunners“ arbeitete er als „Head of Recruitment“. Der Wechsel war eine kleine Sensation. Denn: Zum ersten Mal wurde für einen Scout bzw. einen Kaderplaner eine Ablösesumme bezahlt, Borussia Dortmund kassierte einen siebenstelligen Betrag.

Seine Zeit am Ufer der Themse währte aber lediglich 14 Monate. Im Februar 2019 beendete Mislintat sein Engagement beim FC Arsenal. Ein Streitpunkt war laut der Daily Mail die Besetzung der Position des Technischen Direktors. Mislintat hätte gerne in dieser Rolle gesehen, der Geschäftsführer soll ihm diesen Posten aber nicht zugestanden haben.

Der VfB-Kader bedarf einer Grundsanierung

Jetzt rund zwei Monate später kehrt der hochgelobte Kaderplaner offenbar zurück in die Bundesliga. Und beim kriselnden Traditionsclub aus Bad Cannstatt wartet ein ganzer Berg Arbeit auf den Westfalen. Der Stuttgarter Kader bedarf einer Grundsanierung. Nach kicker-Informationen beläuft sich der aktuelle Personaletat der Schwaben auf rund 60 Millionen Euro. In welcher Liga die Mannschaft in der nächsten Saison spielen wird ist ebenso unklar wie die Trainer-Frage. 

Mit dem aktuellen Chefcoach Markus Weinzierl werden die Stuttgarter zwar bis zum Saisonende weiterarbeiten (Hitzlsperger: „Wir ziehen das jetzt hier gemeinsam durch“), doch wie es darüber hinaus mit dem 44-jährigen Straubinger weitergeht, ist unklar. Einen Vertrag für die 2. Liga hat Weinzierl nicht. Eine weitere Zusammenarbeit ist angesichts der historisch schlechten Saison höchst unwahrscheinlich. 

Eine Sache steht also schon jetzt fest: Langweilig wird es Mislintat beim VfB mit Sicherheit nicht werden.


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