TV Bittenfeld Lob des Kollegen stört Schweikardt „ein bissle“

Richard Sundberg (mit Ball) landet hier zwar unsanft, doch die Bittenfelder fanden gegen die offensive Deckung des TV Hüttenberg (hinten Mario Fernandes) meistens ein Schlupfloch. Foto: Steinemann / ZVW

Nicht einmal am Sieg schnuppern durfte der TV Hüttenberg, musste sich dem TV Bittenfeld mit 24:33 beugen. Seine Mannschaft habe gegen den zweiten Aufsteiger in die 1. Handball-Bundesliga verloren, gab der Hüttenberger Trainer Axel Spandau hernach bei der Pressekonferenz zu Protokoll. Solche Lobeshymnen schmecken seinem Kollegen Jürgen Schweikardt nicht so sehr.

Goran Suton hat es getan nach der klaren 26:35-Niederlage seiner HG Saarlouis, auch Jens Bürkle von den mit 19:26 unterlegenen Rimpar Wölfen. Und jetzt auch der Hüttenberger Axel Spandau: Die Trainer der Bittenfelder Gegner lobten den TVB in höchsten Tönen.

Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel am Sonntag zwischen dem TV Bittenfeld und dem TV Hüttenberg hatte der Moderator Jens Zimmermann den Hüttenberger Coach eigentlich schon verabschiedet, doch Axel Spandau bat noch einmal um das Wort. „Für mich ist Bittenfeld der zweite Aufsteiger“, sagt er, grinste und zog unter dem lautstarken Jubel der Bittenfelder Fans von dannen.

Der Bittenfelder Trainer schmunzelte nur. „Mit solchen Aussagen redet ein Trainer zunächst die eigene Niederlage etwas schön“, sagte Jürgen Schweikardt am Tag danach. Den TVB voreilig als Aufsteiger zu titulieren, schürte die Erwartungen im Umfeld. „Das stört mich schon ein bisschen.“

Nach dem 26:26 in Neuhausen, der 32:33-Niederlage gegen Hamm und dem 24:24 beim Neuling SV Henstedt-Ulzburg dürsteten die Bittenfelder wieder nach einem Erfolgserlebnis. Da kam der Drittletzte TV Hüttenberg vielen gerade recht. Dass der Sieg mit 33:24 so deutlich ausfiel, war für den einen oder anderen Fan standesgemäß. Nicht indes für den Bittenfelder Trainer. Ohne Zweifel sei seine Mannschaft am Sonntag jederzeit Herr der Lage gewesen. Dennoch sei so ein klarer Spielausgang nicht normal. „Wir dürfen den Sieg auch nicht kleinreden, das war eine gute Leistung der Mannschaft.“

Ex-Nationalspieler Alois Mraz kommt nicht zum Zug

Mit einer 4:2-Deckung wollten die Hüttenberger den Rückraum des TVB, vor dem Axel Spandau großen Respekt hatte, aus dem Gleichgewicht bringen. Diese taktische Variante verpuffte jedoch, die Bittenfelder hatten stets eine Lösung parat. Und mit Michael Schweikardt einen cleveren Spielgestalter. „Er hat die Angriffe gut organisiert und Räume geschaffen für seine Mitspieler“, sagt Jürgen Schweikardt.

Ähnlich konzentriert agierten die Bittenfelder in der Defensive. „Wir haben aggressiv verteidigt und wenig gute Wurfchancen der Hüttenberger zugelassen“, sagt Schweikardt. Hervorragend im Griff hatte der TVB den ehemaligen tschechischen Nationalspieler Alois Mraz, der mit zunehmender Spieldauer die Lust verlor – was auch ein Verdienst des starken Florian Schöbinger war. „Mraz hat es immer wieder versucht, ist aber nie richtig durchgekommen.“ Jürgen Müller habe von der aufmerksamen Deckung profitiert. „Dann entwickelt sich eben ein Spiel, wie wir es uns vorstellen.“

Mit der Neun-Tore-Niederlage mussten die Hüttenberger letztlich sogar zufrieden sein, wie auch Axel Spandau bei der Pressekonferenz eingestand. „Zum Glück hat Bittenfeld in der Schlussphase ein bisschen gewechselt.“ Die – zweitbeste – Tordifferenz aller Konkurrenten hätte sogar noch aufgebessert werden können. Doch Schweikardt zog’s vor, munter durchzuwechseln. So stand in der Schlussphase folgende Mannschaft auf dem Spielfeld: Dominik Weiß, Richard Sundberg, Mark Leinhos (alle im Rückraum), am Kreis Alexander Bischof und auf den Außen Martin Kienzle und Michael Seiz. „Das sind alles Spieler, die größtenteils bei uns ausgebildet worden sind.“ Alle hätten ihre Aufgaben gut erledigt.

