TVB 1898 Stuttgart Der TVB will den ersten Derby-Heimsieg

Nichts zu holen gab’s für den TVB im Hinspiel bei der 25:31-Niederlage in der Göppinger EWS-Arena. Hier setzt sich Robert Markotic gegen (von links) Tim Kneule, Jacob Bagersted und Sebastian Heymann durch. Der Einsatz des Kroaten am Sonntag ist wegen einer Knieverletzung gefährdet. Foto: Jens Körner

Vor einem Derby-Doppelpack stehen die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart: Am Sonntag soll in der Porsche-Arena im vierten Anlauf der erste Heimsieg gegen FA Göppingen her. 14 Tage später wartet die SG BBM Bietigheim in der Ludwigsburger MHP-Arena – mit dem Ex-TVB-Spieler Mimi Kraus. Für reichlich Brisanz ist also gesorgt.


Das Derby TVB 1898 Stuttgart gegen Frisch Auf Göppingen können Sie am Sonntag ab 13.30 Uhr in unserem Liveticker verfolgen.


Für den Tabellensiebten geht's mit 24:20 Punkten zwölf Spieltage vor Schluss lediglich noch um eine ordentliche Platzierung, auch der Zwölfte dürfte mit 17:27 Punkten und neun Zählern Polster kaum mehr in Abstiegsnöte geraten. Mutiert das Spiel zwischen dem TVB 1898 Stuttgart und FA Göppingen am Sonntag also zu einem Ehemaligen-Treffen in entspannter Atmosphäre? Wohl kaum, schließlich geht’s im Derby ums Prestige.

Die Göppinger sind bemüht darum, hinter den Rhein-Neckar Löwen ihren zweiten Platz in der baden-württembergischen Rangliste zu verteidigen. Den haben sie derzeit sicher. Allerdings plant der TVB, dem Nachbarn mittelfristig auf die Pelle zu rücken. Kurzfristig möchte der TVB mit dem ersten Heimerfolg gegen die Grünweißen den nächsten Schritt machen, den Ligaverbleib so rasch wie möglich – auch theoretisch – klar zu machen.

Stark: Göppingen holt sich in Magdeburg die Punkte

Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten, welche die Göppinger jeweils auf Rang zehn abschlossen, möchten sie wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Die liegen nicht lange zurück für den elffachen Deutschen Meister, der 2016 und 2017 den EHF-Pokal gewann. Eine bessere Platzierung als Rang zehn hat sich das Team um den neuen Trainer Hartmut Mayerhoffer zum Ziel gesetzt, und es ist auf einem guten Weg dorthin.

Der Coach erwischte einen glänzenden Start. Nach dem souveränen 31:25-Sieg gegen den TVB standen 8:2 Punkte zu Buche, ehe sechs Niederlagen in Serie folgten. Schnell indes bekamen die Göppinger wieder die Kurve, entschieden die nächsten vier Begegnungen für sich. Einen Coup landeten sie mit dem 29:28-Erfolg beim Tabellenvierten SC Magdeburg. Geärgert dagegen haben sich die Göppinger über die jüngste 27:30-Heimniederlage gegen den Tabellennachbarn MT Melsungen. Nach dem 11:18-Halbzeitrückstand erkämpfte sich das Team den 25:25-Ausgleich, drehte die Partie aber nicht mehr.

Schweikardt erwartet extrem motivierten Gegner

„Mir wär’s lieber gewesen, Göppingen hätte gegen Melsungen gewonnen“, sagt Jürgen Schweikardt. Der TVB-Trainer erwartet einen „extrem motivierten“ Gegner, der nichts herschenken werde. Die Göppinger spielten eine stabile Saison und seien zwischen den Plätzen fünf bis acht anzusiedeln. Schweikardt hofft, dass die Stuttgarter Fans sein Team nach vorne treiben, wie sie es schon oft getan hätten. „Für uns ist es immer noch nicht alltäglich, vor 6 000 Zuschauern zu spielen.“

Die Statistik kann dem TVB durchaus Mut machen, zum ersten Mal in einem Heimspiel gegen FA die Punkte zu behalten: Seit vier Partien ist der TVB zu Hause ohne Punktverlust, von zehn Heimspielen in dieser Saison verlor er nur drei.

