Tipps für Verbraucher Vorsicht bei Faschingskostümen und Schminke

Symbolbild. Foto: Pixabay License

In vielen Städten verkleiden und schminken sich Menschen derzeit wieder, um die fünfte Jahreszeit zu feiern. Das haben Kontrolleure der Lebensmittel-, Kosmetik- und Bedarfsgegenständeüberwachung zum Anlass genommen, um Saisonartikel stichprobenartig auf Sicherheit zu prüfen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbraucherministerium Baden-Württemberg hervor. Bislang seien nur wenige Produkte „auffällig“ gewesen, sagte Verbraucherminister Peter Hauk am Montag (18.2.) und gibt Tipps, was beim Kauf von Faschingsartikeln beachtet werden sollte.

Wenn es stinkt: Finger weg

Generell gelte, die Finger von geruchlich auffälligen Produkten zu lassen. Insbesondere sei das bei Kostümteilen wichtig, die direkt mit der Haut oder den Schleimhäuten in Berührung kämen, wie etwa Masken oder Vampirzähnen. Ein auffälliger Geruch sei zwar nicht zwangsläufig ein Indikator für eine Gesundheitsgefahr. Allerdings könne er ein Hinweis auf geringe Qualität sein. Prinzipiell seien hochwertige Kunststoffmaterialien geruchsfrei.

Eine Substanz in schwarzen Kostümteilen könnte allergische Sofortreaktionen hervorrufen

Farbstoffe in Faschingskostümen gehören nicht zu den kritischen, reglementierten Substanzen, sagt Hauk. Das hätten Tests der Untersuchungsämter Baden-Württembergs gezeigt. Positive Befunde bei Dispersionsfarbstoffen und verbotenen Azofarbstoffen traten seit 2015 nur in Einzelfällen auf.
2018 sei allerdings in schwarzen Stoffteilen der Kostüme 1,4-Phenylendiamin enthalten gewesen - ein Stoff, der als hautsensibilisierend eingestuft wird. Diese Substanz könne allergische Sofortreaktionen hervorrufen. Davon seien häufig Menschen betroffen, die Beispielsweise bedingt durch Haarfärbemittel bereits an einer Allergie leiden.

Generell sei es immer ratsam, Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, vor dem ersten Tragen zu waschen. Faschingskostüme verlieren jedoch oft schon beim ersten Waschen ihre Form, die Farbechtheit kann leiden oder Applikationen auf ihnen können sich lösen. Wer deswegen auf das Waschen verzichten will, sollte unter dem Kostüm ein Kleidungsstück tragen, um allergischen Reaktionen vorzubeugen, so Hauk.

Ein Produkt wurde vom Markt genommen

Gezielt auf verbotene Farbstoffe und deren Verunreinigung wurden Schminkstifte, Lipgloss und Glitzerprodukte geprüft. Als mögliche Verunreinigung des Farbstoffs CI 12085 steht beispielsweise verbotenes 2-Naphthol im Fokus. Grüne Farbe wurde auf hautsensibilisierendes Chrom VI getestet. Ein leuchtend pinkes Schminkset aus China enthielt den verbotenen Farbstoff Rhodamin B. Das Produkt wurde vom Markt genommen.

Sind Berliner keimfrei?

Stichprobenartig überprüft haben Kontrolleure auch den Keimstatus von Berlinern. „Hierbei wurden bislang keine mikrobiologischen Auffälligkeiten festgestellt“, sagte Hauk.

Die diesjährigen Untersuchungen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs bei Faschingsartikeln seien aber noch nicht abgeschlossen.

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