Eine Schrecksekunde gab’s Mitte der zweiten 30 Minuten, als Florian Schöbinger auf die Ersatzbank humpelte und behandelt werden musste. Schon während der Partie gab’s jedoch Entwarnung.

Wie wichtig der Sieg des TVB war, zeigt der Blick auf die Tabelle: Die Verfolger haben fast durchweg gepunktet. Bereits am Freitag (20 Uhr) bietet sich dem TVB die Gelegenheit, den Aufstiegsrang zu festigen. Mit TUSEM Essen kommt ein Gegner, der auf den ersten Blick von ähnlichem Format ist wie der TV Hüttenberg und mit nur vier Punkten mehr auf dem Konto auf dem 16. Tabellenplatz steht.

Jürgen Schweikardt warnt jedoch davor, TUSEM mit Hüttenberg zu vergleichen. Essen sei in der Defensive wesentlich präsenter und erfahrener. Mit dem Ex-Nationalspieler Michael Hegemann, Paul Trodler und dem ehemaligen Bittenfelder Dennis Szczesny kommen ganz andere Kaliber auf die TVB-Angreifer zu. „Wir müssen gegen Essen wieder bei Null anfangen“, sagt Schweikardt.

Mit zwei weiteren Punkten wären die Bittenfelder gerüstet für das Schmankerl an Weihnachten gegen die souveränen Spitzenreiter SC DHfK Leipzig.

Fragen zu diesem Highlight beantwortet Schweikardt allerdings erst nach dem Spiel gegen Essen.

@ Ausschnitte des Spiel gegen Hüttenberg auf zvw.de/sportvideos

Karten
Für das Top-Spiel am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember, 18 Uhr) gegen den Tabellenführer SC DHfK Leipzig in der 6200 Zuschauer fassenden Porsche-Arena gibt es nur noch wenige Restkarten. Etwas besser sieht’s für das Spiel am kommenden Freitag, 19. Dezember (20 Uhr), gegen TUSEM Essen aus. 1700 von 2000 Tickets sind verkauft. Karten im Vorverkauf gibt es bei Easy-Ticket, ) 0711/2555555/www.easyticket.de und auf der TVB-Geschäftsstelle, Schillerstraße 64, ) 07146/2818750, Fax: 07146/2818755, Mail: moh@tvb1898.de.

Ticket-Verlosungen
Zweimal zwei VIP-Tickets und dreimal zwei Sitzplatzkarten für das Spiel des TVB gegen TUSEM Essen am kommenden Freitag, 19. Dezember (20 Uhr), in der Stuttgarter Scharrena hat die Sportredaktion verlost. Wir wollten diesmal wissen, ob sich Peter Jungwirth oder Dennis Szczesny zur aktuellen Saison dem Bittenfelder Gegner angeschlossen hat.

123 Leserinnen und Leser haben sich am Gewinnspiel beteiligt, fast alle wussten die Lösung: Der TVB wird am Samstag auf Szczesny treffen.

Simone Seeger (Waiblingen) und Otto Ziegler (Waiblingen) dürfen sich über die VIP-Tickets freuen. Die Sitzplatzkarten haben gewonnen: Thomas Pfitzer (Schorndorf), Steffen Bauer (Schorndorf) und Gertrud Hieber (Rudersberg). Die Karten sind unterwegs.

Der Saisonhöhepunkt für den TV Bittenfeld steigt am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember. Die Stuttgarter Porsche-Arena wird gegen den Tabellenführer Leipzig (18 Uhr) ausverkauft sein, die Sportredaktion verlost noch dreimal zwei Karten.

Die Frage für unsere Abonnenten: Wie lautet der „Vorname“ der Leipziger – SC DHfK – im vollen Wortlaut: a.) Sportclub Deutsche Handballer für Klimaschutz oder b.) Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur?

Wenn Sie es wissen und eine der vier Tageszeitungen des ZVW abonniert haben, schicken Sie die Lösung unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Adresse und Telefonnummer bis spätestens kommenden Sonntag, 21. Dezember, an uns: entweder per E-Mail (gisbert.niederfuehr@zvw.de), Fax (07151/566-402) oder per Post (Zeitungsverlag Waiblingen, Sportredaktion, Albrecht-Villinger-Straße 10, 71332 Waiblingen).

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