TVB 1898 Stuttgart Auftaktniederlage gegen den HC Erlangen legt die Probleme offen

Seine beste Phasen hatte der TVB in Nürnberg, wenn er ins Tempospiel kam wie hier Patrick Zieker gegen den Erlanger Keeper Nikolas Katsigiannis (links Manuel Späth, in der Mitte Johannes Sellin). Foto: Sportfoto Zink / Daniel Marr

Völlig chancenlos ist der Handball-Erstligist TVB Stuttgart bei der 24:29-Auftaktniederlage in Nürnberg gegen den HC Erlangen nicht gewesen. Das Spiel zeigte jedoch, dass das neu formierte Team in der Findungsphase auf eine über 60 Minuten hinweg starke Deckung angewiesen ist, um zu punkten. Die Probleme im Positionsangriff waren nicht zu übersehen.

Einiges hat bereits gut funktioniert im ersten Saisonspiel des TVB. „Es war aber noch nicht gut genug, um gegen eine Mannschaft wie Erlangen zu gewinnen“, sagte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Sein Erlanger Kollege gab sich direkt nach dem Spiel entspannt. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir keine Kontrolle hatten“, sagte Adalsteinn Eyolfsson.

In der ersten Hälfte der zweiten 30 Minuten indes schienen die Erlanger zumindest überrascht von der Gegenwehr des TVB, als sie sich nach der 15:11-Führung plötzlich mit 16:17 im Hintertreffen sahen. In seiner besten Phase des Spiels zog der TVB – gestützt auf die kompakte Defensive –, ein starkes Konterspiel auf. Als dieses wieder erlahmte, wurden die Probleme offensichtlich: Im Positionsangriff müssen sich die Stuttgarter zu sehr mühen, um zu Toren zu kommen.

Die Ausfälle der beiden Linkshänder David Schmidt und Robert Markotic im rechten Rückraum kann der TVB nicht über einen längeren Zeitraum kompensieren. Der gelernte Rechtsaußen Sascha Pfattheicher gefiel zwar durch das eine oder andere kluge Anspiel an den Kreis, es fehlt ihm aber aufgrund seiner körperlichen Unterlegenheit die Durchschlagskraft. Weil von dieser Position wenig Ungemach droht, kann der Gegner sein Augenmerk auf andere Positionen richten – auf Rückraum-Mitte und den linken Rückraum. „Irgendwann sind wir eben ausrechenbar“, sagt Schweikardt.

Lediglich sieben Tore erzielte der TVB in Nürnberg aus der Fernwurfzone. Allen voran von der Halbposition strahlte der TVB wenig Torgefahr aus, Trefferquoten von 29 Prozent (Dominik Weiß) und 20 Prozent (Adam Lönn) sind ziemlich dürftig. Noch keine große Hilfe war Rudolf Faluvégi. Der ungarische Nationalspieler wirkte bei seinem Debüt nach langer Verletzungspause nervös und teilweise etwas übermotiviert. „Natürlich merkt man Rudi an, dass er keine Vorbereitung mit der Mannschaft hatte“, so Schweikardt. „Wir werden ihn in seiner Spielweise aber nicht bremsen, sonst nehmen wir ihm seine Stärken.“

Angesichts der Defizite im gebundenen Angriff ist der TVB in der frühen Phase der Saison mehr denn je auf seine Defensive angewiesen – und Jogi Bitter. Über weite Strecken funktionierte das Zusammenspiel, in der entscheidenden Phase jedoch nicht mehr. „Mit 29 Gegentoren gewinnen wir derzeit kein Spiel, weil wir kaum 30 schießen werden“, so Schweikardt.

Schon am Dienstag steht der TVB vor der nächsten schwierigen Aufgabe in Leipzig, das mit zwei Siegen gegen die Füchse Berlin (24:23) und in Minden (25:21) perfekt in die Saison gestartet ist. Gegen diese beiden Teams muss der TVB anschließend ran. „Wir wissen, dass es hart wird, dürfen uns aber nicht jetzt schon Ausreden zurechtlegen“, sagt Schweikardt.

Public Viewing und Sponsoren

Wie in der vergangenen Saison, so werden auch in dieser Spielzeit die Auswärtsspiele des TVB Stuttgart im „Schiller“ in Bittenfeld (Schillerstraße 105) per Public Viewing zu sehen sein. Bei jedem zehnten TVB-Tor gibt’s ein griechisches Freigetränk.

Der TVB Stuttgart hat den Vertrag mit seinem Co-Sponsor Wohninvest bis ins Jahr 2021 verlängert. Darüber hinaus habe das Fellbacher Unternehmen sein Engagement beim Erstligisten ausgebaut, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Die Wohninvest Holding GmbH ist seit 2016 Co-Sponsor des TVB Stuttgart.

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