Tödlicher Unfall im F3 Polizei ermittelt und sucht Zeugen

Symbolbild. Foto: Büttner / ZVW

Fellbach. Eine 39-jährige Frau ist am Sonntag einige Stunden nach einem Badeunfall, der im Fellbacher Freizeitbad F 3 passiert ist, im Krankenhaus verstorben. Es könnte sein, dass ein Mann vom Beckenrand ins Wasser gesprungen war und die Frau getroffen hatte. Abschließend geklärt sind die Umstände des Unfalls noch nicht. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.


Zum Ursprungsartikel "Tödlicher Badeunfall im Freizeitbad"


Wir hatten es in unserer Montagsausgabe kurz berichtet; in der Nacht veröffentlichte dann die Polizei die traurige Nachricht: Der Badeunfall endete tödlich für die Frau. Offenbar hatte sie regungslos am Boden des Schwimmerbeckens im Freibadbereich des F 3 gelegen und war laut Polizei „allem Anschein nach nur relativ kurze Zeit unter Wasser“, bis die Schwimmaufsicht die bewusstlose Frau aus dem Wasser holte. Trotzdem kam die Hilfe zu spät. Der Badeunfall hat sich am Sonntag gegen 15.45 Uhr ereignet. Am späten Sonntagabend starb die Frau im Krankenhaus.

Marcus Eichstädt, Geschäftsführer des Freizeitbades F 3 in Fellbach, drückt am Tag danach seine Bestürzung und sein Mitgefühl aus. „Schlimm ist das, sehr sehr schlimm.“ Zur Frage, wie es zu dem Unfall gekommen sei, verweist er auf die Mitteilung der Polizei, mehr wisse auch er nicht. „Es besteht die Möglichkeit, dass die Frau unterging, weil ein Mann vom Beckenrand ins Wasser gesprungen war und die Frau dabei getroffen hatte“, so steht es im Polizeibericht. Nun sind Zeugen gesucht (siehe Infokasten). Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach drei Minuten unter Wasser nimmt das Gehirn Schaden

Laut Marcus Eichstädt waren am Sonntag rund 1500 Gäste im Bad. Es sei vergleichsweise nicht besonders voll gewesen, von den Besucherzahlen her ein „normaler Badetag“. Am Freibad seien drei Aufsichtspersonen im Einsatz gewesen. Je nach Wetter schätze man für gewöhnlich die zu erwartenden Besucherzahlen und setze entsprechend Aufsichtspersonal ein. In den vergangenen Wochen seien an solchen Wochenend-Badetagen mal drei, mal vier Personen am Freibad eingesetzt gewesen, am Sonntag drei. Das Freizeitbad beschäftigt laut Marcus Eichstädt selbst Aufsichtspersonal und greift zusätzlich auf Kräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zurück, so auch am Sonntag. Die Schwimmaufsicht hat offenbar rasch reagiert, zumal die Polizei in ihrer Mitteilung explizit erwähnt, die 39-Jährige habe allem Anschein nach nur relativ kurze Zeit unter Wasser gelegen.

Doch es dauert laut Jürgen Krauß, dem Vorsitzenden des Rems-Murr-Bezirks der DLRG, nur drei Minuten, bis das Gehirn bei fehlender Sauerstoffversorgung erste Schäden nimmt. Die Frau wurde reanimiert, berichtet Jürgen Krauß.

Eine der – überaus schwierigen – Aufgaben des Aufsichtspersonals in Schwimmbädern ist es, darauf zu achten, dass Badegäste sich an die Regeln halten. Seitlich vom Beckenrand ins Wasser zu springen, das ist verboten und hochgefährlich, warnt Jürgen Krauß. Noch ist nicht geklärt, ob ein Regelverstoß dieser Art zu dem folgenschweren Unfall geführt hat – aber die Möglichkeit besteht laut Polizei.

Seitliches Reinspringen überwachen: Ein Kampf gegen Windmühlen

„Seitliches Reinspringen ist grundsätzlich zu unterlassen“, stellt der DLRG-Vorsitzende unmissverständlich klar. Wer ins Wasser springen möchte, muss die Startblöcke oder die Sprungbretter nutzen, und das nur, wenn sie nicht gesperrt sind.

Längst nicht jeder hält sich daran, und jeder, der hin und wieder ein Schwimmbad besucht, kennt das Problem: Manche Leute springen rücksichtslos von der Seite ins Wasser oder schubsen andere ins Becken. „Wir versuchen, das zu unterbinden“, beschreibt Jürgen Krauß eine der Aufgaben der Aufsichtspersonen – wohl wissend, sie haben es mit einem „Kampf gegen Windmühlen“ zu tun: „Man sagt was – und hat hinter seinem Rücken die gleiche Situation wieder.“ Manche Bäder versehen gar die seitlichen Beckenrändern mit Barrieren, eben weil das seitliche Einspringen so gefährlich ist, berichtet Jürgen Krauß. Doch selbst dann gibt es Leute, die sich darüber hinwegsetzen und über die Barrieren hüpfen. „100-prozentigen Schutz gibt es nicht“, bedauert der DLRG-Vorsitzende; die in den Bädern und an Seen eingesetzten Rettungsschwimmer könnten allenfalls „das Gefährdungspotenzial reduzieren.“

Auf seinen Internetseiten hat das Freizeitbad F3 die Sicherheitsbewertungen des DRK Wasserrettungsdienstes Halle aus den Jahren 2014 und 2016 veröffentlicht. Das Bad schnitt demnach jeweils mit der Note „sehr gut“ ab und habe „mit voller Punktzahl und als bestes Bad Deutschlands abgeschnitten“.


Die Polizei sucht nach dem Unfall Zeugen

Möglicherweise hat ein Mann, der im Freibad des F 3 in Fellbach vom Beckenrand in den Schwimmerbereich gesprungen sein könnte, am Sonntag gegen 15.45 Uhr den Badeunfall verursacht.

Die Polizei sucht nun diesen Mann, der etwa 25 bis 30 Jahre alt gewesen sein soll und eine dünne Statur sowie wenig oder gar keine Haare auf dem Kopf hat, wie es im Polizeibericht heißt. Der Mann soll demnach „insgesamt einen südländischen Teint“ gehabt haben.

Zeugen, die den Vorfall wahrgenommen haben, und insbesondere der Mann, der die Schwimmaufsicht alarmiert hatte, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Fellbach unter der Telefonnummer 07 11/57 72-0 in Verbindung zu setzen.

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