TVB 1898 Stuttgart Dem TVB fehlen die personellen Alternativen

Bobby Schagen verlässt den TVB zum Saisonende. Foto: Ralph Steinemann

Einige Male schon in dieser Saison haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart bewiesen, dass sie den Top-Teams die Stirn bieten können. Die SG Flensburg-Handewitt allerdings schaukelte am Donnerstag in der Porsche-Arena den 30:20-Sieg locker nach Hause. „Ich bin aber nicht so unzufrieden, wie es das Ergebnis vermuten lässt“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt am Tag danach.

Dass sich der TVB etwas vorgenommen hatte gegen den Tabellenführer, verriet Tobias Schimmelbauer direkt nach Spielende. „Wir wollten unbedingt in den Meisterschaftskampf eingreifen, das ist uns aber nur phasenweise gelungen“, sagte der Linksaußen. „Leider hat uns heute in der Breite die Qualität gefehlt.“

Geschwächelt hat vor allem der Rückraum. Robert Markotic fehlt dem TVB schon einige Zeit, Michael Schweikardt blieb gegen Flensburg wegen Rückenproblemen auf der Auswechselbank sitzen. Weil Michael Kraus zur Rückrunde den TVB gen Bietigheim verlassen hat, stellte sich das Team hier quasi von selbst auf. Mit Lukas von Deschwanden, Max Häfner, Dominik Weiß und David Schmidt standen nur noch vier Spieler zur Auswahl. Vor allem Schmidt und Weiß war gegen Flensburg die hohe Belastung anzumerken – zumal die beiden auch in der Abwehr viele Spielanteile hatten. Die Wurfquoten von 37 Prozent (Schmidt) und 17 Prozent (Weiß) waren bescheiden, hinzu kamen etliche technische Fehler. „Es ist einfach schwierig, quasi durchspielen zu müssen“, sagt Schweikardt. „Und dann noch gegen so eine Mannschaft.“ Die Flensburger könnten munter durchwechseln und steigerten dabei noch die Qualität. „Bei uns merkt jetzt schon, dass die Saison Spuren hinterlassen hat, wir sehnen das Ende herbei.“

Phasenweise gut geschlagen

Trotz der schwierigen Personallage hat sich der TVB gegen den Deutschen Meister phasenweise gut geschlagen – in erster Linie dank einer konzentrierten Abwehrleistung. Gut getan hätte dem TVB die eine oder andere Parade mehr von Johannes Bitter. Die Flensburger hatten im Positionsangriff lange ihre Probleme, wie auch der TVB. „Im Angriff sind wir nicht so ins Rollen gekommen wie gegen die Füchse, den BHC oder Melsungen“, sagt Schweikardt. „Da haben in einigen Aktionen die Überzeugung und der Mut gefehlt. Und eine ordentliche Abschlussquote.“

Am treffsichersten war einer, der – wie fünf andere TVB-Spieler auch – sein letztes Spiel in der Porsche-Arena machte: Bobby Schagen trat achtmal von Siebenmeter-Strich an und ließ den Flensburger Keepern Benjamin Buric und Torbjörn Bergerud keine Abwehrchance. Mehr Aktionen hatte der Niederländer nicht, weil er auf Rechtsaußen Sascha Pfattheicher den Vortritt lassen musste. „Es ist wichtig, dass Sascha auch gegen Ende der Saison noch Spielanteile bekommt“, sagt Schweikardt. Schließlich müsse er in der neuen Saison noch mehr Verantwortung übernehmen.

TVB will Erfolgserlebnis zum Saisonabschluss

Ein Heimspiel bleibt dem Publikumsliebling noch, um sich von seinen Fans zu verabschieden: Am finalen Spieltag in der Scharrena gegen den HC Erlangen. „Da freue ich mich drauf“, sagte Schagen nach dem Spiel. Er sei zwar kein „ganz so emotionaler“ Mensch. Aber nach drei Jahren sei's schon etwas Besonderes, das letzte Spiel in Stuttgart vor sich zu haben.

Außer Frage steht's, dass sich der TVB nach 1:11 Punkten mit einem Erfolgserlebnis aus der Saison verabschieden möchte. Am Mittwoch bereits (20.30 Uhr) hat er bei der HSG Wetzlar die vorletzte Chance, eine neue Punkte-Rekordmarke aufzustellen.

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