TVB 1898 Stuttgart Derbysieg: Der letzte Schritt zum Ligaverbleib

Der TVB wurde in Ludwigsburg von seinen Fans toll unterstützt, die Feierlichkeiten dauerten bis lange nach Spielende. Foto: Jens Körner

Nach dem 28:19-Sieg gegen die SG BBM Bietigheim trennen den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart – bei noch zehn ausstehenden Spielen – zwölf Punkte von den Abstiegsrängen. „Ich lehne mich mal aus dem Fenster“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt. „Das war der letzte Schritt zum Ligaverbleib.“ Der wurde direkt nach dem Spiel am Sonntag ausgiebig gefeiert.

Die Szenerie erinnerte an ein Rock-Konzert: Nach der Schlusssirene in der stimmungsvollen MHP-Arena bedankten sich die TVB-Spieler artig bei den rund 600 Fans, die ihre Mannschaft nach Ludwigsburg begleitet hatten – und verabschiedeten sich in die Kabine. Die Fans indes wollten forderten ein Zugabe. Also kehrten die Spieler zurück, kletterten auf die Tribüne und klatschten die Fans minutenlang ab.

„Das war schon außergewöhnlich und eine coole Aktion“, sagt der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. „Für unsere Spieler war das fast schon eine Heimspiel-Atmosphäre, deshalb lieben wir die Derbys ja so.“

Gewöhnungsbedürftige Spielleitung

Der neunte Sieg des TVB im 18. Vergleich mit dem Nachbarn in der ersten und zweiten Liga war auch in anderer Hinsicht ein spezieller: Zehn Spieltage vor dem Ende kann der TVB endgültig für seine fünfte Spielzeit im Oberhaus planen. Bei einem Sieg hätten die Bietigheimer den Rückstand auf den TVB auf acht Punkte verringert, jetzt sind’s zwölf. Theoretisch kann der Vorletzte den TVB zwar noch abfangen. Dazu jedoch müsste er in den verbleibenden zehn Spielen zwölf Punkte mehr holen als der TVB – was äußerst unrealistisch ist. „Auch, weil wir den einen oder anderen Sieg noch holen werden, wenn wir weiter so arbeiten“, sagt Schweikardt.

Gute Arbeit lieferten seine Spieler in Ludwigsburg zweifelsfrei ab – und mussten dabei manche Hürde überspringen. Die harte, bisweilen kleinliche Spielleitung der Schiedsrichter Nils Blümel und Uwe Loppaschewski beispielsweise machte dem TVB – vor allem in den ersten 30 Minuten – zu schaffen. „Sie wollten mit den vielen Zeitstrafen schnell für Ruhe sorgen“, sagt Schweikardt. „Das kam eher Bietigheim entgegen, es wurde hektisch, das wollten wir unbedingt vermeiden.“ Weil die Abwehrspezialisten Tobias Schimmelbauer und Manuel Späth früh ihre zweite Zeitstrafe aufgebrummt bekamen, musste Schweikardt umdisponieren. Max Häfner verteidigte fortan für den auch in der Offensive starken Schimmelbauer auf der Halbposition. „Das hat er sehr gut gemacht“, so Schweikardt. Späth dagegen blieb im Mittelblock und verhinderte mit all seiner Routine die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte.

Bitter mit 50-Prozent-Quote

Die Defensive mit Späth, Schimmelbauer, Dominik Weiß und Samuel Röthlisberger war der Wegbereiter des neunten TVB-Sieges in dieser Saison. Und natürlich Johannes Bitter, der mit einer Quote von 50 Prozent eine formidable Leistung zeigte. Ein Sonderlob hatte Schweikardt für den jungen Röthlisberger parat. Er spiele unauffällig, aber sehr effektiv und sei sehr schnell auf den Beinen. Zu spüren bekam dies am Sonntag der Ex-TVB-Spieler Michael Kraus, der regelmäßig zweiter Sieger blieb im direkten Duell.

Auch der zweite Schweizer setzte Akzente. Lukas von Deschwanden erzielte in einer schwierigen Phase für den TVB den wichtigen Treffer zum 19:15. „Er kam kalt rein und hat sofort Verantwortung übernommen“, so Schweikardt. Das sei mustergültig und nicht selbstverständlich. Schließlich sei von Deschwanden mit seinen Spielanteilen nicht zufrieden, was der Trainer nachvollziehen kann. „Er haut sich aber auch im Training voll rein.“

Weiter geht’s für den TVB bereits am Donnerstag: Um 19 Uhr gastiert der Tabellenzweite THW Kiel in der Porsche-Arena.

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