Dreimal war der SV Plüderhausen Europapokalsieger, einmal holte er den deutschen Pokal. 13 Jahre spielt er mittlerweile in der Tischtennis-Bundesliga, doch das Ende ist nah: Der SVP stellt voraussichtlich keinen Lizenzantrag für die kommende Saison.

Zweitligist TTC Jülich vermeldet bereits, dass für ihn ein Platz frei wird, weil der SV Plüderhausen sich aus finanziellen Gründen zurückziehe. TTC-Manager Arnold Beginn bezieht sich dabei auf eine Sitzung des Ligaausschusses am Dienstag in Frankfurt.

Für den SV Plüderhausen hat Abteilungsleiter Helmuth Klein an dieser Sitzung teilgenommen. Er schildert die Gespräche zwar etwas anders, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, ist allerdings derselbe: Für den SV Plüderhausen endet das Kapitel Tischtennis-Bundesliga am 7. April zu Hause mit dem letzten Saisonspiel gegen den TTC Frickenhausen.

Helmuth Klein bestreitet zwar, dass der Verzicht feststehe, er selbst jedoch werde die Verantwortung für einen Lizenzantrag nicht übernehmen. „Aber vielleicht will es jemand anderes machen.“

Abteilungsleiter Klein: „Es macht keinen Sinn“

Die Chancen dafür aber stehen schlecht. Nach dem Rückzug von Manager Geritt Albrecht vor zwei Jahren hatte schon die Gefahr bestanden, jetzt aber hat sich die Situation noch einmal dramatisch verschlechtert. Klein: „Wir tun uns schwer, Geld für eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubringen.“ Schon in der noch laufenden Runde liegt der SVP mit einem Budget von 145 00 Euro am Ende der Geldrangliste. Klein: „Andere haben 400 000 oder 500 000 Euro.“

Zwar belegten die Plüderhäuser in dieser Tabelle schon immer hintere Ränge, nun aber schmilzt der Etat noch einmal zusammen. „Schon im vergangenen Jahr haben sich Sponsoren zurückgezogen“, sagt Klein. Der Trend setze sich fort. Auch die EnBW, die den größten Batzen beigesteuert hatte, kürzt deutlich. Es mache deshalb keinen Sinn, weiter in der Bundesliga zu bleiben, auch wenn der SVP finanziell nicht im Minus sei.

Die schlechte finanzielle Lage aber ist nur ein Grund für einen Rückzug. Die Plüderhäuser Mannschaft ist schon jetzt nicht konkurrenzfähig (und deshalb auch Tabellenletzter). Die Gegner zittern nur vor Aleksandar Karakasevic, bei dem nach seinem Achillessehnenriss fraglich ist, wann er wieder spielen kann. Für Topspieler fehlt das Geld, die Zuschauer haben wenig Lust, überwiegend Niederlagen zu sehen. 13 Jahre Bundesliga haben zudem auch die treuesten Fans müde gemacht. Früher gab es nicht nur bessere Spieler beim SVP (Waldner, Persson, Chuang) und damit mehr Erfolg, sondern auch bei den Gegnern zu sehen.

So fällt es dem SV Plüderhausen nicht nur schwer, Geld zu sammeln, sondern auch die Helfer zu motivieren. Allein die Halle jeweils vorzubereiten „ist ein Riesenaufwand“.

So mag TTC-Manager Arnold Beginn etwas voreilig vermeldet haben, dass der SV Plüderhausen sich zurückzieht. Alles aber deutet darauf hin, dass er recht behält.