Tischtennis SV Plüderhausen blamiert sich gegen Zweitligisten

Torben Wosik war der Beste im schwachen Team des SVP. Der Deutsche verlor unglücklich in fünf Sätzen gegen seinen Angstgegner. Foto: ZVW

Dass ein Erstligist im Pokal einem Zweitligisten unterliegt, ist so ungewöhnlich nicht. Was aber der SV Plüderhausen am Samstag in der Porsche-Arena gezeigt hat, war eine Blamage. Im Viertelfinale um den deutschen Tischtennis-Pokal verlor der Vorjahresfinalist glatt mit 0:3 gegen den SV Union Velbert. Eine Teilschuld nahm SVP-Trainer Momcilo Bojic auf seine Kappe.

Obwohl ihn seine Spieler um eine Änderung gebeten hätten, habe er das Team konservativ aufgestellt, sagte der Coach zerknirscht nach der Partie. Somit spielte Aleksandar Karakasevic an Position eins, Torben Wosik an zwei und Philipp Floritz an drei. Diesen Schritt hatten die Verantwortlichen von Union Velbert jedoch vorausgeahnt. So sorgten sie dafür, dass es die Plüderhäuser mit Angstgegnern zu tun bekamen.

Wosik musste gegen den Rumänen Ovidiu Ionescu antreten. „Gegen ihn habe ich die letzten vier Male verloren“, sagte der Deutsche sichtlich angefressen nach der erneuten Pleite. Und Kara traf auf seinen langjährigen serbischen Trainingspartner Bojan Milosevic, der ihn aus dem Effeff kennt.

Doch trotz der unglücklichen Aufstellung war das 0:3 gegen den Zweitligisten vor rund 2700 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena eine große Enttäuschung. Nur Wosik zeigte eine ansprechende Leistung. In einer sehenswerten Partie mit mehreren spektakulären Ballwechseln verlor er knapp mit 2:3 gegen Ionescu. „Ich bin in guter Form, habe aber in der entscheidenden Phase zwei, drei unglückliche Bälle gegen mich gehabt“, kommentierte der SVP-Spieler die Niederlage grimmig.

Im ersten Satz allerdings war Wosik chancenlos gewesen (4:11). Danach lief’s besser beim Deutschen. Er spielte druckvoller und variabler, der Lohn war der 11:6-Satzgewinn. Der dritte Durchgang verlief ausgeglichen. Ionescu hatte das glücklichere Ende für sich setzte sich in der Verlängerung mit 14:12 durch. Nun war wieder der nie aufgebende Wosik an der Reihe. Über 7:3 und 10:5 schaffte er ein 11:6. Es ging in den Entscheidungssatz.

Wosik hatte wie schon zuvor regelmäßig das Nachsehen, wenn er in die Defensive gedrängt agieren musste. So machte Ionescu nach dem 6:6 fünf Punkte in Folge und siegte unter dem frenetischen Beifall der kleinen, aber lautstarken Fangruppe des SC Union Velbert mit 11:6.

Nichts passiert, dachten da noch die mitgereisten Plüderhäuser Anhänger. Kara wird’s schon richten. Aber von wegen: Im wichtigen Spiel gegen Milosevic, der zahlreiche Netzroller produzierte, spielte der Favorit schwach und unterlag mit 1:3. Viel zu selten kam seine gefürchtete Rückhand zum Einsatz, dafür versuchte er es zu oft mit der Brechstange. Den ersten Durchgang verlor Kara noch mit etwas Pech 13:15. Doch im zweiten war der kampfstarke Milosevic klar besser (11:7). Das folgende 11:9 für Kara war nur ein kurzer Lichtblick, der vierte Satz ging deutlich mit 6:11 verloren.

Hoffnung keimte noch einmal beim SVP auf, als Floritz zum Auftakt gegen Adrian Dodean 11:6 gewann. Doch nun steigerte sich der Rumäne in dem Maße, wie der junge Deutsche abbaute. Dodean siegte 11:6, 11:5, 11:5, kletterte auf die Platte und genoss den Jubel der Fans. Derweil schlichen die Spieler des Erstligisten von dannen.

Für Velbert war gestern im Halbfinale Schluss (1:3 gegen TTC Fulda-Maberzell). Den Pott holte sich der mit allen deutschen Stars angetretene Favorit Borussia Düsseldorf, der Fulda im Finale mit 3:0 bezwang. Der spätere Pokalsieger hatte im Viertelfinale den großen Konkurrenten 1. FC Saarbrücken mit 3:1 geschlagen und sich mit dem gleichen Ergebnis im Halbfinale gegen Werder Bremen durchgesetzt.

  • Bewertung
    0
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!