Tischtennis Plötzlich ist der Gegner Weltklasse

Ein Traum für jeden Jugendspieler: in einer Reihe mit Weltklassespielern wie Christian Süß und Patrick Baum (Zweiter und Dritter von links): David Gottheit und Marcel Schaal (Vierter und Dritter von rechts) beim Bundesligaspiel in Plüderhausen. Foto: ZVW

Borussia Düsseldorf und 1. FC Saarbrücken statt TSV Korntal und TSV Plattenhardt – Marcel Schall und David Gottheit vom SV Plüderhausen sind fast über Nacht von der Tischtennis-Verbandsklasse in die Bundesliga aufgestiegen. Plötzlich mit Weltklassespielern an der Platte zu stehen, genießen die beiden, wissen es aber auch richtig einzuschätzen.

Gottheit ist noch Jugendspieler, Schall im ersten Aktivenjahr. Sie stehen aber für die Plüderhäuser bereits im Team der zweiten Mannschaft. Dort zählen sie zu den Besten. Dass sie in dieser Saison aber sogar Bundesligaspiele bestreiten würden, damit hatte niemand gerechnet. David Gottheit war mittlerweile sogar schon in drei Partien dabei (in Düsseldorf, Saarbrücken und nun im Heimspiel gegen Düsseldorf), Schaal durfte in Saarbrücken zweimal an die Platte. Beide waren – natürlich – chancenlos, David Gottheit aber gelang jetzt das Kunststück, dem zweifachen Vize-Europameister Patrick Baum einen Satz abzunehmen.

David, Marcel, wie fühlt man sich als Bundesligaspieler?

David Gottheit: Man fühlt sich natürlich super, vor allem im Heimspiel. Aber auch wenn ich jetzt einen Satz gewonnen habe, weiß ich natürlich, wo ich hingehöre. Der Satz freut mich zwar, aber Patrick hat auch sehr nett mit mir gespielt und mich in dem Satz vielleicht ein bisschen unterschätzt.

Er hat sie mitspielen lassen, den Satz wollte er aber sicher nicht verlieren.

Gottheit: Ich glaube nicht, aber er hat nicht damit gerechnet, dass sich noch so gute Bälle treffe.

Marcel, wie war für dich der erste Bundesligaeinsatz in Saarbrücken?

Marcel Schaal: Unglaublich, ich wurde ja sogar an eins gestellt und hatte das Glück, zwei Spiele machen zu dürfen. Gegen zwei Weltklassespieler, das ist natürlich ein Riesenerlebnis.

Wo liegt der Hauptunterschied zwischen Verbandsklasse, wo ihr sonst spielt, und Bundesliga?

Schaal: Das fängt schon bei den Aufschlägen an. Die Bewegung der Spieler, die unglaublich schnelle Beinarbeit.

Ihr habt auch kurz mit den SVP-Spielern trainiert, kann man da auf die Schnelle etwas lernen?

Gottheit: Ja, natürlich. Eine halbe Stunde Training mit einem Profi ist wie vier Stunden mit einem auf unserem Niveau. Das Spiel ist viel intensiver, man muss viel mehr leisten, beispielsweise in der Konzentration.

Als es hieß, ihr sollt Bundesliga spielen, war für euch sofort klar: Ja, das machen wir?

Schaal: Ja. Wenn man mal, vor allem in unserem Alter, die Chance hat . . . Das war schon lange unser Traum.

Wie groß ist die Angst, sich zu blamieren?

Schaal: Angst spielt da keine Rolle. Man weiß ja von Anfang an, dass man keine Chance hat. Man geht mit Freude ins Spiel, will sich gut präsentieren. Es kommt natürlich auch auf den Gegner an, wie der einen mitspielen lässt.

Wie war das in Saarbrücken?

Schaal: Joao Monteiro hat ein bisschen ernster gemacht, als er es hätte machen müssen. Aber unterm Strich hat er mich – wie auch Bojan Tokic – schon mitspielen lassen. Ich konnte meine Punkte machen und war zufrieden.

Ist man vor eigenem Publikum aufgeregter?

Gottheit: Ich dachte eigentlich, ich wüsste schon, wie’s ist. Ich habe ja auch in Düsseldorf schon gespielt und da waren es doppelt so viele Zuschauer wie hier. Aber wenn man hier spielt und weiß, dass manche nur kommen, um einen Bundesliga spielen zu sehen, ist man schon eine Spur aufgeregter. Aber auch die Vorfreude ist größer.

Marcel, ist es bitter, wenn man draußen sitzt und er spielt?

Schaal: Nein ich gönne es ihm. Ich durfte ja in Saarbrücken zwei Spiele machen.

Sind weiter Einsätze geplant?

Gottheit: Ich weiß bis jetzt noch nichts, aber jetzt wäre erst mal wieder Marcel dran.

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