Einsatz von Markotic und Schagen weiter fraglich

Auch der jüngste Auftritt bei der 30:37-Niederlage in Magdeburg nährt die Hoffnung. Zumal der TVB dort ohne die angeschlagenen Bobby Schagen, Robert Markotic und Dominik Weiß auskommen musste. Letzterer wird am Sonntag auf alle Fälle wieder auflaufen – und freut sich schon aufs Derby. „Natürlich sind das immer besondere Spiele“, sagt er. „Einige von uns haben eine Göppinger Vergangenheit oder kommen aus der Region.“ So trugen Michael Schweikardt und Manuel Späth über Jahre hinweg das grüne Trikot. „Wir möchten auch ein Stück weit Wiedergutmachung betreiben nach dem wenig erbaulichen Spiel in der vergangen Saison“, so Weiß. Damals unterlag der TVB mit 23:30.

Ob Markotic und Schagen mithelfen können, ist äußerst fraglich. Den Kroaten plagt nach wie vor eine Entzündung im Knie. Der Niederländer bekommt seine Leistenprobleme nicht in den Griff. Voraussichtlich werden wieder die A-Jugendlichen Max Öhler und Luis Foege in den Kader rücken.

Die Göppinger dagegen werden mit ihrem stärksten Kader antreten – unter anderem mit den aktuellen deutschen Nationalspielern Marcel Schiller und dem Shooting-Star Sebastian Heymann. Der Linksaußen und der linke Rückraumspieler stehen im Kader für das Länderspiel gegen die Schweiz. Am 9. März werden sie in Düsseldorf auf die TVB-Spieler Samuel Röthlisberger und Lukas von Deschwanden treffen.


So fahren die Shuttlebusse

5900 Karten fürs Derby sind weg. Es gibt also noch rund 300 Tickets im Vorverkauf über www.easyticket.de.

Viel los sein wird am Sonntag rund um den Cannstatter Wasen: Auf das Derby zwischen dem TVB und FA Göppingen folgte direkt das Abstiegsduell in der Fußball-Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und Hannover 96 (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker). Da empfiehlt es sich besonders, die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch zu nehmen. Für die TVB-Fans stehen wieder Shuttle-Busse zur Verfügung. Folgende Strecken werden am Spieltag angeboten:

  • Bittenfeld - Hohenacker - Neustadt - Waiblingen - Porsche-Arena: Bittenfeld Schillerschule – 12 Uhr; Bittenfeld Zipfelbach – 12.03 Uhr; Hohenacker Apotheke – 12.09 Uhr; Neustadt Bahnhof – 12.13 Uhr; Waiblingen Bürgerzentrum – 12.20 Uhr; Porsche-Arena Stuttgart – 12.40 Uhr
  • Winnenden - Schwaikheim - Korb - Porsche-Arena: Winnenden Rathaus – 12 Uhr; Winnenden Bahnhof – 12.05 Uhr; Schwaikheim Bahnhof – 12.15 Uhr; Korb Haltestelle Seeplatz – 12.20 Uhr; Porsche-Arena Stuttgart – 12.40 Uhr.
  • Die Rückfahrt nach dem Spiel findet zwei Stunden nach Anpfiff statt.

Ein Blick in die interne TVB-Statistik: Dominik Weiß ist mit 84 Toren der erfolgreichste Werfer, gefolgt von David Schmidt (76). Die beste Wurfquote hat Max Öhler: Der Youngster blieb bei fünf Versuchen ohne Makel. Tobias Schimmelbauer bringt’s bei 44 Toren auf eine erstaunliche Quote von 80 Prozent. Samuel Röthlisberger hat von neun Würfen sieben ins Ziel gebracht und damit 82 Prozent.

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